# taz.de -- Erdoğan kapert Halk TV: Ab jetzt nur noch Propaganda der türkischen Regierung
       
       > In der Türkei wurde im Zuge einer Razzia der Sender Halk TV unter
       > Zwangsverwaltung gestellt. Gewerkschaften und Opposition verurteilen das
       > Vorgehen.
       
 (IMG) Bild: Ab jetzt nur noch Erdoğan-TV bei Halk (Archivbild, 2023)
       
       dpa | In der Türkei ist der oppositionsnahe Sender Halk TV durchsucht und
       nach eigenen Angaben unter Zwangsverwaltung gestellt worden. Hunderte
       Polizisten seien am Morgen in das Gebäude eingedrungen und hätten der
       Belegschaft den Zutritt zum Gebäude verwehrt, teilte der Sender auf seiner
       Webseite mit. Im Zuge dessen sei die Sendung unterbrochen und der Kanal
       unter Zwangsverwaltung gestellt worden, hieß es.
       
       Grund für die Razzia sei die Entscheidung eines Strafgerichts, die
       Unternehmen von Halk-TV-Vorstandschef, Cafer Mahiroğlu, zu beschlagnahmen,
       berichtete die oppositionsnahe Nachrichtenagentur Anka unter Berufung auf
       die Staatsanwaltschaft Istanbul. Im Rahmen der Ermittlungen wegen
       „Bestechung, Ausschreibungsbetrug und Geldwäsche“ seien 17 Personen zur
       Fahndung ausgeschrieben und 11 von ihnen festgenommen worden.
       
       Mahiroğlu erklärte in einem Video auf X, alle Vorwürfe gegen ihn seien
       haltlos. Er sagte, die Justiz als Waffe zu verwenden, sei der größte
       Schaden, der der Türkei zugefügt werden könne.
       
       ## Willkürliches Vorgehen
       
       Oppositionsführer Özgür Özel von der Yeni Parti erklärte auf X, die Partei
       stehe an der Seite von Halk TV, [1][der Pressefreiheit] sowie der
       Angestellten und ihren Familien. Eine Polizeirazzia bei einem Fernsehsender
       im Morgengrauen und die Einsetzung eines Zwangsverwalters seien Maßnahmen,
       „wie sie nur Diktatoren ergreifen würden“, schrieb Özel.
       
       Die türkische Journalistengewerkschaft TGS verurteilte das Vorgehen
       ebenfalls und bezeichnete die Entscheidung als „willkürlich“. Die Presse
       sei frei und [2][dürfe nicht zensiert werden], schrieb die Gewerkschaft auf
       X.
       
       14 Oct 2026
       
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