# taz.de -- US-Iran-Krieg: Mehrere Staaten in Nahost melden Drohnenbeschuss
       
       > Jordanien, Saudi-Arabien und Israel fangen Drohnen ab. Proiranische
       > Milizen in Irak und die Huthi-Miliz im Jemen stehen im Verdacht, sie
       > abgefeuert zu haben.
       
 (IMG) Bild: Angriff auf eine Anlage der Ölindustrie in Saudi-Arabien, Satellitenbild vom 27. Juli 2026
       
       dpa/afp | Die jordanische Armee hat eigenen Angaben zufolge eine Drohne
       über seinem Staatsgebiet abgefangen. Die Luftwaffe habe die Drohne am
       frühen Dienstagmorgen „neutralisiert“, erklärte ein Sprecher der Armee,
       ohne die Herkunft des Fluggeräts zu präzisieren. Das Fluggerät wurde
       demnach über der Wüste im Osten des Landes abgeschossen.
       
       Die israelische Armee teilte derweil mit, sie habe eine Drohne nahe der
       Grenze zu Jordanien abgefangen, bevor diese in den israelischen Luftraum
       eindringen konnte. Bereits am Montag hatte sie zwei ähnliche Vorfälle mit
       Drohnen gemeldet.
       
       Jordanien war seit der Wiederaufnahme der Kämpfe zwischen den USA und Iran
       Anfang Juli wiederholt Ziel von Angriffen. Das Königreich grenzt unter
       anderem an Israel, Syrien, den Irak und Saudi-Arabien und liegt damit
       zwischen mehreren Schauplätzen des regionalen Konflikts.
       
       ## Angriffe auch in Saudi-Arabien gemeldet
       
       Auch Saudi-Arabien hat nach eigenen Angaben jüngst mehrere Drohnen
       abgefangen und zerstört, die auf Ölanlagen in der Ostprovinz des Landes
       sowie in der Hauptstadt Riad gezielt haben sollen. Die Angriffe seien von
       „iranisch unterstützten terroristischen Milizen“ vom irakischen
       Staatsgebiet aus verübt worden, erklärte der Sprecher des
       Verteidigungsministeriums, Turki al-Maliki.
       
       Al-Maliki betonte, Saudi-Arabien habe das Recht, sich und seine
       Einrichtungen zu verteidigen. Das Königreich behalte sich zudem vor, „zum
       geeigneten Zeitpunkt und am geeigneten Ort“ zu reagieren. Weitere Angaben
       zu möglichen Schäden oder Verletzten machte das Ministerium zunächst nicht.
       Bisher reklamierte keine Gruppe aus dem Irak den Angriff für sich. Auch die
       Regierung in Bagdad äußerte sich zunächst nicht.
       
       Das Außenministerium in Riad verurteilte den Angriff und forderte die
       irakische Regierung auf, alle notwendigen Schritte zu unternehmen, um zu
       verhindern, dass irakisches Staatsgebiet als Ausgangspunkt für Angriffe
       genutzt werde.
       
       ## Huthis im Jemen: „Sensible Punkte“ attackiert
       
       Wenig später reklamierte allerdings die Huthi-Miliz im Jemen
       Drohnenangriffe auf mehrere Ziele der Öl-Infrastruktur in Saudi-Arabien.
       Ziel seien „sensible Punkte“ für die Versorgung und den Transport von Rohöl
       aus dem Osten des Landes in die Hafenstadt Janbu am Roten Meer gewesen,
       teilte die Miliz mit.
       
       Der Angriff sei eine Reaktion auf das Eindringen saudischer Drohnen in den
       jemenitischen Luftraum gewesen, hieß es weiter. Die Angaben ließen sich
       zunächst nicht unabhängig überprüfen.
       
       Erst am Samstag hatte die Huthi-Miliz nach saudischen Angriffen auf ihre
       Stellungen einen Angriff auf Saudi-Arabien für sich reklamiert. Mit
       Dutzenden Raketen und Drohnen seien Anlagen des staatlichen Ölkonzerns
       Saudi Aramco attackiert worden.
       
       Saudi-Arabien stand bereits in den ersten Wochen des Irankriegs wiederholt
       unter Beschuss. Die Angriffe stammten sowohl von proiranischen Gruppen im
       Irak als auch aus Iran selbst.
       
       28 Jul 2026
       
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