# taz.de -- Die Wahrheit: Škoda, Škoda!
       
       > Die Tschechienwoche der Wahrheit: Legendär und absolut clever ist der
       > Trapez-Eiskratzer aus der böhmischen Autoschmiede.
       
       Jetzt, da die lauen Frühherbsttage uns knallhart verlassen, muss ich wieder
       an ihn denken. Was für ein Teil! Einfach clever. Und aus Tschechien. Der
       Großvater meines Mannes, genannt Opa Hannover, soll so einen besessen
       haben: einen Škoda-Trapez-Eiskratzer in der Tankklappe des Wagens.
       
       Mit dem Škoda-Trapez-Eiskratzer ließ sich nicht nur frühmorgens fröstelnd
       und im Stockdunklen gefrorener Schnee wegbimsen, der
       Škoda-Trapez-Eiskratzer diente gleichzeitig „als Lupe“ für was auch immer
       und als „Reifenprofilmesser für eine einfache
       Reifenprofilverschleißprüfung“, wie das Internet weiß. Ti Češi jsou
       neuvěřitelní – Wahnsinn, diese Tschechinnen und Tschechen!
       
       Ob der Škoda-Trapez-Eiskratzer in der Tankklappe noch in neue
       VW-Automodelle eingebaut wird? Nichts anderes als eine pure Tochterfirma
       des taumelnden Wolfsburger Käfers ist nämlich die altehrwürdige Firma Škoda
       aus Mladá Boleslav, nicht weit von Prag gelegen. Einst gründeten sie Ende
       des 19. Jahrhunderts der Buchhändler Václav Clement und der Schlosser
       Václav Laurin, beide Fahrradfreaks. Crowdfunding-Penunzen für den einstigen
       Zweiradbauer gab es dann vom Industriellen Emil Ritter von Škoda. Rozdání,
       Deal!
       
       Was soll ich sagen, was sagt „Laura, Ihre Škoda KI‑Assistentin“?, die ich
       drzé, also keck, frage: „Ist der Škoda-Trapez-Eiskratzer noch in den
       aktuellen Škoda-Autos eingebaut?“ – „Ja, der Eiskratzer ist weiterhin in
       aktuellen Škoda-Modellen verfügbar“, frohlockt der Digi-Autoengel. „Er
       befindet sich entweder im Tankdeckel oder direkt in der Heckklappe.“ Dobře,
       alles klärchen!
       
       ## „Schade“ auf Tschechisch
       
       Heißt also, ich könnte jederzeit radelnd einen Škoda-Händler in Deutschland
       aufsuchen und dort mit der Lupe des Škoda-Trapez-Eiskratzers den
       Škoda-Trapez-Eiskratzer unter die Lupe nehmen. Fantastické.
       
       Warum dafür nicht einen Abstecher in die so steinalten wie rechtslastigen
       neuen Bundesländer wagen? Auf zum Beispiel ins Autohaus Škoda, denn „škoda“
       heißt „schade“ auf Tschechisch, und das Autohaus Schade liegt im
       mecklenburgischen Neustrelitz und ist – ja, genau: Škoda-Vertragshändler.
       So ein Trapez-Eiskratzer-Zufall aber auch! Fantastické. Wie die wohl im
       Neustrelitzer-Vierradhaus ticken? Wir haben auf die Schnelle keine
       Ferndiagnose gemacht, eigentlich škoda.
       
       Müssen wir also vorbeiradeln und uns den Škoda-Trapez-Eiskratzer persönlich
       besehen. Ein letztes Mal: Fantastické! Und unter diesen Text hier, jetzt,
       wo wir an sein Ende angelangt sind, setzen wir ein „Háček“, ein
       tschechisches Häkchen, das im „bundesdeutschen Hochdeutsch“, wie es
       Wikipedia hochvornehm tituliert, „das Hatschek“ heißt, im Österreichischen
       aber „der Hatschek“.
       
       Sachen gibt’s, da ist der Škoda-Trapez-Eiskratzer nichts dagegen. Konec.
       Ende.
       
       8 Oct 2026
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Harriet Wolff
       
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