# taz.de -- Die Wahrheit: So schnell kann es gehen
       
       > Bereits Freitag in einer Woche wird uns die KI flächendeckend rausgeKIckt
       > haben. Aus allem und jedem.
       
 (IMG) Bild: Nur noch zehn Tage, dann hat uns dieser KI-Agent im Sack
       
       Jetzt ist es raus: Wir werden es nicht mehr schaffen bis zum Tag der
       Deutschen Einheit. Ob Ost, ob West, ob unvereint oder unerwartet vereint –
       wir kommen bis zum Samstag, dem 3. Oktober, nicht mehr zusammen, egal, wie
       dolle lieb wir uns plötzlich alle doch noch haben sollten, egal, wie wer
       was gewählt hat oder nicht oder haben wird. Denn, so hat es uns kürzlich
       der noch frisch geschlüpft wirkende britische KI-Entwickler Jacob Coxon aus
       den von oben bis unten und nach rechts sowie links total Unvereinigten
       Staaten sinngemäß im Werbeauftrag seines alten wie vielleicht auch neuen
       Arbeitgebers Anthropic getweetet: Bis Freitag in einer Woche, wörtlich:
       „bis zum Ende der Dekade“, sind wir nach Adam-und-Eva-KI-Riese wohl alle
       mausetot. Also spätestens am 25. September. Denn eine Dekade, das sind auf
       der Kurzstrecke des Lebens nur ganze zehn Tage oder in Papier ausgedrückt:
       zehn Bogen davon und nicht zehn Jahre Print.
       
       Warum das so ist? Fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Apothekerin, denn die
       Risiken und Nebenwirkungen von künstlicher, kurz K, und Intelligenz, kurz
       I, sind uns allen hinlänglich bekannt, da braucht es kein Fachpersonal mehr
       für die Aufklärung. Wo kämen wir bloß hin, nicht nötig, da haben wir doch
       alle längst unsere fundierte Meinung dazu. Stopp, Spaß beiseite! Es ist
       schon ernst. Denn unsere letzten, globalgemeinsamen zehn Tage werden hart.
       Wir gehen da zusammen durch, okay?
       
       Punkt eins auf der Dekaden-Agenda der KI-Agenten … – Agentinnen scheint es
       noch keine zu geben, warum eigentlich? WeggeKIckt von dicken, alten weißen
       Agenten mit der Nummer 01017? Wahrscheinlich. Also Punkt eins: Pleite
       werden wir alle schon, je nach Kontostand oder Sparstrumpf, sofort, also am
       Dienstagabend oder spätestens Donnerstagfrüh dieser Woche sein. Warum? Ganz
       einfach, die, in welcher Programmierbude auch immer, ausgebrochenen Agenten
       wildern wie wild ab dieser Sekunde in jeglichem nur denkbaren Bestell- und
       Lieferservice dieser ungeschützt analog tickenden Welt herum.Einmal eine
       Pizza Hawaii und einen schicken Sportschuh beim flinken ZalandoeatsUber
       bestellt? Oder nur darüber nachgedacht und dann noch nicht gemacht, weil
       wahlweise kein Geld dafür oder leckeres Essen einfach selbst gekocht oder
       eben in den ausgetretenen Latschen weitergelaufen?
       
       ## Betrug mit Pizza
       
       Tja. Am Mittwoch sind jedenfalls für jeden und jede von uns je mindestens
       345.890.115 Pizza Hawaii bestellt, abgebucht, aber nicht ausgeliefert an
       unsere jeweilige Wunschnachbaradresse. Sauerei, Geld weg, Ware nicht
       geliefert, das ist der wahre KI-Skandal 2.0! Und wir alle müssen trotz
       dieses unfassbaren Betrugs, Stand eben gerade sind wir 8.316.484.534
       Milliarden Menschen, den Löffel abgeben. Nicht schön. Und es kommt noch
       härter.
       
       Nicht nur, dass wir ab übermorgen sämtlich alle pleite sind. Wir werden
       auch nichts mehr zu lachen haben! Und das ist noch schlimmer, als nichts zu
       essen zu haben. Viel schlimmer! Zu trinken soll es wohl noch bis zum
       Wiesnbier-Anstich am kommenden Samstag geben – da können wir noch ein paar
       wenige Tage auf die KI zählen. Aber ab Montagfrüh wird auch hier Schluss
       sein, kein Wunder, denn so viel wie auf dem Münchner Oktoberfest am ersten
       Wiesnwochenende gestrullert wird, da kommt keine KI mit Biernachschub
       hinterher.
       
       ## Natürlich ganz schlimm
       
       Deshalb, so lautet im Übrigen die apokalyptische Vorhersage von KI-Coxton,
       wird das Anthropic-Sprachmodell Claude am nächsten Montag, sprich nach den
       Wahlen in Meck-Pomm und Berlin, weltweit „an der technologischen Grenze“
       Bier, Wein, Softdrinks und andere Quellen abknipsen. Das ist natürlich ganz
       schlimm, weil, wir erinnern uns: Spätestens diesen Donnerstag in der Früh
       sind wir sämtlich pleite; sehr bald ist der Kühlschrank leer, und die Pizza
       Hawaii kommt auch nicht wie nicht bestellt. Mit anderen Worten – wir sind
       heillos verratzt.
       
       Was können wir dagegen tun? Gibt es Licht am Ende des KI-Tunnels, der aber
       nur einen Eingang und eben keinen Ausgang hat? Wo bleibt die kühle Analyse?
       Fragen über Fragen. Claude?! Sind Sie das? Gibt es einen Hilfe-Button?
       Ende.
       
       15 Sep 2026
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Harriet Wolff
       
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