# taz.de -- Islamismus in Deutschland: Anschlagsgefahr unverändert hoch
       
       > Verfassungsschutz-Chef Maaßen warnt auf einer Konferenz am Montag vor
       > IS-Anschlägen in Deutschland – und fordert mehr Ressourcen und
       > Befugnisse.
       
 (IMG) Bild: Die Anlaufstelle „Wegweiser“ in Wuppertal arbeitet gegen gewaltbereiten Salafismus
       
       Berlin afp | Deutschland befindet sich nach Einschätzung von
       Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen stärker als je zuvor im Fadenkreuz
       der Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS). „Für den Verfassungsschutz
       steht fest: Der IS will auch Anschläge gegen Deutschland und deutsche
       Interessen verüben“, sagte Maaßen bei einer Konferenz des Bundesamtes für
       Verfassungsschutz zur globalen Bedrohung durch die Dschihadisten am Montag
       in Berlin. Die IS-Propaganda beinhalte immer wieder Bezüge zu Deutschland.
       
       Angesichts von hunderten Syrien-Rückkehrern seien die Bedingungen für
       mögliche Attacken in der Bundesrepublik „günstig“, sagte Maaßen. Auch für
       durch Propaganda inspirierte Einzeltäterattacken „scheint das Feld für den
       IS bestellt“. Radikale Islamisten seien „die am dynamischsten wachsende
       extremistische Szene in Deutschland“.
       
       Der Verfassungsschutz-Chef mahnte eine stärkere Vernetzung der
       Sicherheitsbehörden auf nationaler und internationaler Ebene an. Außerdem
       müsse die Politik den Sicherheitsbehörden die entsprechenden Ressourcen und
       Befugnisse zur Verfügung stellen. „Wenn die Sicherheitslage sich
       verschlechtert, bedarf es einer entsprechenden Nachjustierung“, sagte er.
       
       Maaßen übte scharfe Kritik an der Entscheidung des
       Bundesverfassungsgerichts, dass die Befugnisse des Bundeskriminalamtes zur
       heimlichen Überwachung in der Praxis unverhältnismäßig in die Grundrechte
       der Bürger eingreifen. Auch einige Regeln für den Informationsaustausch
       wurden beanstandet. Das Urteil sei „ausgesprochen schädlich“ und werde den
       Gefahren des global agierenden islamischen Terrorismus „nicht hinreichend
       gerecht“.
       
       Die Bedrohung durch die IS-Miliz steht im Mittelpunkt der Tagung des
       Verfassungsschutzes in Berlin, bei der Fachleute und Politiker die aktuelle
       Gefährdungslage analysieren. Die Dschihadisten kontrollieren große Gebiete
       in Syrien und im Irak. In Europa verübten IS-Anhänger die Anschläge vom 22.
       März in Brüssel und vom 13. November in Paris.
       
       Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte vergangenen Dienstag bei
       einem Besuch des Terrorabwehrzentrums der deutschen Sicherheitsbehörden vor
       der Bedrohung durch gewaltbereite Islamisten gewarnt: „Wir haben eine
       angespannte Sicherheitslage“.
       
       2 May 2016
       
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