# taz.de -- Christchurch-Anschlag in Neuseeland: Neonazi plädiert auf nicht schuldig
> Er stürmte mit Sturmgewehren in zwei Moscheen in Neuseeland und tötete
> dabei 51 Menschen. Nun plädiert der 28-jährige Neonazi auf „nicht
> schuldig“.
(IMG) Bild: Hält sich für nicht schuldig: Der mutmaßliche Attentäter von Christchurch
Christchurch dpa | Mehr als drei Monate nach dem rassistisch motivierten
Anschlag auf zwei Moscheen in Neuseeland mit insgesamt 51 Toten hat der
mutmaßliche Täter am Freitag in allen 92 Punkten der Anklage auf „nicht
schuldig“ plädiert. Der Rechtsextremist aus Australien war per Video aus
einem Hochsicherheitsgefängnis in Auckland zugeschaltet worden. Nach
Medienberichten spielte auf seinem Gesicht ein Lächeln, als sein
Verteidiger für ihn auf „nicht schuldig plädierte“, während ein Raunen der
Opfer oder ihrer Familien durch den Gerichtssaal ging.
Das Gericht sitzt in [1][Christchurch], wo bei dem Angriff auf die beiden
Moscheen Mitte März insgesamt 51 Menschen getötet worden waren. [2][Dem
28-Jährigen] droht deshalb lebenslange Haft. Der eigentliche Prozess soll
nach den Worten von Richter Cameron Mander am 4. Mai kommenden Jahres
beginnen.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem mutmaßlichen Täter 51-fachen Mord,
40-fachen Mordversuch sowie Terrorismus vor.
Der Mann sitzt seit den Anschlägen in Neuseelands einzigem
Hochsicherheitsgefängnis in Auckland etwa 1.000 Kilometer von Christchurch
entfernt in Untersuchungshaft. Am Freitag geht es vor Gericht unter anderem
um ein Gutachten zu seiner Schuldfähigkeit. In Neuseeland ist dies in
solchen Fällen ein gängiges Verfahren.
Der Täter hatte große Teile der Tat mit einer Helmkamera über Facebook live
ins Internet übertragen. Zuvor hatte er ein Pamphlet mit rechtsradikalen
und rassistischen Parolen ins Internet gestellt und auch per Mail
verschickt. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Anschläge einen
terroristischen Hintergrund hatten.
Neuseeland hatte nach dem Anschlag rasch gehandelt und [3][Sturmgewehre und
halbautomatische Waffen verboten].
Facebook hat als Folge der Live-Übertragung der Bluttat von Christchurch
neue strenge Regeln eingeführt. Zudem haben Internet-Riesen wie Amazon,
Facebook oder Google und 17 Staaten bei einem „Christchurch-Gipfel“ in
Paris im Mai ein internationales Bündnis gegen Terrorvideos im Netz
geschmiedet. Unter anderem stellten Microsoft, Twitter, Facebook, Google
und Amazon mehr konkrete Schritte sowie Investitionen zum Kampf gegen
Terror-Inhalte im Netz in Aussicht.
14 Jun 2019
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