# taz.de -- Missmanagement in Sachen Halloween: Wenn die „Süßes“-Schüssel viel zu schnell viel zu leer wird
> Wer an Halloween nicht ausreichend vorsorgt, der kann nur hoffen, dass
> nicht zu viele vor der Tür stehen. Denn sonst droht ja „Saures“.
(IMG) Bild: Noch ist Süßes in der Schüssel – hoffentlich reicht es für alle Kinder, die noch vorbeischauen wie hier bei einer Feuerwehrwache
In dem schon 80 Jahre alten, aber längst nicht verrenteten Weihnachtsfilm
[1][„Ist das Leben nicht schön?“] gibt es eine Szene, in der die
Belegschaft einer Bausparkasse gebannt auf die Uhr schaut und den
Schließ-Zeitpunkt ihrer Geschäftsstelle herbeisehnt. Es ist nämlich fast
kein Geld mehr in der Kasse, und wenn jetzt noch ein Kunde zum Abheben
vorbeikäme, wäre man pleite.
So ungefähr kann die Stimmung am frühen Abend des Halloween-Samstags sein,
wenn man zu wenig Süßes eingekauft hat. Jedenfalls zu wenig für den Ansturm
der zurückliegenden Stunde. Pah, die beiden großen Tüten mit den vielen
kleinen Gummibärchentüten und die drei Netze Schokokugeln würden doch wohl
reichen. Hätte man denken können. Jedenfalls von fünf Uhr, wenn's mit dem
Dunkelwerden erst losgeht, bis kurz vor sechs, wenn wegen eines abendlichen
Termins sowie alle aus dem Haus sein müssten.
Aber von wegen. Es geht zwar tatsächlich erst um fünf los. Insofern war die
Planung nicht ganz abwegig. Aber fortan klingelt es in einem durch. Gerade
wieder weg von der Tür und zurück in den Sessel [2][zum Lesen der
Wochentaz], da rufen schon die Nächsten von draußen „Süßes oder Saures“.
Immer mehr von den Gummidingern gehen weg. Dass die in kleinen Tütchen
stecken, ist zwar nicht gerade umweltfreundlich. Aber Dutzende Kinder in
einer großen Haribo-XXL-Tüte nach den angeblich besonders leckeren
Cola-Fläschchen rumwühlen zu lassen, wäre auch nicht so sinnig gewesen.
## Lichtausschalten geht gar nicht
Ja klar, wir hätten natürlich mehr einkaufen können. Aber bis zum nächsten
Jahr hätte sich der Rest nicht gehalten. Und das läge nicht am vor dem
nächsten Halloween auslaufenden Verfallsdatum, sondern an der eigenen nur
mit Mühe beherrschten Vorliebe für solche süßen Sachen.
Noch fünf Minuten, bis wir zum Abendtermin los müssen. Weniger als ein
Dutzend kleiner, in Staniolpapier eingewickelter Schokokugeln ist noch in
der blauen Schüssel. Es könnte reichen. Lichtausschalten und nicht aufs
Klingeln reagieren wäre eine Möglichkeit. Aber ne, kommt nicht in die Tüte!
Also ausharren und hoffen. Denn wer [3][nix Süßes anbietet, dem droht ja
Saures] – was auch immer das dann heißt.
Ein Grüppchen lässt sich noch versorgen, dann ist der Schüsselboden
wirklich blank bis auf zwei mickrige rote Kügelchen. Draußen, auf dem Weg
zum Abendtermin, wird dann klar, dass es da doch noch eine Reserve geben
hätte. Denn als ein paar Häuser weiter zwei Kinder gerade ein Gartentor
hinter sich zuziehen, sagt eins davon: „Hier gab's endlich mal was
Gesundes.“
Wenn das so ist – ein paar Möhren hätten wir auch noch gehabt.
1 Nov 2026
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## AUTOREN
(DIR) Stefan Alberti
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