# taz.de -- Wahlkampfabschluss von Donald Trump: Zurück und noch viel schöner!
       
       > Zum Abschluss des Wahlkampfs in den USA gibt Donald Trump noch einmal
       > alles: mit einer bewegenden Rede zu Beckenlack und Säulen.
       
 (IMG) Bild: Wieder voll bis zum Rand: Trump präsentiert den „Reflecting Pool“
       
       Zum Abschluss seines Wahlkampfs für die [1][diesjährigen Midterms] hat
       US-Präsident Donald Trump am Montag noch einmal sein untrügliches Gespür
       für die wirklichen Sorgen der US-Amerikanerinnen unter Beweis gestellt, das
       ihm schon 2016 und 2024 den Wahlsieg eingetragen hatte.
       
       In der US-Hauptstadt Washington, D. C., [2][sprach Trump am Rande des
       wiedereröffneten „Reflecting Pool“], des Wasserbeckens am Fuße des Lincoln
       Memorial, 20 Minuten lang über den neuen Blauton des Beckens, das jetzt
       schöner sei denn je zuvor, die perfekte Reparatur der Leitungen, die nun
       auch gegen Algen schützen würden.
       
       Der Pool [3][hatte im Sommer Schlagzeilen gemacht], nachdem Trump ihn ohne
       Ausschreibung von einem befreundeten Bauunternehmer und Wahlkampfspender
       hatte sanieren lassen. Als das Becken daraufhin hässlich und voller Algen
       war und die neu aufgetragene Farbe wieder abplatzte, fantasierte Trump über
       gemeine Sabotageakte von Linken, die mit Cuttermessern im Pool
       herumgekratzt hätten, es kam sogar zu Festnahmen. Nur, dass das alles
       Unsinn war, was dann schließlich zwar nicht Trump, aber mit den Arbeiten
       beauftragte Mitarbeiter eingestehen mussten.
       
       Jetzt aber ist der Pool fertig, man überlege, ihn von „Lincoln Memorial
       Reflecting Pool“ in „Trump Reflecting Pool“ umzubenennen, sagte Trump. Und
       nachdem er vor einem Plakat mit der Aufschrift „Wieder da und schöner denn
       je“ zahlreiche Fotos von zuvor verrosteten und nunmehr reparierten Rohren
       kommentiert hatte, widmete sich Trump tatsächlich endlich den Themen, die
       den Wahlkampf 2026 dominiert hatten: die unbeschreibliche Schönheit
       korinthischer Säulen, die einzigartige Qualität von Bermuda-Rasen und die
       unfassbare Dauerhaftigkeit von Granitstein.
       
       ## Keinesfalls nur unsinnige Ablenkungsmanöver
       
       All das im Zusammenhang mit dem geplanten [4][Bau eines Triumphbogens] nach
       Pariser Vorbild, nur natürlich größer. Um die öffentlichen Ausgaben dafür
       irgendwie begründen zu können, redet Trump schon länger davon, es handele
       sich um ein militärisches Projekt und begeisterte sich nunmehr dafür,
       welche „Drohnen- und Scharfschützenkapazität“ der Triumphbogen haben würde
       – was auch immer darunter zu verstehen sein könnte. Außerdem lobte Trump,
       wie toll der Hubschrauberlandeplatz am Weißen Haus geworden sei, den er
       gerade hat bauen lassen. Sicher, der wurde nun wirklich ganz dringend
       gebraucht.
       
       Weitere Themen dieses denkwürdigen Wahlkampfabschlusses: die Sanierung
       eines öffentlichen Golfplatzes am Potomac, der in einem fürchterlichen
       Zustand sei. Man werde ihn auf höchstes internationales Turnierniveau
       bringen für Ryder oder Presidents Cup, während Einwohner von DC einen
       Rabatt erhalten würden, um dort zu spielen.
       
       Natürlich sprach Trump auch über den [5][Ballsaal des Weißen Hauses], für
       den er bereits den Ostflügel hat abreißen lassen und dessen projizierte
       Kosten seitdem immer weiter steigen, und verschiedene Statuen, mit denen er
       gern die US-Hauptstadt verschönern möchte. Da, vermerkte die New York
       Times, war jemand wirklich in seinem Element. Don, der Baumeister.
       
       Aber es wäre falsch zu suggerieren, dass Trump nur mit unsinnigen Manövern
       versuche, von Irankrieg und Inflation abzulenken. Staatsmännisch wies Trump
       schließlich auch darauf hin, dass er Tausende von Graffiti in Washington,
       D. C., habe entfernen lassen. Und dass die schrecklichen transsexuellen
       Übergriffe auf Kinder endlich aufhören müssen. Wenn das die Wähler*innen
       nicht überzeugt, was dann?
       
       3 Nov 2026
       
       ## LINKS
       
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