# taz.de -- Bürgerkrieg in Mali: Regierungstruppen erobern die Stadt Kidal zurück
       
       > Tuareg-Rebellen haben sich aus der nordmalischen Stadt zurückgezogen, die
       > sie vor fünf Monaten erobert hatten. Es ist ein großer symbolischer Sieg
       > für die Regierung.
       
 (IMG) Bild: Sturmgewehre von Kämpfern der Front de libération de l’Azawad (FLA) liegen in der Stadt Kidal im Norden Malis auf dem Boden
       
       Die malischen Streitkräfte haben nach Angaben der Übergangsregierung die
       nordmalische Stadt Kidal zurückerobert. Die Stadt war vor fünf Monaten von
       Tuareg-Separatisten der Azawad-Befreiungsfront (FLA) und der mit al-Qaida
       verbundenen Gruppe Jama'at Nusrat al-Islam (JNIM) [1][eingenommen worden].
       An der Rückeroberung seien Luft- und Bodentruppen sowie die russische
       paramilitärische Einheit Afrikakorps beteiligt gewesen, sagte
       Regierungssprecher Issa Ousmane Coulibaly im Staatsfernsehen.
       
       Die Regierung in Bamako teilte mit, die Truppen würden ihre Präsenz
       verstärken, um ‌die Rückkehr der öffentlichen Verwaltung zu ermöglichen.
       Die Separatistengruppe Befreiungsfront von Azawad (FLA) erklärte, der Abzug
       sei eine Reaktion auf Luftangriffe der malischen Armee und russischer
       Kräfte. Es handele sich um eine vorübergehende Maßnahme, um die eigenen
       Kräfte zu schonen.
       
       Mali wird seit mehr als einem Jahrzehnt von islamistischen Kämpfern sowie
       einem [2][Aufstand der Tuareg im Norden] geplagt. Die Militärregierungen in
       Mali, Burkina Faso und Niger haben sich in den vergangenen Jahren von
       westlichen Partnern abgewandt und Russland um Unterstützung im Kampf gegen
       die Extremisten gebeten.
       
       Das Afrikakorps hat die russische Söldnergruppe Wagner ersetzt und arbeitet
       mit dem malischen Militär zusammen. Die malische Armee hatte sich im April
       aus Kidal zurückgezogen, nachdem es im ganzen Land zu einer Reihe von
       Angriffen gekommen war, bei denen Verteidigungsminister Sadio Camara
       getötet wurde.
       
       Der Sahel-Experte Rida Lyammouri bezeichnete die Rückeroberung von Kidal
       als „großen symbolischen Sieg für die Zentralregierung“.
       
       Die Bundeswehr hatte ‌ihren jahrelangen Einsatz im Rahmen der UN-Mission
       ⁠Minusma in Mali [3][Ende 2023 beendet], nachdem sich die Beziehungen zur
       Junta zunehmend verschlechtert hatten. Eine Analystin ‌bezeichnete die
       Einnahme von ‌Kidal als „symbolisch“, aber nicht als „entscheidend“ im
       Kampf gegen die Aufständischen. (ap/rtr)
       
       7 Oct 2026
       
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