# taz.de -- Widersprüchliche Angaben zu Absprachen: Tote bei jordanischen Vergeltungsangriffen auf Syrien
> Jordanien greift im Nachbarland Ziele mit angeblichen Verbindungen zu den
> Attentätern an, die am Freitag eine Kirche in Jordanien attackiert
> hatten.
(IMG) Bild: Männer begutachten die Folgen eines jordanischen Luftangriffs in einem Dorf im Süden Syriens
dpa/afp Nach einem Terrorangriff auf eine Kirche in Jordanien hat die
jordanische Luftwaffe Ziele in Syrien angegriffen. Die Luftangriffe auf
Verstecke mutmaßlicher Terrororganisationen im Süden des Nachbarlandes
seien eine Vergeltung für den tödlichen Anschlag auf eine Kirche im
jordanischen Gouvernement Karak vom vergangenen Freitag, teilten die
jordanischen Streitkräfte mit. Die mutmaßlichen Täter hätten Verbindungen
zu den angegriffenen Gruppen, hieß es.
Nach jordanischen Angaben sollen die Angriffe vom Montagabend in Abstimmung
mit der syrischen Regierung erfolgt sein. Die syrische Regierung wies das
zurück. Die Angriffe in der südlichen Provinz Daraa seien nicht vorab mit
der syrischen Seite abgestimmt worden, meldete die staatliche
Nachrichtenagentur Sana unter Berufung auf die Regierung. Es habe „keine
vorherige Koordinierung mit der syrischen Seite“ gegeben. Man stehe aber in
Kontakt mit Jordanien, „um die Lage zu erörtern“, hieß es weiter.
Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden bei
den Angriffen mindestens acht Menschen getötet. Darunter seien auch ein
älterer Mann und drei Kinder, teilte die in Großbritannien ansässige
Organisation mit. Vier Menschen seien verletzt worden. Die Opferzahl könne
noch weiter steigen. Die Angriffe hätten mehrere Orte in den Provinzen
Daraa und Suwaida getroffen.
Die syrische Zivilschutzbehörde meldete insgesamt sieben Tote an
verschiedenen Orten – sechs davon in der Provinz Daraa, darunter drei
Kinder. Überdies sei ein Mann bei einem Angriff auf ein Wohnhaus in der
benachbarten südlichen Provinz Suwaida getötet wurde. Seine sterblichen
Überreste würden derzeit noch aus den Trümmern geborgen. Die Angaben zu den
Getöteten und den getroffenen Zielen ließen sich zunächst nicht unabhängig
überprüfen.
## Syrien schließt wichtigsten Grenzübergang
Syrien reagierte auf die Luftangriffe mit der Schließung seines wichtigsten
Grenzübergangs zu dem Nachbarland. Die syrische Grenz- und Zollbehörde
kündigte am Dienstag die Schließung des Grenzübergangs Nassib im Süden des
Landes an, der auf jordanischer Seite unter dem Namen Dschaber bekannt ist.
Sie erklärte zudem, der gesamte Personen- und Warenverkehr werde „in beide
Richtungen“ ausgesetzt. Als Grund nannte sie „aktuelle Umstände“.
Laut Sana hätten die syrischen Behörden Ermittlungen zu den Angriffen
eingeleitet und Kontakt zu Jordanien aufgenommen, um die Lage zu erörtern.
Damaskus betonte die Bedeutung einer gemeinsamen Abstimmung bei
Sicherheitsmaßnahmen in den Grenzgebieten.
Bei dem Anschlag auf die griechisch-orthodoxe St.-Georgs-Kirche in Hammud
in der südjordanischen Provinz Karak hatten bewaffnete Männer am Freitag
während einer Trauerfeier neun Menschen getötet. Die jordanischen Behörden
hatten erklärt, die mutmaßlichen Täter hätten Verbindungen zu militanten
Gruppen im Süden Syriens. König Abdullah II. hatte den Tätern Vergeltung
angedroht. Am Montagmorgen waren drei mutmaßliche Attentäter in der
jordanischen Provinz Karak festgenommen worden.
27 Oct 2026
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