# taz.de -- Berlin Science Week: Glamouröse Wissenschaft
       
       > Anfang November tagt die Berlin Science Week unter dem Motto „In Touch“.
       > Auch eine Vorstellung, die Drag und Wissenschaft vereint, ist geplant.
       
 (IMG) Bild: Velvette Teddy, Moderatorin von Queens of Science
       
       Glamour und Gehirn – was wie ein grundsätzlicher Gegensatz wirkt, trifft
       auf der am Sonntag startenden [1][Berlin Science Week] erstmals
       aufeinander. In der Vorstellung „[2][Queens of Science“] (7. 11., 21.30
       Uhr, Miriam Makeba Auditorium) begeben sich vier Dragqueens zusammen mit
       ihrem Publikum auf eine Reise durch die spannendsten wissenschaftlichen
       Themen.
       
       „Queens of Science“ beschäftigt sich unter anderem mit dem menschlichen
       Gehirn, Sex und KI. Statt trockener Vorträge und monotoner Dialoge erhebt
       die Show den Anspruch, das eigene Wissen mit dem Publikum zu teilen, statt
       von oben herab zu belehren. Neugier hervorzurufen, das Publikum abzuholen
       und Wissenschaft als etwas darzustellen, was für alle zugänglich und
       verständlich sein kann.
       
       „Oft stehen sowohl Drag-PerformerInnen als auch WissenschaftlerInnen als
       AußenseiterInnen dar. Sie seien komisch, doch dabei sind sie meistens nur
       authentisch in dem, was sie tun“, erzählt Sara Verstraeten,
       Geschäftsführerin von KOI, einem belgischen Unternehmen im Bereich der
       Wissenschaftskommunikation, das das Projekt ins Leben gerufen hat.
       
       Für sie bilden Drag und Wissenschaft keinen Gegensatz, sondern stattdessen
       eine Möglichkeit, Entertainment und Wissen zusammenzuführen. „In vielen
       Kunstformen ist Kritik sehr üblich. Beim Drag hingegen werden
       PerformerInnen oft nur bejubelt. Deshalb möchte ich diesen Raum nutzen, um
       über Dinge zu sprechen, die uns alle betreffen.“ Auch geht mit der
       Verwirklichung des Projekts für Sara, als großer Dragshow-Fan, ein
       persönlicher Traum in Erfüllung.
       
       ## Mit Wissen geschult
       
       Auch die Dragqueens selbst kommen nicht aus dem wissenschaftlichen Bereich,
       sondern wurden spezifisch für die Performance mit Wissen geschult. Obwohl
       die PerformerInnen durchaus erfahren sind, sei es eine ganz besondere
       Herausforderung gewesen, den wissenschaftlichen Aspekt zu integrieren,
       erzählt die belgische Dragqueen Velvette Teddy, die die Show leitet und
       moderiert.
       
       Sie hat auch die restlichen PerformerInnen rekrutiert, mit denen sie schon
       mehrfach gemeinsam aufgetreten ist. Gemeinsam mit den GeschäftsführerInnen
       von KOI wurde die zweistündige Show auf die Beine gestellt. „Uns war es
       wichtig, dass wir die Show mitgestalten. Denn KOI kennt sich zwar aus mit
       Wissenschaft, aber wir kennen uns aus mit Drag und mit Performance“, sagt
       Teddy.
       
       Der eigene Anspruch an die Show sei einfach: „Wenn wir es schaffen, auch
       nur eine Person aus dem Publikum abzuholen und Neugier zu wecken, dann habe
       ich mein Ziel erreicht“, so Velvette Teddy. Sie ergänzt: „[3][Die
       Wissenschaft wird immer bunter und diverser], mehr Frauen, queere und
       POC-Personen sind WissenschaftlerInnen. Das eröffnet ganz neue
       Möglichkeiten und Perspektiven.“
       
       Nachdem Ende letzten Jahres mit der Planung begonnen wurde, fand die
       Premiere der Show im Mai in Brüssel statt und war, so Teddy, ein voller
       Erfolg. „Nach der Show kamen WissenschaftlerInnen zu uns und lobten uns für
       unsere Genauigkeit bei den Themen. So ein Feedback von ExpertInnen zu
       bekommen, bedeutet uns natürlich viel. Ich hoffe, dass wir das wieder
       erreichen können.“ Nach der Berlin Science Week sind weitere Shows, unter
       anderem in Mailand, geplant.
       
       Die Show ist von und für die [4][LGBTQIA+]-Community produziert –willkommen
       sind aber alle über 18. Die einzigen Voraussetzungen sind, laut den
       VeranstalterInnen, Respekt, Offenheit und Neugier mitzubringen. Wie jedes
       Jahr sind das Festival und ein Großteil der Veranstaltungen kostenlos, nur
       der 3-Tages-Festivalzentrum-Pass muss auf der Webseite oder vor Ort
       erworben werden.
       
       Die Berlin Science Week findet vom 1. bis zum 10. November 2026 zum
       mittlerweile elften Mal statt. Ausgerichtet wird sie von der Falling Walls
       Foundation, die das [5][Festival 2016 ins Leben gerufen hat.] Unter dem
       Motto „In Touch“ betrachtet das Festival, wie Forschung Menschen und deren
       Leben berührt und zusammenbringt und stellt die Frage, inwiefern
       Wissenschaft etwas sehr Persönliches sein kann. Mit rund 300
       Veranstaltungen an mehr als 120 Orten öffnet das Festival verschiedenste
       Türen der Stadt: Bibliotheken, Museen, Universitäten – und macht damit
       nationale und internationale Forschung in ganz Berlin zugänglich.
       
       30 Oct 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://berlinscienceweek.com/de
 (DIR) [2] https://www.hkw.de/en/programme/berlin-science-week-2026/queens-of-science-a-science-theatre-drag-show
 (DIR) [3] /Jurist-ueber-Diversitaet-in-Wissenschaft/!6222814
 (DIR) [4] /Gender/!t5008323
 (DIR) [5] /Wissenschaft-im-November/!5348171&s=berlin+science+week/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Lilly Mayer
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Wissenschaft
 (DIR) Drag
 (DIR) Schwerpunkt LGBTQIA
       
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