# taz.de -- Prozess gegen katalanische Separatisten: Massenproteste in Katalonien
       
       > „Selbstbestimmung ist kein Verbrechen“: Rund 200.000 Menschen haben am
       > Samstag gegen den Prozess gegen katalanische SeparatistenführerInnen
       > demonstriert.
       
 (IMG) Bild: In Barcelona fordern Zehntausende die Freilassung der katalanischen PolitikerInnen
       
       Barcelona dpa | Zehntausende Menschen haben in Katalonien gegen den
       [1][Prozess gegen zwölf Separatistenführer] der Konfliktregion im Nordosten
       Spaniens protestiert. Die Kundgebung fand am Samstagabend im Zentrum der
       Regionalhauptstadt Barcelona unter dem Motto „Selbstbestimmung ist kein
       Verbrechen“ statt. Die Stadtpolizei schätzte die Zahl der Teilnehmer auf
       rund 200 000, die Organisatoren – darunter die in der Region regierenden
       Parteien – sprachen von einer halben Million. Unter den Teilnehmern war
       auch der katalanische [2][Regionalpräsident Quim Torra].
       
       „Unabhängigkeit, Unabhängigkeit!“, skandierten die Demonstranten neben
       anderen Slogans. Die Hauptverkehrsader Gran Via war über eine Distanz von
       rund zwei Kilometern komplett mit Menschen gefüllt.
       
       Der Prozess gegen die Separatistenführer hatte am Dienstag vor dem Obersten
       Gericht in Madrid begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten
       Rebellion, Aufruhr und Veruntreuung öffentlicher Mittel vor. Hintergrund
       ist ein Abspaltungsreferendum vom 1. Oktober 2017 mit anschließendem
       Unabhängigkeitsbeschluss. Für den Hauptangeklagten, den früheren
       Vize-Regionalpräsidenten Oriol Junqueras, fordert die Staatsanwaltschaft 25
       Jahre Haft.
       
       Junqueras, der seit mehr als 15 Monaten in Untersuchungshaft sitzt, hatte
       ausgesagt: „Nichts, nichts, überhaupt nichts von all dem, was wir gemacht
       haben, ist eine Straftat.“ Vor Gericht stünden seine Ideen, er sei ein
       politischer Häftling. Der abgesetzte Ex-Regionalpräsident Carles
       Puigdemont, der nach Belgien geflohen war, ist vom Verfahren nicht
       betroffen.
       
       Die Kundgebung vom Samstag war die erste von mehreren geplanten Aktionen
       der Unabhängigkeitsbefürworter. Sie protestieren gegen den Prozess und für
       das Recht auf Selbstbestimmung. Für nächsten Donnerstag haben die
       separatistischen Parteien, die im Regionalparlament von Barcelona die
       absolute Mehrheit haben, zusammen mit mehreren Verbänden und Gewerkschaften
       einen Generalstreik ausgerufen.
       
       17 Feb 2019
       
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