# taz.de -- Marathon in Berlin: Extrem Fußgängering an autofreiem Sonntag
> Zehntausende rennen am Sonntag durch Berlin. Der Äthiopier Guye Adola ist
> als Erster im Ziel. Rollstuhlfahrer:innen genießen die
> Barrierefreiheit.
(IMG) Bild: Highspeed in der autofreien Stadt: Läufer:innen am Sonntagmorgen im Berliner Tiergarten
Beim größten Fußgängerevent Deutschlands haben sich am Sonntag wieder
Zehntausende in der Berliner Innenstadt getroffen. Viele nutzen die dafür
verkehrsberuhigte City für einen Dauerlauf. Weitere Massen standen an den
Straßenrändern, um den Laufenden zuzujubeln.
Einige der Läufer:innen waren so emotionalisiert, dass sie die mehr als
40 Kilometer lange Strecke in kaum mehr als 2 Stunden zurücklegten.
Der nahezu weitgehend autofreie Sonntag findet in Berlin traditionell am
letzten Septemberwochenende statt. Dafür wird eine 42 Kilometer lange
Strecke kreuz und quer durch die Stadt für Autofahrer:innen blockiert.
Rund 1.800 Polizist:innen regelten den restlichen Verkehr und sorgten
für Sicherheit, damit niemand auf die gesperrte Strecke fährt.
Rund 50.000 Menschen nutzten die autofreie Zone für den Lauf des Berlin
Marathons. Sie starteten im Tiergarten. Der Rundkurs führte über den
Alexanderplatz und Kreuzberg runter nach Steglitz und zurück nach Mitte zum
Brandenburger Tor. Am schnellsten war Guye Adola aus Äthiopien, [1][der
nach 2 Stunden, 2 Minuten und 50 Sekunden durchs Ziel] lief.
Adola war nicht der Einzige mit einem weiten Anreiseweg. Menschen aus 162
Nationen waren laut Veranstalter eigens nach Berlin gekommen, um an dem
Fußgängerevent teilzunehmen. Bereits am Samstag hatten Tausende an einem 5
Kilometer langen Vorlauf teilgenommen. An der gesamten Strecke spielten am
Sonntag zahlreiche Bands unter dem strahlend blauen Himmel, sodass die
Veranstaltung stellenweise einem Volksfest glich.
Auch Hunderte Rollstuhlfahrer:innen nutzten die ausnahmsweise mal
vollkommen barrierefreie Strecke für einen sportlichen Sonntagsausflug.
[2][Schon vor fast 20 Jahren hatten die Organisatoren des Rennens der taz
erklärt], warum die Strecke für Menschen mit Rollstuhl so attraktiv ist:
Auf sie warten 42 Kilometer ohne Treppenstufen, steile Rampen, hohe
Bordsteine und rumpeliges Pflaster, die sie sonst im Alltag behindern.
In einem Wahnsinnstempo erreichte am Morgen [3][Daniel Ulmann mit seinem
Handbike nach kaum mehr als einer Stunde das Ziel]. Das entsprach einer
Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp über 40 Kilometern pro Stunde.
Da standen Autofahrer:innen ganz neidisch am Straßenrand. Einige, die
mal wieder gar nichts mitbekommen hatten, regten sich lauthals auf. Aber
sie mussten teils stundenlang warten, bis die Strecke auch für sie wieder
freigegeben wurde.
27 Sep 2026
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## AUTOREN
(DIR) Gereon Asmuth
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