# taz.de -- Alternativer Nobelpreis: „Sie verwandelt Kampf in Solidarität“
       
       > Die ausgezeichnete pakistanische Menschenrechtsanwältin, Feministin und
       > Aktivistin Jalila Haider setzt sich mutig für die Schwächsten in ihrer
       > Heimat ein.
       
 (IMG) Bild: Jalila Haider im September 2026
       
       Dass Jalila Haider ausgerechnet an einem 10. Dezember geboren wurde, dem
       Internationalen Tag der Menschenrechte, dürfte biologische und nicht
       politische Ursachen haben. Trotzdem gibt es für eine Menschenrechtsanwältin
       wohl keinen passenderen Geburtstag. Die heute 41-Jährige aus Quetta, der
       Hauptstadt der [1][Unruheprovinz Belutschistan], ist Pakistans erste
       Rechtsanwältin aus der diskriminierten Minderheit der Hasara und im In- und
       Ausland als feministische Menschenrechtsanwältin bekannt. Jetzt wird sie
       mit dem Right Livelihood Award 2026 ausgezeichnet.
       
       Mutig verteidigt Haider nicht nur Angehörige ethnischer Minderheiten,
       unterdrückte Frauen und trans Personen in einer Gesellschaft, in der
       patriarchale und islamistische Strukturen dominieren und Militärs ihre
       Macht missbrauchen. Haider nimmt auch viele Fälle an, die anderen zu heikel
       sind und sie vertritt viele Mandanten und Mandantinnen pro bono.
       
       Als Aktivistin kämpft sie zugleich gegen politische Repression und für
       progressiven Wandel. Sie organisierte etwa Quettas ersten Frauenmarsch und
       gründete eine Organisation, die weiblichen Terroropfern Jobs beschafft.
       Immer wieder wird sie selbst physisch bedroht, juristisch verfolgt und an
       Auslandsreisen gehindert. „Ich habe das Gefühl, dass ich ohne globale
       Anerkennung schon tot sein könnte“, sagt die Juristin, die schon mehrfach
       international ausgezeichnet wurde.
       
       Haiders Bekanntheit dürfte dabei geholfen haben, dass Pakistans mächtiger
       Militärchef 2018 das Gespräch mit ihr suchte, als sie mit anderen Personen
       in Quetta mit einem Hungerstreik gegen die Gewalt an Hasara protestierte.
       Der General sagten ihr Verbesserungen zu, die dann tatsächlich die Gewalt
       reduzierten.
       
       „Ich bewundere ihre Unbeugsamkeit, ihre Authentizität und dass sie weder
       zynisch wird noch ihre Prinzipien verrät“, sagt [2][Fauzia Yazdani] der
       taz. Die Influencerin und Verwaltungsbeamte aus Islamabad aus dem Netzwerk
       der feministaz kennt Haider seit Jahren. „Sie verwandelt Kampf in
       Solidarität und ermöglicht anderen, ihr Leben mit mehr Würde, Gleichheit
       und Freiheit zu führen.“
       
       „Sie verdient die Auszeichnung“, sagt [3][Mehr F. Husain], Publizistin aus
       Lahore und auch aus dem feministaz-Netzwerk. „Sie hat ein Wunder nach dem
       anderen vollbracht.“
       
       30 Sep 2026
       
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