# taz.de -- Offensive im Westjordanland: Israels Armee zieht ab
> Tausende werden nach einem großen israelischen Einsatz aus der Stadt
> Hebron vertrieben. Nach palästinensischen Angaben ziehen die Truppen
> jetzt ab.
(IMG) Bild: Aufräumarbeiten am 2. November in Hebron nach dem Abzug der israelischen Armee
dpa | Gut eine Woche nach Beginn des israelischen Militäreinsatzes im Raum
Hebron zieht die Armee nach Angaben des Gouverneurs aus der Stadt [1][im
Westjordanland] ab. Palästinensische Sicherheitskräfte hätten die
vollständige Kontrolle in dem Gebiet, sagte Gouverneur Chalid Dudin vor
Journalisten. Rund 3.300 Anwohner, die durch den Einsatz vertrieben wurden,
könnten nun sicher in ihre Häuser zurückkehren. Ihre Häuser seien
weitgehend zerstört, sagte Dudin, und kündigte schnelle Schritte zum
Wiederaufbau an.
Vor anderthalb Wochen hatten zwei Angreifer aus Hebron zwei israelische
Soldaten getötet und drei weitere verletzt. Auch die beiden mutmaßlich
palästinensischen Angreifer wurden getötet. Israels Militär begann
daraufhin nach eigenen Angaben einen Anti-Terror-Einsatz, bei dem die
[2][Stadt dem Bürgermeister zufolge abgeriegelt wurde].
## Hunderte Häuser durchsucht
Laut israelischer Armee wurden in den vergangenen Tagen mehrere Verdächtige
festgenommen und Waffen sichergestellt. Israelische Soldaten durchsuchten
dabei Hunderte Häuser. Von Israels Armee gab es zunächst keine Bestätigung
über das Ende des Militäreinsatzes.
Das UN-Nothilfebüro Ocha erklärte, dass bei dem Einsatz mehr als 3.000
Menschen vertrieben und auch Wohnhäuser und Geschäfte zerstört worden
seien. Die meisten der Betroffenen seien bei Verwandten untergekommen.
Teils nutzten Soldaten nach UN-Angaben auch Wohnhäuser als Militärposten.
## Folgen für 250.000 Schüler und Studenten
[3][Der Einsatz hat nach palästinensischen Angaben] schwere Folgen für die
Wirtschaft. Bürgermeister Jussef al-Dschabari sprach von täglichen
Verlusten in Höhe von umgerechnet rund 3,5 Millionen Euro. Unternehmen
könnten wegen des Einsatzes keine Rohstoffe mehr beziehen oder Waren
ausliefern und Beschäftigte ihre Arbeitsstätten nicht mehr erreichen.
Direkte Folgen gab es auch für Tausende Schüler und Studenten: Dem
UN-Kinderhilfswerk Unicef zufolge wechselten 250.000 von ihnen in fast 700
Bildungseinrichtungen aus Sicherheitsgründen in den Distanzunterricht.
2 Nov 2026
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