# taz.de -- Pharmakonzerne gegen Corona: Das Rennen um den Impfstoff
       
       > Das Bundesministerium für Forschung will mehr Geld für die Entwicklung
       > eines Corona-Impfstoffs ausgeben. Drei Unternehmen stehen in Konkurrenz.
       
 (IMG) Bild: Der Impfstoff gegen Corona kommt wohl erst im Sommer
       
       Das Forschungsministerium und die führenden deutschen Impfstoffhersteller
       machen einerseits Hoffnung auf einen wirksamen Schutz vor Corona, dämpfen
       aber Erwartungen an einen schnellen Praxiseinsatz. „Nächsten Sommer kann es
       so weit sein“, sagte Ministerin Anja Karliczek am Donnerstag bei der
       Vorstellung des aktuellen Zwischenstands. Sie sagte dem Unternehmen IDT
       Biologika im selben Zug [1][114 Millionen Euro an Hilfen] für Entwicklung,
       Prüfung und Produktion der Corona-Impfung zu. „Mit unserer Förderung wollen
       wir die Unternehmen in die Lage versetzen, die Forschung breiter
       aufzustellen, damit sie die Impfstoffkandidaten möglichst umfangreich und
       schnell prüfen können.“ Die zwei Wettbewerber Curevac und Biontech haben
       bereits Fördergeld erhalten.
       
       Die drei Impfstoffhersteller [2][befinden sich an unterschiedlichen Punkten
       in der Entwicklung und Erprobung], doch keiner will sich auf einen
       definitiven Termin für die Einsatzfähigkeit des Wirkstoffs festlegen. „Wann
       es eine Zulassung gibt, hängt von den Behörden und vor allem von der
       Datenlage nach den klinischen Studien ab“, sagt Sierk Poetting,
       Finanzvorstand von Biontech aus Mainz. Biontech liegt mit Tests an bisher
       37.000 Menschen in der Erprobung weit vorn und hat auch bereits das
       europäische Zulassungsverfahren begonnen.
       
       Bisher sehen die Ergebnisse vielversprechend aus, sagt Poetting. Die
       Testpersonen zeigten eine starke Immunantwort. Dennoch warnt Poetting vor
       übertriebener Euphorie und überzogenen Forderungen an die
       Impfstoffhersteller. „Wir arbeiten so schnell es geht, aber wir beachten
       auch ethische und wissenschaftliche Prinzipien.“ Das Unternehmen produziert
       den Wirkstoff aber bereits auf Vorrat, um im Fall einer schnellen Zulassung
       – beispielsweise zum Jahreswechsel – gleich mit der Auslieferung beginnen
       zu können.
       
       IDT Biologika aus Dessau ist derzeit Schlusslicht unter den deutschen
       Teilnehmern am Impfstoffrennen. Das Unternehmen rechnet mit einem fertigen
       zugelassenen Wirkstoff erst Ende 2021. Es beginnt in diesen Tagen erst mit
       Phase 1 der Prüfung an wenigen Testpersonen.
       
       Im Mittelfeld bewegt sich Curevac aus Tübingen. Das Unternehmen startet
       gerade Phase 2 der Erprobung unter anderem in Panama. Phase 3 soll noch in
       diesem Jahr eingeleitet werden, sodass die Ergebnisse der Tests bis Mitte
       2021 dokumentiert sind. Fotin-Mleczek erwartet eine Zulassung des
       Impfstoffs dann für das dritte Quartal, also ab Juli 2021.
       
       9 Oct 2020
       
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