# taz.de -- Kultur für junge Berliner*innen: Berlin macht Kultur kinderleicht
       
       > Der KinderKulturMonat ist am Start: An 115 Orten gibt es an allen
       > Wochenenden im Oktober mehr als 300 kostenlose Veranstaltungen für Vier-
       > bis Zwölfjährige.
       
 (IMG) Bild: Es geht auch gern bunt und lustig zu: beim KinderKulturMonat 2025
       
       „Was ist eigentlich Kultur?“, möchte die Sängerin und Botschafterin des
       KinderKulturMonats Sukini von der eigens angereisten Grundschulklasse aus
       Gesundbrunnen wissen. „Essen“, schlägt eins der Kinder vor. „Schlafen“,
       ruft ein anderes. „Ist Fernsehen auch Kultur?“, will Sukini wissen. „Auf
       keinen Fall“, antwortet eins, während die meisten anderen kichern.
       
       Es ist eine gute Idee, den [1][KinderKulturMonat] im Gropius Bau mit einer
       Diskussion mit Kindern über die Definition von Kultur zu eröffnen. Denn
       genau sie sind es, die das Festival so niedrigschwellig wie möglich
       ansprechen will. An allen Samstagen und Sonntagen im Oktober richtet sich
       das Programm an Vier- bis Zwölfjährige. Berlinweit beteiligen sich 115
       Kulturorte – von der Akademie der Künste bis zu den [2][Museen der
       Zitadelle Spandau]. Rund 300 eintrittsfreie Veranstaltungen gibt es, damit
       ist das Festival so groß wie nie zuvor.
       
       Als der KinderKulturMonat vor 15 Jahren begann, waren 32 Orte dabei,
       erinnert sich Projektleiterin Chris Benedict. Heute reicht die Arbeit weit
       über die Oktoberwochenenden hinaus: mit Ausflügen aus Familienzentren und
       Geflüchtetenunterkünften sowie mobilen Bühnen im Stadtraum, mit
       fünfwöchigen Schul-Parcours für 9 Grundschulklassen aus Spandau und
       Neukölln, mit zweiwöchigen Ferien-Parcours für 60 junge Talente.
       
       Der soziale Anspruch sei von Anfang an zentral gewesen, sagt Benedict. Es
       gehe nicht in erster Linie darum, dem kulturaffinen Stammpublikum für einen
       Monat kostenlosen Eintritt zu verschaffen. Erreicht werden sollen Kinder
       und Familien, denen sonst Geld, Sprache oder die räumliche Anbindung den
       Zugang erschweren. Türen öffnen, ohne Vorwissen und möglichst ohne Hürden,
       nur mit Anmeldung.
       
       ## Ein Viertel hat nicht genug Geld für Kultur
       
       Den Erfolg dieses Konzept zeigen eigene Befragungen: 2024 war mehr als die
       Hälfte der befragten Kinder zum ersten Mal beim KinderKulturMonat dabei, 65
       Prozent entdeckten einen Kulturort, den sie vorher nicht kannten. Knapp ein
       Viertel gab an, dass ihnen das Geld fehle, um häufiger
       Kulturveranstaltungen zu besuchen.
       
       Geld war auch für das Festival selbst immer wieder ein Problem. Die
       Finanzierung sei eine „Achterbahnfahrt“, sagt Benedict. Unterstützt wird
       das Projekt vom Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten sowie von den
       Berliner Senatsverwaltungen für Kultur und Bildung. [3][Im vergangenen Jahr
       wurde rund ein Drittel der bisherigen Mittel gestrichen.] Besonders
       getroffen hat das die sogenannten Schnupperkurse. Nur etwa die Hälfte
       dieser Kurse konnte stattfinden.
       
       Wie sie funktionieren, erklärt Alan Ibrahim, der die Kooperationen
       organisiert. Lange vor Festivalbeginn fragt sein Team in Unterkünften für
       Geflüchtete und Familienzentren nach Interessen und Sprachbedarf. Dann
       kommt unter der Woche ein*e Künstler*in für einen ersten Workshop in die
       Einrichtung; am Wochenende folgt ein gemeinsamer Ausflug zu einer
       Festivalveranstaltung. In diesem Jahr gibt es rund 40 Kooperationen mit
       Unterkünften und 10 mit Familienzentren. Über die Jahre sei ein tolles
       Netzwerk von über 20 Künstler*innen entstanden, die es auch mal
       verstehen, Workshops ohne viel Sprache zu konzipieren: weniger erklären,
       mehr machen.
       
       Am Ende stellt Sukini im Gopiusbau der Grundschulklasse noch einige
       Programmpunkte vor. Besonders lebhaft reagieren die Kinder auf
       „Märchenlauschen“, das am 24. und 31. Oktober im SonnenStudio [4][in der
       Sonnenallee] 126 stattfindet. Erst hören sie ein Märchen, dann erfinden sie
       Geräusche dazu und bauen aus Alltagsgegenständen eigene Instrumente: Es
       wird klappern, knistern, trommeln und flirren, bis die Geschichte ihren
       eigenen Soundtrack hat. Wie bei vielen Angeboten des KinderKulturMonats
       geht es dabei nicht nur ums Zuschauen, sondern ums Selbermachen – und damit
       um die Selbstwirksamkeit, die viele Berliner Kinder in ihrem Alltag nicht
       genug erleben.
       
       30 Sep 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.kinderkulturmonat.de/
 (DIR) [2] https://www.zitadelle-berlin.de/
 (DIR) [3] /Kuerzungen-in-Berlin-/!6096470
 (DIR) [4] /Neukoellner-Mythos/!6126592
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Susanne Messmer
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Kultur in Berlin
 (DIR) Integration
 (DIR) Bildungspolitik
       
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       Jedes Oktoberwochenende Veranstaltungen zum Ausprobieren und Werkeln. Das
       LAF unterstützt den KinderKulturMonat in Unterkünften für Geflüchtete.