# taz.de -- Nord-Süd-Kommission: Gremium stellt prominente Mitglieder vor
       
       > Die nun 20-Köpfige neu eingesetzte Nord-Süd-Kommission soll Vorschläge
       > für die entwicklungspolitische Zusammenarbeit weltweit entwickeln.
       
 (IMG) Bild: Pressekonferenz mit Olaf Scholz und Laura Chinchilla Miranda zur Vorstellung der Entwicklungspolitischen Nord-Süd Kommission
       
       afp/epd | Der frühere Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und die [1][ehemalige
       costaricanische Laura Chinchilla] haben die Mitglieder der neu
       eingerichteten Entwicklungspolitischen Nord-Süd-Kommission vorgestellt. Zu
       den Mitgliedern zählen der Weltbank-Präsident Ajay Banga, die ehemalige
       Premierministerin des Senegals, Aminata Touré, der frühere Chef von USAID
       und derzeitige Leiter der entwicklungspolitischen Organisation One, Mark
       Green, der kongolesische Menschenrechtler und Friedensnobelpreisträger
       Denis Mukwege, die Chefin der Welthandelsorganisation WTO, Ngozi
       Okonjo-Iweala, sowie der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Hermann
       Gröhe.
       
       Die Kommission will unter anderem mit den Finanzierungsbedingungen von
       Staaten, Künstlicher Intelligenz (KI) und dem Klimawandel befassen, wie
       Scholz und Chinchilla am Montag in Berlin mitteilten.
       
       [2][Scholz und Chinchilla haben gemeinsam den Vorsitz der Kommission inne].
       Ihr „gehören Führungspersönlichkeiten internationaler Organisationen sowie
       Vertreterinnen und Vertreter aus allen gesellschaftlichen Bereichen an, die
       herausragende Expertise zu zentralen Fragen der internationalen
       Zusammenarbeit einbringen“, erklärte der Ex-Kanzler. Es seien jeweils zur
       Hälfte Frauen und Männer, die überwiegend aus dem globalen Süden stammten.
       
       Ein erstes Treffen der Kommission werde es in Kürze in Bangkok geben, sagte
       Scholz auf einer Pressekonferenz. Dort werde die Kommission ihre
       Schwerpunkte und ihr Arbeitsprogramm festlegen. Es würden dann mehrere
       Sitzungen immer in verschiedenen Weltregionen stattfinden. Ein erstes
       Zwischendokument ist für Mitte 2027 geplant. Bis Ende 2028 werden die
       Mitglieder gemeinsam Vorschläge für eine neue entwicklungspolitische
       Kooperation erarbeiten.
       
       ## Themen sind Finanzen, KI und Klimawandel
       
       Als eines der Themen der Nord-Süd-Kommission nannte Scholz den Bereich
       Finanzen. „Wir werden uns auseinandersetzen müssen mit den
       Finanzierungsbedingungen von Staaten, auch von Unternehmen“, sagte er. Das
       sei für viele Länder eine große Herausforderung. „Manche sind ja auch nicht
       in der Lage, ihre staatlichen Schulden vernünftig zu bedienen. Die Zinsen,
       die dafür aufgebracht werden müssen, sind exorbitant“, führte Scholz aus.
       
       Als weitere Themen nannte Chinchilla KI und den Klimawandel, aber auch die
       Rechte von Frauen, die Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.
       
       Die unabhängige Nord-Süd-Kommission, deren Einrichtung im Koalitionsvertrag
       von Union und SPD vereinbart wurde, wurde im Juni eingesetzt. Sie [3][steht
       in der Tradition der Unabhängigen Kommission für Internationale
       Entwicklungsfragen], die der frühere Bundeskanzler und
       Friedensnobelpreisträger Willy Brandt von 1977 bis 1983 leitete. Sie
       analysierte die zunehmenden wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheiten
       zwischen den Ländern des globalen Nordens und Südens. Die sogenannte
       Brandt-Kommission erarbeitete zwei vielbeachtete Berichte.
       
       5 Oct 2026
       
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