# taz.de -- Menopause: Wie sich Pflege und Hitzewallungen beeinflussen
> Die Wechseljahre können Frauen stark aus ihrem Alltag reißen. Wie dieser
> Alltag selbst die Beschwerden beeinflusst, ist wenig untersucht – bis
> jetzt.
(IMG) Bild: Pflegeroboter gibt es schon. Auf wechseljahresfreundliche Arbeitsbedingungen wartet die Welt noch
Menschen mit Eierstöcken kommen früher oder später in die Wechseljahre. Ihr
Körper produziert weniger vom Sexualhormon Progesteron, während der
Östrogenspiegel stark schwankt. [1][Rund 85 Prozent] von ihnen erleben
dabei mehr oder weniger intensive Beschwerden: von Hitzewallungen über
Schlaf- und Konzentrationsstörungen bis hin zu Depressionen und massiver
Erschöpfung.
[2][Oft intensivieren sich diese Symptome in den Jahren um die Menopause],
die im Schnitt auf das [3][51. Lebensjahr] fällt. Das ist zugleich ein
[4][Alter, in dem viele von ihnen Angehörige pflegen].
## Die Studie
Eine japanische Querschnittsstudie hat untersucht, wie sich soziales
Umfeld, Arbeitsverhalten und Lebensstil auf Wechseljahresbeschwerden
auswirken. Dafür wählten die Forscher*innen 1.980 biologische Frauen im
Alter von 45 bis 56 Jahren aus, die sich in der Perimenopause befanden – so
heißt die Zeit der Hormonumstellung bis ein Jahr nach der letzten
Monatsblutung. Neben verschiedenen Daten wie Body-Mass-Index (BMI) und
Berufstätigkeit wurde auch die Stärke der Wechseljahresbeschwerden erfasst.
Da die gemessene Symptomschwere auf einer subjektiven Einschätzung der
Teilnehmer*innen beruht, Büroangestellte der Mittelklasse
überrepräsentiert sind und es sich nur um eine Momentaufnahme handelt, ist
die Studie nur eingeschränkt repräsentativ und es lassen sich keine
Kausalitäten ableiten.
Dennoch lässt das Ergebnis aufhorchen: Pflegeverantwortung geht mit
stärkeren Beschwerden einher. Jene Studienteilnehmer*innen, die ältere
Angehörige außerhalb ihres eigenen Haushalts pflegten, hatten etwa
zweieinhalbmal so häufig mittelschwere bis schwere Symptome wie Frauen ohne
Pflegeverantwortung.
Zum Vergleich: Ein erhöhter BMI ging mit einer um 75 Prozent höheren
Häufigkeit solcher Symptome einher, Erwerbslosigkeit mit einer um 58
Prozent höheren. Nur [5][1,5 Prozent] der Befragten unterbrachen wegen
ihrer Beschwerden stundenweise ihre Arbeit oder ließen sich krankschreiben.
[6][In einer früheren britischen Studie] waren es 30 Prozent – davon
fühlten sich jedoch drei Viertel unwohl damit, ihren Vorgesetzten die
Ursache ihrer Symptome zu nennen.
## Was bringt's?
Die Ergebnisse sind auch vor dem Hintergrund interessant, dass in Japan
jedes Jahr schätzungsweise [7][75.000 Frauen*] ihren Job für Care-Arbeit
aufgeben. Laut den Wissenschaftler*innen könnte diese Zahl reduziert
werden, wenn in der Arbeitswelt ein größeres Verständnis für die
Wechseljahre geschaffen und für angemessene Unterstützung gesorgt würde.
Ihre Vorschläge: arbeitgeberfinanzierte Gesundheitsprogramme, flexible
Arbeitsregelungen und eine breite Aufklärung von Gesellschaft und
Führungskräften über die Menopause.
25 Oct 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://doi.org/10.1016/j.ogrm.2011.12.006
(DIR) [2] https://doi.org/10.1016/j.amjmed.2005.09.031
(DIR) [3] https://doi.org/10.1016/j.ogrm.2011.12.006
(DIR) [4] https://www.diw.de/de/diw_01.c.973521.de/familien_und_freundeskreise_sind_groesster_pflegedienst_deutschlands.html
(DIR) [5] https://doi.org/10.1097/GME.0000000000002771
(DIR) [6] https://www.cipd.org/uk/about/press-releases/menopause-at-work/
(DIR) [7] https://doi.org/10.1097/GME.0000000000002771
## AUTOREN
(DIR) Svende Depping
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