# taz.de -- Kulturschiff MS Stubnitz: Prekär am Pier
> Ausgezeichnet als bester Club Hamburgs und doch immer nur Provisorium:
> Das Kulturschiff „MS Stubnitz“ sucht weiter nach einem sicheren
> Heimathafen.
(IMG) Bild: Geld gibt's meist nur für einzelne Projekt: „MS Stubnitz“ in der Hamburger Hafencity
Ein 2.500 Tonnen schwerer Stahlkoloss, der Denkmal, Kulturort und
Dauerbaustelle zugleich ist: 1964 lief die „MS Stubnitz“ in der Volkswerft
Stralsund als Kühl- und Transportschiff für die DDR-Hochseefischerei vom
Stapel, heute ist sie ein industriegeschichtliches Denkmal und eine der
profiliertesten Subkulturbühnen der Stadt.
Erst vor kurzem zeichnete das Hamburger Clubkombinat [1][die „MS Stubnitz“
als besten Club des Jahres aus] und kürte sie im Publikumsvoting zum
Lieblingsclub der Hamburger:innen, dazu kommen immer wieder Bundespreise
für ihr anspruchsvolles Live-Programm.
Nach dem Ende der DDR-Hochseeflotte 1990 blieb das Schiff vor der
Verschrottung bewahrt und verwandelte sich 1992 [2][in einen beweglichen
Kulturraum]. Über Jahre hinweg steuerte die „Stubnitz“ als wanderndes
Projekt Hafenstädte wie Rostock, Rotterdam, Newcastle oder Dunkerque an.
Seit 2013 hat sie in Hamburg festgemacht. Aus dem vorübergehenden Gastspiel
wurde eine Dauereinrichtung – allerdings ohne fest zugesicherten
Heimathafen und mit immer prekärer Zukunft.
Weil das Schiff an seinem damaligen Liegeplatz am Kirchenpauerkai neuen
Wohnquartieren weichen musste und [3][dort als zu laut eingestuft wurde],
liegt es nun am Cruise Center am Baakenhöft. Aber auch dort läuft die
Genehmigung nur bis 2028.
## Verlässliche Förderung fehlt
Hinzu kommt, dass die betagte Schiffstechnik dauernd instandgehalten werden
muss. Anfang Januar muss die „Stubnitz“ wegen eines Ruderschadens in die
Bredo Werft nach Bremerhaven verholt werden, in Hamburg war kein
Werfttermin mehr aufzutreiben.
Die Reparatur finanzieren die Hamburgische Bürgerschaft mit 110.000 Euro,
der Verein aus Eigenmitteln und nun auch die Deutsche Stiftung
Denkmalschutz mit 6.700 Euro, aus Lotterieerträgen der Glücksspirale, wie
die Stiftung am Montag mitteilte.
Spätestens Ende Januar soll das Schiff dann zurück sein. Aber um den
Betrieb dauerhaft abzusichern und das anstehende 35. Jubiläumsjahr
vorzubereiten, fehlen dem gemeinnützigen Trägerverein noch jährlich rund
350.000 Euro an verlässlicher Sockelförderung. Das Team legt seine
[4][Instandhaltungs- und Personalkosten jetzt transparent auf der eigenen
Website offen], um weitere Unterstützer:innen zu gewinnen.
4 Nov 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Hamburger-Veranstalter-ueber-Clubsterben/!6197073
(DIR) [2] /Gruender-uebers-Kulturschiff-Stubnitz/!5775760
(DIR) [3] /Kulturschiff-MS-Stubnitz-in-Hamburg/!5883689
(DIR) [4] https://www.stubnitz.com/spenden.html
## AUTOREN
(DIR) Robert Matthies
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