# taz.de -- Oberbayern: Suche nach Puma mit Wärmebilddrohnen
> Spaziergänge vermeiden, Kinder nicht aus den Augen lassen: Ein
> Nachtsichtgerät soll einen Puma gezeigt haben. Was ist da unterwegs?
(IMG) Bild: Eigentlich nicht heimisch in Oberbayern: der Puma
dpa | Mit Wärmebilddrohnen, einem Hubschrauber und Hunden durchkämmen
Polizistinnen und Polizisten ein Naturschutzgebiet in der Nähe des Münchner
Flughafens. Eine Beobachtung eines Jägers hat das Landratsamt Erding zu
einer Warnung veranlasst: Eine Raubkatze könnte durch das Gebiet bei
Oberding (Landkreis Erding) streifen – womöglich ein Puma. Was bisher
bekannt ist – und was nicht.
## Streift da wirklich ein Puma durchs Moos?
Das ist bisher nicht sicher geklärt. [1][Die Vermutung der Behörden] beruht
auf der Einschätzung eines nicht namentlich genannten Experten, der
Aufnahmen aus der Wärmebildkamera eines Jägers vom Dienstagabend analysiert
hatte. Das Landratsamt Erding sprach zuletzt von einer „Raubkatzensichtung“
und schränkte ein: „Nach wie vor ist nicht klar, um welche Tierart es sich
handelt. Die Untersuchungen zur Bestimmung des Tieres dauern an.“
Kreisjägerchef Thomas Schreder sagte der dpa auf Anfrage, er sei sich nach
Betrachtung der Aufnahmen zumindest ziemlich sicher, dass es sich bei dem
Tier nicht um eine heimische Raubkatze wie zum Beispiel einen Luchs
handelt. Die Bilder sollen laut Landratsamt „in Zusammenarbeit mit
Expertinnen und Experten“ weiter analysiert werden.
## Wie könnte ein Puma dorthin gelangt sein?
[2][Darüber rätseln auch die zuständigen Behörden.] „Zu einem etwaigen
Halter des Tieres gibt es keine neuen Erkenntnisse“, teilte das Landratsamt
zuletzt mit. Im nahe gelegenen Hallbergmoos gastiert diese Woche zwar ein
Zirkus. Der besitzt nach eigenen Angaben aber keine Raubkatzen. Auch ein
Tierheim in Oberdinger Moos bekam laut der Leiterin am Mittwoch einen Anruf
von der Polizei wegen der Frage nach einem vermissten Puma – doch die
Einrichtung hält die Tiere nach eigenen Angaben schon seit vielen Jahren
nicht mehr.
Die Auffangstation für Reptilien in München hätte nach Auskunft einer
Sprecherin zwar Kapazitäten, um einen Puma aufzunehmen – hatte aber zuletzt
kein solches Tier in Betreuung, das jetzt vermisst würde. Private Halter
müssten einen Puma eigentlich bei der örtlichen Gemeinde melden. Auch in
diese Richtung ergaben sich zunächst aber keine konkreteren Hinweise.
Heimisch ist der Puma in Bayern jedenfalls nicht: Die Weltnaturschutzunion
IUCN benennt als Lebensräume des Pumas Nord-, Mittel- und Südamerika.
## Wurde nach der Beobachtung irgendetwas gefunden?
Nein. Die Polizei setzte am Mittwochabend neben Beamten auch Hubschrauber
und Wärmebilddrohnen ein, um das Tier zu finden. Entdeckt wurden aber weder
ein Puma noch Spuren oder eine Beute, die einer Raubkatze zuzuordnen wären.
Bisher stützen sich die meisten Erkenntnisse der Behörden also weiter auf
die Auswertung der Aufnahmen aus der Wärmebildkamera.
In der Nacht auf Donnerstag habe es lediglich einen Fehlalarm gegeben, wie
das Polizeipräsidium Oberbayern Nord mitteilte. Der Mitarbeiter eines
Sicherheitsdienstes habe ein verdächtiges Tier auf einem Kamerabild
gesehen. Ein Hubschrauber wurde zur näheren Untersuchung geschickt, fand
aber keine Großkatze. Das dort gesehene Tier sei wohl nur eine Hauskatze
gewesen.
## Wie geht die Suche jetzt weiter?
Die Polizei setzt am Donnerstag bei der Raubkatzen-Suche auf Hunde. Zwei
Hundeführer mit ihren Schäferhunden sind bei Oberding laut Polizei aktuell
im Einsatz – vor allem um etwaige Beute oder Beuteteile des Tieres zu
finden. Insgesamt habe man derzeit rund 15 Beamte vor Ort und 6 im
Innendienst, die sich mit der Suche beschäftigen.
Bei der Suche nehme man natürlich Rücksicht auf das Naturschutzgebiet und
die dort lebenden Tiere, betonte der Leiter der Polizeiinspektion Erding,
Sebastian Pinta. Die Hunde seien angeleint und würden punktuell suchen –
ausgehend vom Ort der Sichtung.
## Was bedeutet das für die Menschen in der Region?
Die Bevölkerung wurde vom Landratsamt aufgerufen, Vorsicht walten zu
lassen. Wer das Tier sehe oder andere Erkenntnisse über den Aufenthaltsort
habe, soll sich sofort bei der Polizei in Erding melden. Die Menschen in
der Region wurden aufgerufen, Hunde nicht frei laufen zu lassen. „Und
lassen Sie kleine Kinder nicht unbeaufsichtigt spielen“, teilte das
Landratsamt auf Facebook mit.
Der Vorsitzende des Kreisjagdverbands, Thomas Schreder, riet dazu, Ruhe zu
bewahren: „Panik ist sicher nicht angebracht.“ Falls es sich wirklich um
einen Puma handle, sei das aber „eben auch kein ungefährliches Tier“. Wer
seinen Hund ohne Leine in dem Gebiet laufen lasse, provoziere
möglicherweise „das, was wir nicht wollen – einen Konflikt“. Daher sollten
Hundebesitzer ihre Tiere angeleint lassen.
„Bitte nicht aktiv nach dem Tier suchen und stattdessen die Behörden ihre
Arbeit machen lassen“, sagte Schreder zudem. „Nachts würde ich das Gebiet
auch für Spaziergänge erst mal eher meiden.“
8 Oct 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.polizei.bayern.de/aktuelles/pressemitteilungen/109622/index.html
(DIR) [2] /Loewin-bei-Kleinmachnow-gesichtet/!5948646
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