# taz.de -- Die zwei und der Rest der Bundesliga: Ein Klassiker und viele Trauerspiele
> Alle reden über das Topspiel zwischen Bayern und Dortmund. Aber nur, weil
> die anderen Klubs dieses Duell erst so richtig zum Glänzen bringen.
(IMG) Bild: Wieder mal ein zähes Duell: Augsburgs Michael Gregoritsch (l.) und Freiburgs Keisuke Goto kämpfen um den Ballbesitz
Klar, ein größeres Duell gibt es in dieser Liga nicht. [1][Es ist das
Topspiel schlechthin], der deutsche Klassiker, für das Weltpublikum auch
„German Clásico“ genannt. Bayern München gegen Borussia Dortmund, mehr
Spannung geht nicht. Es ist ja erst 14 Jahre her, dass Borussia Dortmund
letztmals Deutscher Männerfußballmeister wurde. Vizemeister ist dieser
Aktienverein und gnadenlose FC-Bayern-Jäger obendrein 12 Mal geworden, also
doppelt so oft wie dieser Konzernverein, der sich die zweifelhafte
Auszeichnung namens Vizekusen erspielt hat.
In Wahrheit bringen aber erst die anderen Klubs der Liga dieses eigentlich
ungleiche Duell zwischen Bayern und Dortmund richtig zum Glänzen. Für diese
Erkenntnis muss man sich nur diesen Spieltag genau anschauen. Tabellarisch
fand die zweitranghöchste Paarung in unmittelbarer Nähe zur Münchner Arena
statt.
Der Tabellenneunte FC Augsburg empfing [2][den Dritten SC Freiburg] und
verlor. Weder im Englischen noch im Deutschen hat sich bislang eine
prägende Bezeichnung für dieses Duell durchgesetzt. Aber auch wenn es diese
gäbe, der Burggipfel etwa (the castle summit), sind die Vermarktungschancen
selbst im Inland begrenzt. Jedes Mal muss man bei dieser Partie
unweigerlich an ein zähes Schnitzel denken.
## Fremdeln mit Tabellennachbar Elversberg
Namentlich und fußballerisch macht die Partie Bayer Leverkusen gegen den
VfB Stuttgart einen etwas knusprigeren Eindruck. Beim 4:2-Auswärtssieg der
Schwaben ging es auch drunter und drüber. Aber beim enttäuschendsten Klub
dieser Saison ist man nun nur etwas weniger enttäuscht. In Leverkusen
fremdelt man dagegen nach acht Spieltagen mit dem punktgleichen
Tabellennachbarn Elversberg. So hat man sich diese Saison wirklich nicht
vorgestellt.
In der Liga [3][des Ballon-d’Or-Gewinners Harry Kane] scheint das Prekariat
größer zu werden. Allen voran kommt einem da ein anderer ehemaliger
berühmter Vizemeister in den Sinn, der FC Schalke 04. International kann
dieser einst so stolze Klub eh nur noch Mitleid gewinnen. Im Duell gegen RB
Leipzig scheiterte man zum sechsten Mal in dieser Spielzeit an der nicht
ganz unwichtigen Aufgabe, ein Tor zu erzielen. Drei der bislang vier
kümmerlichen Treffer wurden von Defensivspielern erzielt.
Ein weiteres Trauerspiel fand zwischen Borussia Mönchengladbach und dem SC
Paderborn (0:0) statt. Auch das Duell von Werder Füllkrug gegen die TSG
Hoffenheim hat trotz aller Euphorie in Bremen nicht das Format eines
künftigen Klassikers. Immerhin ist der Stürmer schon 33 Jahre alt. Geduld
ist also angesagt. Dortmund trifft Anfang März wieder auf den FC Bayern.
1 Nov 2026
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