# taz.de -- Galeria in der Krise: Zoff um Insolvenz
> Galeria-Miteigentümer Bernd Beetz weist Schuld von sich und kritisiert
> das Management für die Insolvenz. Für die Gewerkschaft sind beide schuld.
(IMG) Bild: Die Kaufhauskette „Galeria“ hat einen neuen Insolvenzantrag gestellt
Während es in der Unternehmensspitze offenbar Streit um die erneute Pleite
geht, hat die [1][Kaufhauskette Galeria] einen neuen Verwalter. Der Anwalt
Frank Kebekus sei als vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt worden,
teilte das Amtsgericht Düsseldorf mit. Zuvor hatte Galeria vergangenen
Freitag einen Antrag gestellt. Es ist die vierte Pleite innerhalb von sechs
Jahren. Der Betrieb in den noch 83 Filialen mit rund 12.000 Beschäftigten
soll vorerst weitergehen.
Dass die Geschäftsführung zum Insolvenzgericht gegangen ist, stößt bei
Galeria-Miteigentümer Bernd Beetz auf Unverständnis. Er halte eine
Insolvenz „grundsätzlich für vermeidbar“, sagte Beetz am Montag der
„Bild“-Zeitung. Die Gesellschafter hättem Galeria in einer schwierigen Lage
übernommen und viel Kapital investiert.
Der deutsche Manager Beetz, der rund ein Viertel des Unternehmens besitzt,
hatte die angeschlagene Kaufhauskette erst im Jahr 2024 zusammen mit der
US-Investmentgesellschaft NRDC Equity Partners übernommen. Vorangegangen
war eine Insolvenz, in deren Rahmen neun Filialen geschlossen wurden.
Galeria gehörte damals dem zwischenzeitlich inhaftierten österreichischen
[2][Investor René Benko], dessen Firmenimperium zuvor zusammengebrochen
war.
Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi macht Geschäftsführung wie Eigentümer
verantwortlich für die Lage. „Haarsträubende Managementfehler haben zu
dieser Entwicklung geführt. In den letzten Jahren sind durch die
Gesellschafter keine nachhaltigen Investitionen geflossen“, sagte Silke
Zimmer vom Verdi-Bundesvorstand. Es brauche eine schnelle Aufklärung, wie
es für die 12.000 Beschäftigten weitergeht.
Dabei ist derzeit nicht klar, ob sie Insolvenzgeld erhalten. Die
Lohnersatzleistung erhalten Angestellte im Falle einer Zahlungsunfähigkeit
bis zu drei Monate lang von der [3][Agentur für Arbeit]. Allerdings können
die Angestellten ihren Anspruch verlieren, wenn sich ihr Unternehmen nach
einer früheren Insolvenz noch in einer sogenannten Planüberwachung
befindet. Und bei Galeria hat das Amtsgericht Essen diese Überwachung im
Zuge der Insolvenz von 2024 noch nicht aufgehoben.
5 Oct 2026
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## AUTOREN
(DIR) Simon Poelchau
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