# taz.de -- Portugal: Regierung lässt Wohn-Protestcamps räumen
       
       > In Lissabon und Porto hat die Polizei erneut Protestcamps für bezahlbaren
       > Wohnraum geräumt. Es gab zahlreiche Festnahmen und Verletzte.
       
 (IMG) Bild: Protestzug durch Lissabon – gefordert wird bezahlbarer Wohnraum und ein Ende der Immobilienspekulation
       
       Die konservative portugiesische Regierung unter Luís Montenegro geht,
       anders als die spanische Linkskoalition, hart gegen Wohnungsproteste vor.
       In der Nacht zum Sonntag wurden die Protestcamps in Lissabon und Porto
       geräumt. Dabei kam es, so offizielle Angaben, zu 31 Festnahmen – 25 in
       Lissabon und 6 in Porto – und elf Verletzten, darunter drei Polizeibeamte.
       
       Die Festnahmen erfolgten nach Polizeiangaben wegen Ungehorsams. Die
       Organisatoren der Proteste sprechen von 37 verletzten Demonstrierenden, die
       meisten davon in Lissabon, und werfen der Polizei unverhältnismäßige Gewalt
       vor. Insgesamt räumte und beschlagnahmte die Polizei 117 Zelte in Lissabon
       und 51 in Porto.
       
       ## Bereits die zweite Räumung
       
       Es war bereits die zweite Räumung in den beiden größten Städten des
       südwesteuropäischen Landes. Der Entschluss, die Zelte erneut aufzubauen,
       war in beiden Städten im Rahmen von Volksversammlungen gefasst worden,
       denen erneute Massendemonstrationen am Samstag vorhergingen. Die Behörden
       hatten bereits im Vorfeld erklärt, keine neuen Protestcamps dulden zu
       wollen.
       
       [1][Bei der Räumungen eines ersten Zeltlagers in Porto am frühen Morgen des
       15. Oktober] ging die Polizei besonders gewaltsam vor. Es kam mindestens zu
       40 Verletzten, zwei davon schwer. In Lissabon räumte die Polizei
       vergangenen Dienstag. Dabei wurden [2][55 Personen festgenommen und 228
       Zelte entfernt].
       
       Ähnlich wie im benachbarten Spanien geht es in Portugal um bezahlbaren
       Wohnraum. Hier sind die Mieten im letzten Jahrzehnt noch stärker gestiegen
       als in Spanien: Offiziellen Zahlen zufolge legten sie binnen zehn Jahren um
       124 Prozent zu – etwa doppelt so stark wie im EU-Durchschnitt.
       
       26 Oct 2026
       
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