# taz.de -- Cambridge-Analytica-Skandal: Meta soll 25 Milliarden Dollar zahlen
> Es ist die höchste Strafe, die je gegen den Facebook-Konzern verhängt
> wurde – und ein Warnsignal an die Tech-Konzerne. Meta kündigt Berufung
> an.
(IMG) Bild: Der Fall Cambridge Analytica kommt heute vorerst zu einem Ende
ap | Ein Gericht in den USA hat im Datenschutz-Skandal um die Analysefirma
Cambridge Analytica die bisher höchste Geldstrafe jemals gegen den
Facebook-Mutterkonzern Meta verhängt – 25 Milliarden Dollar. „Das Verhalten
von Facebook war vorsätzlich, und Führungskräfte haben die Nutzer
durchgehend über die Funktionsweise der Plattform getäuscht“, schrieb
Bezirksrichter Francis Mathew in seinem Urteil vom Mittwoch. „Facebook
versprach den Nutzern, dass sie die [1][Kontrolle über ihre Daten] hätten.
Das war falsch.“ Meta kündigte Berufung gegen das Urteil an.
Der Generalstaatsanwalt von New Mexico, Raúl Torrez, sprach von „einem der
höchsten, wenn nicht dem höchsten Urteil auf Bundesstaatenebene gegen ein
Unternehmen in der amerikanischen Geschichte“. Das Urteil solle anderen
Tech-Unternehmen eine Warnung sein, dass New Mexico sie weiter zur
Rechenschaft ziehen werde. „Dieses Urteil sollte ein Signal sein, eine
unmissverständliche Botschaft, an Silicon Valley.“
Geschworene waren zu dem Schluss gekommen, dass Meta Facebook-Nutzer über
den Datenschutz und den Umgang mit Inhalten in die Irre geführt habe. Meta
wurde in dem Verfahren für mehr als 43 Millionen Verstöße gegen
Verbraucherschutzgesetze in New Mexico verantwortlich gemacht.
Hintergrund war der [2][Skandal um die Analysefirma Cambridge Analytica],
die Daten von rund 87 Millionen Facebook-Profilen, die aus den Ergebnissen
einer Umfrage stammten, für gezielte politische Werbung zur US-Wahl 2016
genutzt hatte.
## Meta: Hohe Strafe verfassungswidrig
New Mexico hatte eine Strafe zwischen 35 und 40 Milliarden Dollar
angestrebt und argumentiert, nur eine solch hohe Summe könne zu einer
Veränderung bei Facebook beitragen. Die Anwälte von Meta erklärten
hingegen, der Konzern würde nicht mehr als 3,4 Milliarden zahlen. Eine
[3][Strafe in zehnfacher oder noch höherer Höhe] würde gegen den Grundsatz
eines fairen Verfahrens verstoßen, wäre verfassungswidrig und würde einer
Überprüfung in der Berufungsinstanz nicht standhalten, erklärten sie.
Meta argumentierte, die Staatsanwaltschaft in New Mexico habe nicht
nachweisen können, dass wirklich irreführende Aussagen zum Datenschutz
getroffen worden seien oder dass die Moderation von Inhalten den Einwohnern
von New Mexico tatsächlich geschadet habe.
Gemäß der [4][Verfassung von New Mexico] fließen Geldbußen für Verstöße
gegen Verbraucherschutzgesetze in die staatlichen Bildungsausgaben.
„Möglicherweise haben wir damit den Bau von Schulen für die nächsten 100
Jahre finanziert“, sagte Torrez. Er räumte jedoch ein, dass das Geld durch
Metas Berufung vorerst gebunden sein dürfte.
Während eines Berufungsverfahrens würden Zinsen auf die Geldbuße anfallen,
doch gleichzeitig könnte sich die Anzahl der Meta zur Last gelegten
Verstöße und damit auch die Höhe der Strafe verringern.
22 Oct 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Datenhaendler-in-der-Big-Data-Oekonomie/!5895434
(DIR) [2] /DSGVO-Tod-durch-1000-Schnitte/!6130079
(DIR) [3] /Milliarden-Vergleich-von-Meta-in-den-USA-Was-bedeutet-die-Einigung-Die-wichtigsten-Fragen-und-Antworten/!6207636
(DIR) [4] https://www.sos.nm.gov/wp-content/uploads/2025/01/NM_Constitution_-2025-for-SOS.pdf
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