# taz.de -- Fußballprofi mit freiem Wochenende: Gedanken aus dem Fußvolk
       
       > Was tun, wenn nicht einmal Bundestrainer Klopp dich nominiert?
       > Ausspannen? Kultur? Oder doch Garage aufräumen? Es ist nicht einfach.
       
 (IMG) Bild: Was tun, wenn der Bundesligafußball der Männer ruht?
       
       Endlich mal wieder ein freies Wochenende, ist ja auch dauerhaft nicht zum
       Aushalten, freitags, samstags, sonntags nicht am Leben der anderen
       teilhaben zu können. Immer nur vorbereiten, spielen, erholen, jedes
       verdammte Wochenende. Aber jetzt mach’ ich es mir richtig schön. Seele
       baumeln lassen, ausspannen, vielleicht auch mal was mit Kultur machen,
       [1][eine ganze Serie gucken], zum Beispiel. Oder sich und das Leben neu
       entdecken, am Ende sogar ein neues Hobby für die Zeit nach der Karriere
       finden.
       
       Gut, bis dahin ist es hoffentlich noch lange hin, also hätte das auch noch
       Zeit. Andererseits, die Garage ausmisten, und dann diesen schicken Flitzer
       kaufen, das wäre natürlich am besten. Ha, da würden die anderen aber
       neidisch sein!
       
       Und hoffentlich hört sich dann auch das Getuschel darüber auf, [2][dass der
       Klopp mich nicht nominiert hat.] Natürlich lass’ ich mir das nicht
       anmerken, aber verstehen tue ich das wirklich nicht, zumal er ansonsten die
       halbe Bundesliga ins Nationalteam berufen hat. Nur halt mich nicht. Weil er
       mich nicht leiden kann, vermutlich. Vielleicht bin ich ihm zu Alpha.
       
       ## Wer simst denn da?
       
       Aber andererseits kann man von jemandem in dem Job schon erwarten, dass er
       nüchtern und ohne Rücksicht aufs Ego das tut, was fürs Team am besten ist.
       Also mich nominieren, aber nein, tja. Zum Glück konnte ich wenigstens die
       kalten Platten stornieren, die ich extra geordert hatte.
       
       Nein, nichts Überkandideltes, wäre nur eine kleine Feier nach dem Training
       mit den Vereinskollegen und ein paar Reportern gewesen. Schlückchen
       Champagner, paar Häppchen, kleine Rede. Ist schließlich immer wichtig,
       Demut zu zeigen, und dass man trotz des Erfolgs sozusagen einer aus dem
       Fußvolk geblieben ist. Echt schade. Was hätte sich der Dingens vom
       Lokalblatt geärgert, der immer so viel Mist über mich schreibt, und mir
       auch hätte applaudieren müssen, hihi.
       
       Wer simst denn um diese Zeit noch? Ach so, die Mannschaft will morgen groß
       ausgehen. So seht Ihr aus, und dann ständig Bemerkungen übers Nationalteam
       fallen lassen. Nicht mit mir, sorry, ich muss die Garage aufräumen.
       [3][Danke, Klopp!]
       
       4 Oct 2026
       
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