# taz.de -- PHP-Lücke in Deutschland: Viele deutsche Webseiten sind wieder erreichbar
> Die PHP-Lücke ist geschlossen, aber damit ist die Gefahr nicht weg:
> Hacker könnten sich vor dem Update eingenistet haben. Worauf es jetzt
> ankommt.
(IMG) Bild: Auf der Programmiersprache PHP basiert ein Großteil des Internets
dpa | In der Krise rund um die [1][schwerwiegenden Sicherheitslücken in der
weit verbreiteten Programmiersprache PHP] hat sich die Lage für
Webseitenbetreiber in Deutschland weitgehend stabilisiert. Wie Experten
berichten, sind nahezu alle vorsorglich vom Netz genommenen
Internetauftritte – darunter Ministerien, Behörden und medizinische
Einrichtungen wie die Berliner Charité – nach dem Einspielen von
Sicherheitsupdates wieder erreichbar.
Trotz der [2][schnellen Reaktion der Administratoren] warnen Fachleute
jedoch davor, bereits Entwarnung zu geben. Die Sicherheitslücke wurde von
Behörden als außerordentlicher Notfall eingestuft. Laut Daten des
Cybersicherheitsunternehmens Cloudflare begannen automatisierte
Angriffsversuche bereits zehn Stunden vor der offiziellen Bekanntgabe der
Schwachstelle. Die Zahl der Attacken stieg in der Folge rasant an und
erreichte innerhalb kurzer Zeit Millionenhöhe.
## BSI sieht bisher keine erfolgreichen Angriffe
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sowie das
Digitalministerium teilten mit, dass bislang keine Meldungen über
erfolgreiche Angriffe auf die Bundesverwaltung oder die regulierte
Wirtschaft vorlägen. Experten betonen jedoch, dass dies keine Garantie für
die Abwesenheit von Schäden sei. Da rund 70 Prozent aller Webseiten
weltweit auf PHP basieren, sei das Risiko für erfolgreiche Manipulationen
hoch.
Die Aufarbeitung der Vorfälle könne Wochen oder Monate in Anspruch nehmen.
Es bestehe die Gefahr, dass bei erfolgreichen Angriffen sensible Daten wie
Passwörter abgeflossen sein könnten, was in der Zukunft zu Datendiebstahl
oder Erpressungsversuchen führen könnte.
## Handlungsempfehlungen für Administratoren und Nutzer
Für normale Internetnutzer besteht laut Experten derzeit kein direkter
Handlungsbedarf. Auch Kunden von Webhosting-Anbietern müssen in der Regel
nicht selbst aktiv werden, da professionelle Hoster die notwendigen
Sicherheitsupdates zeitnah installieren.
Das bloße Einspielen von Software-Updates reicht allerdings nach
Einschätzung von Sicherheitsexperten bei Weitem nicht aus. Thomas Boele,
Sicherheitsexperte beim Softwareunternehmen Check Point, warnte davor,
[3][sich in falscher Sicherheit zu wiegen]. Er forderte Systembetreiber
eindringlich auf, über die reine Patch-Installation hinaus aktiv zu werden.
## „Honigfalle“ für kriminelle Hacker
Zu den notwendigen Sofortmaßnahmen gehöre eine rückwirkende Prüfung der
Logdaten bis zum 17. Oktober 2026, um mögliche Kompromittierungen zu
erkennen. Der Grund: An diesem Tag wurden auf einem sogenannten Honeypot
von Amazon – einer digitalen Falle, die Angreifer anlocken soll – erste
Angriffsversuche registriert. Wer seine Daten nicht bis zu diesem Datum
prüfe, übersehe möglicherweise, ob sein System bereits vor dem Update
heimlich infiltriert wurde.
Boele forderte die Verantwortlichen außerdem auf, die Zugangsdaten und
Schlüssel für sogenannte Programmierschnittstellen (API-Keys) konsequent zu
erneuern. Ein zentraler Baustein der Verteidigung sei zudem die
Aktualisierung von Web Application Firewalls (WAF).
Eine WAF fungiert als Schutzschild zwischen einer Webanwendung und dem
Internet; sie analysiert den eingehenden Datenverkehr und blockiert
bösartige Anfragen, bevor diese das System erreichen können.
## Hausaufgaben für die Verantwortlichen
Ferner mahnte Boele in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa den
Aufbau eines vollständigen Systeminventars an, um überhaupt erst
Transparenz darüber zu schaffen, wo und in welchen Versionen
PHP-Komponenten im eigenen Netzwerk im Einsatz sind. Da PHP auf einem
Großteil der weltweiten Webserver läuft, sei das Risiko durch die
Schwachstelle, die als Einfallstor für Angriffe auf interne Netzwerke
dienen kann, weiterhin als hoch einzustufen.
23 Oct 2026
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