# taz.de -- Bayerntrainer im Krankenhaus: Ungesundes Arbeitsethos
> Bayerntrainer Vincent Kompany wurde früh beigebracht, dass er als
> Schwarzer mehr arbeiten muss als andere. Nun ist er beim Training
> zusammengebrochen.
(IMG) Bild: Krank an der Linie: Vincent Kompany beim Spiel gegen den FC Arsenal am Mittwoch
Es sind immer schwierige Zeiten für Fußballfans, wenn der Trainer des FC
Bayern nicht nur fähig und kompetent ist, sondern obendrein noch ein
sympathischer Mensch. Es müsste eine Regel geben, dass beim FCB nur
Menschen arbeiten dürfen, die aus Prinzip an roten Ampeln ihre Vorderleute
anhupen.
Nun ist Vincent Kompany ganz sicher kein solcher Mann, sondern ein
zurückgenommen wirkender, zugewandter, empathischer Mensch, der obendrein
so wirkt, als wäre ihm das ganze Rampenlicht um ihn herum furchtbar
unangenehm.
Fachlich ist Vincent Kompany ohnehin über jeden Zweifel erhaben, aber was
ihn darüber hinaus auszeichnet, ist seine Fähigkeit, auch jenseits des
Platzes geradeaus denken zu können. Im Mai 2026 wurde er darauf aufmerksam
gemacht, dass sein Kollege José Mourinho rassistische Herabwürdigungen
einer seiner Spieler verharmlost hatte.
Anders als andere Kolleg*innen duckte er sich nicht etwa weg oder verlor
sich in Allgemeinplätzen, [1][sondern improvisierte eine zwölfminütige
Rede], die gleichermaßen klar wie warmherzig war, und die mit zum Besten
gehört, was an antirassistischen Statements aus dem Bereich des Fußballs
gekommen ist die letzten Jahre.
## Auszeichnung von Söder
Unter anderem für diese Rede wurde ihm der Preis des Bayerischen
Ministerpräsidenten zuerkannt; ausgerechnet, möchte man sagen, angesichts
der immer mehr überhandnehmenden Rassismen aus den Unionsparteien. Auch das
schafft Kompany: vom bayerischen Oberkulturkämpfer für seine Wokeness
ausgezeichnet zu werden.
Aktuell fehlt Vincent Kompany an der Seitenlinie: Er ist binnen kurzer Zeit
zweimal zusammengebrochen [2][und wird in einer Klinik behandelt]. Er
selbst hat nach dem ersten Kollaps den Verdacht geäußert, er habe eine
Virusinfektion verschleppt. Genaueres ist nicht bekannt und muss auch nicht
bekannt sein.
Zum Hintergrund gehört aber sicher die Geschichte, die Vincent Kompany
einst von seiner blonden und blauäugigen Mutter erzählte: Die hatte ihm
gesagt, Menschen mit anderer Hautfarbe hätten es doppelt so schwer in
dieser Gesellschaft, einen Job zu finden. Und deswegen habe er den
Entschluss gefasst, doppelt so hart zu arbeiten.
Das Leistungsethos im Profisport hat sicher nicht geholfen, diese zutiefst
ungesunde Grundeinstellung abzumildern. Auch nicht geholfen hat, dass auch
von der Politik [3][diese Art der Selbstzerstörung nachgerade gefördert
wird]: Noch gibt es keinen Preis für Leute, die mit dem Arsch zu Hause
bleiben, wenn sie krank sind – obwohl angesichts der ganzen
Peitschenhieb-Rhetorik aus den Unionsparteien dazu inzwischen auch Courage
gehört.
25 Oct 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Schwarze-Fussballtrainer-in-Deutschland/!6083376
(DIR) [2] https://fcbayern.com/de/news/2026/10/max-eberl-zum-gesundheitszustand-von-vincent-kompany
(DIR) [3] /Leistungsgesellschaft-Deutschland-hat-kein-Fleiss--sondern-ein-Verteilungsproblem/!6135279
## AUTOREN
(DIR) Frédéric Valin
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