# taz.de -- Protest gegen Arbeitsbedingungen: Streiks zu Amazons Aktionstag
       
       > Mit einem „Prime-Day“ will der Konzern den Verkauf ankurbeln, doch seine
       > Beschäftigten streiken. Sie fordern seit Jahren tarifliche Bezahlung.
       
 (IMG) Bild: „Kein Rabatt auf unsere Einkommen“: Bei Amazon wird seit Jahren gegen Lohndrückerei protestiert
       
       Bad Hersfeld/München dpa | Beim Online-Händler Amazon hat es nach Angaben
       der Gewerkschaft Verdi am frühen Montagmorgen [1][erneut Streiks gegeben].
       Gestreikt wurde an den sieben Amazon-Standorten in Werne und Rheinberg in
       Nordrhein-Westfalen, Leipzig, Graben bei Augsburg, Koblenz sowie an den
       zwei Standorten im osthessischen Bad Hersfeld, wie Verdi-Handelsexperte
       Orhan Akman sagte. Akman rechnete mit einer guten Beteiligung. Die Kollegen
       seien „ziemlich verärgert“. Genauere Zahlen zur Streikteilnahme lagen
       zunächst nicht vor.
       
       Ein Amazon-Sprecher hingegen erklärte am Morgen, nur sehr wenige
       Mitarbeiter hätten sich am Streikaufruf beteiligt. Der operative Betrieb
       laufe ohne Einschränkungen. Bereits am Sonntag hatte der Sprecher
       versichert, dass die Kundenbestellungen rechtzeitig bearbeitet werden, „wie
       an jedem anderen Tag“. Amazon zahle in seinen deutschen Logistikzentren
       Löhne am oberen Ende dessen, was sonst für vergleichbare Tätigkeiten
       gezahlt werde. In Leipzig beginne es mit mindestens 10,78 Euro die Stunde,
       nach zwei Jahren liege der Schnitt inklusive Boni und Sonderzahlungen bei
       monatlich 2.275 Euro brutto.
       
       Verdi-Handelsexperte Akman hatte hingegen kritisiert: „Während Amazon mit
       satten Preisnachlässen beim Prime-Day zur Schnäppchenjagd bläst, wird den
       Beschäftigten eine existenzsichernde tarifliche Bezahlung vorenthalten.“
       
       Anlass für den aktuellen Streik ist der bis einschließlich Dienstag
       laufende Aktionstag „Prime-Day“ [2][mit Sonderangeboten für Stammkunden].
       Die Arbeitsniederlegungen laufen unter dem Motto „Kein Rabatt auf unsere
       Einkommen“. Akman sagte am Morgen, die Kollegen seien „ziemlich verärgert“.
       
       Verdi kämpft seit mehr als sechs Jahren um einen Tarifvertrag und
       Lohnerhöhungen. In ganz Deutschland hat Amazon zwölf Warenlager an elf
       Logistikstandorten und beschäftigt nach eigenen Angaben rund 13.000
       Angestellte.
       
       15 Jul 2019
       
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