# taz.de -- Verbot von Social Media: Australien verdoppelt Geldstrafe für Konzern-Verstöße
       
       > Unter-16-Jährige dürfen in Australien keine sozialen Medien nutzen, aber
       > das Verbot wirkt kaum. Das Land geht nun mit härteren Strafen gegen
       > Konzerne vor.
       
 (IMG) Bild: Australien hat Jugendliche schon aus den sozialen Medien verbannt – zumindest theoretisch
       
       afp | Gut sechs Monate nach der [1][Einführung des weltweit ersten
       Social-Media-Verbots für Kinder und Jugendliche] will Australien Verstöße
       der Konzerne mit höheren Geldstrafen ahnden. Wie die Regierung am Samstag
       mitteilte, wird die Höchststrafe für systematische Verstöße auf 99
       Millionen australische Dollar (59,9 Millionen Euro) verdoppelt. Die
       Internetaufsichtsbehörde soll zudem umfassendere Befugnisse erhalten. Sie
       gehe möglichen Verstößen durch Facebook, Instagram, Snapchat, Tiktok und
       Youtube „aktiv“ nach, erklärte die Regierung.
       
       Australien war mit seinem im Dezember in Kraft getretenen
       Social-Media-Verbot für Unter-16-Jährige weltweiter Vorreiter. Seitdem
       erließen [2][mehrere weitere Länder] ähnliche Vorschriften, [3][auch in
       Deutschland wird über das Thema diskutiert].
       
       ## Jugendliche umgehen Verbot
       
       Eine am Donnerstag im Fachmagazin British Medical Journal veröffentlichte
       Studie kam jedoch zu dem Ergebnis, dass das Verbot bisher kaum Auswirkungen
       auf das Nutzungsverhalten australischer Teenager hatte. Minderjährige
       umgehen demnach die per Gesetz erlassenen Beschränkungen, indem sie
       beispielsweise Fake-Accounts erstellen oder Konten nutzen, die auf ältere
       Personen registriert sind.
       
       „Es ist klar, dass die großen Tech-Konzerne nicht genug tun, um das Gesetz
       einzuhalten“, konstatierte nun Premierminister Anthony Albanese. Es seien
       „immer noch zu viele Kinder“ in den Onlinenetzwerken aktiv. Mit der
       Neuregelung verdeutliche die Regierung, „wie ernst wir jede Nichteinhaltung
       durch die Social-Media-Unternehmen nehmen“.
       
       Kommunikationsministerin Anika Wells ergänzte, die Plattform-Betreiber
       hätten bisher „Tricks direkt aus dem Taktikhandbuch der Tech-Giganten“
       angewendet und „nur das absolute Minimum“ getan. Die Tech-Konzerne gehörten
       aber „zu den reichsten und mächtigsten Unternehmen der Welt, und wir meinen
       es ernst damit, sie zur Verantwortung zu ziehen“. Die Regierung werde
       „nicht klein beigeben“.
       
       ## Zu Nachweisen verpflichtet
       
       Die australische Aufsichtsbehörde kann die Unternehmen künftig zu
       Nachweisen darüber verpflichten, welche Maßnahmen sie ergreifen, um zu
       verhindern, dass Unter-16-Jährige ein Konto eröffnen. Zur Überprüfung der
       Angaben kann sie zudem Informationen und Unterlagen anfordern – von den
       Betreibern selbst, aber auch von Dritten wie den Anbietern für die
       Altersüberprüfung oder den App-Store-Betreibern.
       
       28 Jun 2026
       
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