# taz.de -- Kommentar Anschlag auf Sikhs in Essen: Der Anschlag, der keinen interessierte
       
       > Der Anschlag auf eine Minderheit zeigt, dass deutsche Islamisten nicht
       > nur große Ziele im Visier haben. Bisher war die Tat nur eine Randnotiz.
       
 (IMG) Bild: Sollte nicht verharmlost werden: Szene des Terroranschlags
       
       Obwohl schnell klar wurde, dass im Sikh-Tempel in Essen eine Bombe
       explodierte, und nicht zufällig eine Gasflasche oder ähnliches in die Luft
       ging, hielt sich die öffentliche Aufmerksamkeit für das Attentat in
       Deutschland sehr in Grenzen. Am Samstag bekundete die Polizei, dass kein
       terroristischer Hintergrund erkennbar sei, und darauf verließ man sich in
       den deutschen Medien erst einmal. Der Anschlag wurde zur Randnotiz, nach
       den Hintergründen fragte niemand mehr. Internationale Medien, [1][vom
       Independent] bis [2][zur Washington Post], berichteten unterdessen, unter
       Bezug auf Medien der Sikhs, längst vom Bombenattentat.
       
       Der Anschlag von Essen zeigt eins: Es gibt in Deutschland gewachsenen
       islamistischen Terror, der sich auch durch Taten im Inland äußert. Er hat
       nicht immer große Ziele im Visier wie den Bundestag, einen Hauptbahnhof
       oder eine deutsche Einkaufsstraße. Der islamistische Terror kann sich auch
       gegen Minderheiten richten. Es gibt 13.000 Sikhs in Deutschland. Sie sind
       ein Teil der Gesellschaft und exponieren sich nicht durch radikale
       Ansichten.
       
       In Deutschland gab es nun also einen Anschlag auf eine religiöse
       Minderheit. Die Täter waren keine Nazis, sondern jugendliche mutmaßliche
       Islamisten. Die Tat sollte jetzt nicht verharmlost werden, sondern bewertet
       werden als das, was sie ist: islamistisch-politisch motivierter
       Terrorismus. Dass dieser gerade im Ruhrgebiet zuschlägt, ist kein Wunder.
       
       Seit Jahren können extremistische Prediger und Gemeinden sich hier
       ausbreiten. Stände der sogenannten „Lies“-Kampagne, bei der junge
       Salafisten Korane verschenken, sind Woche für Woche im öffentlichen Raum zu
       sehen. Die Zivilgesellschaft hat im Ruhrgebiet, wie im Rest der Republik,
       keine Antwort auf die islamistischen Terrorbotschaften gefunden. Bislang
       schweigt sie – aus Angst, etwas Falsches zu sagen.
       
       22 Apr 2016
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] http://www.independent.co.uk/news/world/europe/sikh-temple-three-people-injured-in-explosion-at-wedding-in-germany-city-of-essen-a6987681.html
 (DIR) [2] http://www.washingtonpost.com/world/europe/explosion-injures-3-at-sikh-temple-in-western-germany/2016/04/16/b1904836-040d-11e6-8bb1-f124a43f84dc_story.html
       
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 (DIR) Sebastian Weiermann
       
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