# taz.de -- Abstimmung im Parlament: Griechenland beschließt Social-Media-Verbot für Kinder
       
       > Nach hitziger Debatte verbietet Griechenland ab 2027 soziale Medien für
       > Kinder unter 15 Jahren. Teile der Opposition kritisieren das pauschale
       > Verbot.
       
 (IMG) Bild: Keine Nutzung unter 15 in Griechenland: Social Media
       
       afp | Auch in Griechenland wird ein Social-Media-Verbot für Jugendliche
       unter 15 Jahren eingeführt. Die Regierungsmehrheit brachte das ab dem 1.
       Januar geltende Verbot in der Nacht zu Freitag durch das Parlament in
       Athen, wie die griechische Nachrichten ANA berichtete. Dem Votum war am
       Donnerstag eine hitzige Debatte vorausgegangen.
       
       Für die Regelung, die Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis bereits im
       April als „schwierigen, aber notwendigen“ Schritt angekündigt hatte,
       stimmten nur Abgeordnete seiner konservativen Partei Nea Dimokratia. Es
       handele sich um „eine wirksame, notwendige und mit EU-Recht im Einklang
       stehende Lösung“, versicherte Digitalminister Dimitris Papastergiou.
       
       „Es wäre sehr einfach, nichts zu tun und auf ein perfektes europäisches
       Gesetz zu warten“, sagte der Minister mit Blick auf in der [1][EU]
       diskutierte Pläne. Es sei aber notwendig, schon jetzt „eine Botschaft zu
       senden, dass die unkontrollierte Internetnutzung, die Kinder in eine
       Abhängigkeit zu Lasten ihrer [2][psychischen Gesundheit] führt, nicht so
       weitergehen kann“.
       
       Die oppositionelle sozialistische Pasok-Partei enthielt sich. Sie hatte
       Onlinenetzwerke wie Tiktok nur für Kinder unter 13 Jahren verbieten wollen.
       Bei Nutzern im Alter von 13 und 14 Jahren sah ihr Vorschlag eine elterliche
       Kontrolle der Social-Media-Nutzung vor. Die linksradikale Syriza-Partei
       kritisierte das pauschale Verbot für jüngere Kinder. „Der Schutz von
       Kindern kann nicht gleichbedeutend mit ihrem Ausschluss sein“, sagte die
       Abgeordnete Elena Akrita.
       
       ## Social-Media-Verbot in anderen Ländern
       
       Das nun beschlossene Gesetz sieht Alterskontrollen bei Nutzern von
       Onlinenetzwerken vor. Unternehmen, die dagegen verstoßen, drohen hohe
       Bußgelder.
       
       Vergangenes Jahr war Australien weltweit das erste Land, das ein
       Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche einführte. Dort sind
       zahlreiche Onlinenetzwerke erst ab 16 Jahren erlaubt.
       
       Laut einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP wurden seitdem in mehr als 20
       Ländern ähnliche Gesetze verabschiedet. Österreich, Slowenien, Dänemark,
       Frankreich und Spanien haben sich für ein ähnliches Vorgehen wie
       Griechenland entschlossen.
       
       Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) hatte vergangenen Monat ein
       „Sofortprogramm“ zum besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen im
       Internet bis Jahresende angekündigt. Auch sie ist für eine [3][Altersgrenze
       für die Nutzung von Social-Media-Angeboten] durch Jugendliche. Die
       EU-Kommission schlägt ihrerseits vor, Social-Media-Plattformen für Kinder
       unter 13 Jahren zu verbieten und die Funktionen für ältere Jugendliche
       einzuschränken.
       
       Kritikern zufolge nutzen Onlinenetzwerke wie Instagram und Youtube süchtig
       machende Algorithmen, damit Heranwachsende zu Dauernutzern werden. Eine
       exzessive Nutzung von Funktionen wie „unendliches Scrollen“ von Inhalten
       kann zu psychischen Beschwerden führen. Gegen Social-Media-Verbote für
       Heranwachsende wird vorgebracht, dass dadurch das Recht auf freie
       Meinungsäußerung und die Vernetzung mit Gleichgesinnten beeinträchtigt
       werde. Außerdem gibt es [4][Zweifel an der Wirksamkeit] der Verbote.
       
       23 Oct 2026
       
       ## LINKS
       
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