# taz.de -- GKV zu Wartezeiten der Versicherten: Schnelle Termine denen, die sie brauchen
       
       > Der Verbandschef der Kassen (GKV) sieht in der Ungleichbehandlung von
       > gesetzlich und privat Versicherten eine „himmelschreiende
       > Ungerechtigkeit“.
       
 (IMG) Bild: 75 Millionen Menschen sind gesetzlich versichert und bekommen weniger schnell einen Termin als Privatversicherte
       
       dpa | Gesetzlich Versicherte sollen nach Ansicht des Spitzenverbands der
       gesetzlichen Krankenkassen bei der Vergabe von Arztterminen bessergestellt
       werden. „Wir müssen den Zugang zur ambulanten Versorgung so organisieren,
       dass Termine nach medizinischem Bedarf vergeben werden und nicht danach,
       wie jemand versichert ist“, sagte der Vorstandsvorsitzende des
       GKV-Spitzenverbandes, Oliver Blatt, den Funke Medien.
       
       [1][75 Millionen Menschen seien gesetzlich versichert] und finanzierten
       damit den allergrößten Teil der ärztlichen Honorare. Trotzdem würden sie
       bei der Terminvergabe häufig benachteiligt. Das sei eine „himmelschreiende
       Ungerechtigkeit“.
       
       Schon früher hatte der Spitzenverband erklärt, [2][um Gerechtigkeit
       herzustellen], brauche es eine tagesaktuelle Plattform, in die alle Praxen
       einen festen Anteil ihrer Termine einstellen. Und dann sollte auch nicht
       mehr gefragt werden dürfen, ob man gesetzlich oder privat versichert sei.
       
       Kanzler Friedrich Merz (CDU) hatte vor knapp einem Monat gesagt, wenn sich
       der Eindruck verfestige, dass privat Versicherte sofort jede Leistung
       bekämen und gesetzlich Versicherte Wochen und Monate warten, sei das „ein
       Gerechtigkeitsproblem“. GKV-Chef Blatt sagte nun, Ärzte sollten weiterhin
       Privatpatienten behandeln – aber nicht automatisch bevorzugen. „Ein
       gesetzlich Versicherter sollte nicht allein deshalb zwei Wochen länger
       warten müssen.“
       
       ## GKV-Chef gegen Begriff Zweiklassenmedizin
       
       Blatt sagte, er halte nichts vom Begriff Zweiklassenmedizin. „Im
       Krankenhaus und von den allermeisten Ärzten werden gesetzlich Versicherte
       genauso gut behandelt wie Privatpatienten, teilweise ist für sie sogar die
       Abrechnung einfacher“, sagte er. Die [3][Ungleichbehandlung zeige sich vor
       allem bei den Wartezeiten auf Arzttermine.]
       
       Am Freitag hatte sich der Chef der Techniker Krankenkasse, Jens Baas, für
       den Umbau des dualen Systems mit gesetzlichen und privaten
       Krankenversicherungen ausgesprochen. Private und gesetzliche
       Krankenversicherung sollten abgeschafft werden. In einem neuen System
       sollte dann das Beste aus beiden Welten genutzt werden.
       
       17 Oct 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Reform-der-Gesetzlichen-Krankenkassen/!6164562
 (DIR) [2] /Debatte-um-Krankenversicherung/!6215440
 (DIR) [3] /Zugang-zu-Arztterminen/!6141017
       
       ## TAGS
       
 (DIR) GKV
 (DIR) Krankenversicherung
 (DIR) Krankenkassen
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Termine beim Hausarzt: Die Diagnose lautet Überlastung
       
       Weniger Geld und bald möglicherweise mehr Arbeit: Die Gesundheitsreformen
       setzen Deutschlands Hausarztpraxen unter Druck. Es drohen längere
       Wartezeiten.
       
 (DIR) Finanznot der Krankenkassen: Milliardenklage gegen den Bund
       
       Die Krankenkassen sind klamm. Auch, weil sie gesamtgesellschaftliche
       Aufgaben, wie die Versorgung von Bürgergeldempfängern mitfinanzieren. Nun
       klagen sie.
       
 (DIR) Neue Studie zur Krankenversicherung: Mythos Privatkasse
       
       Private Krankenkassen gelten oft als Luxusclub. Würden alle
       Privatversicherten in die gesetzliche Kasse wechseln, müssten alle weniger
       zahlen.