# taz.de -- Britische Weltraumstrategie: London schützt Satelliten mit neuer Weltraumeinheit
       
       > Das Weltall ist zum Kriegsschauplatz geworden, sagt der Chef der Royal
       > Air Force. Britische Satelliten sollen von einer eigenen Militäreinheit
       > geschützt werden.
       
 (IMG) Bild: Ein Satellit unterwegs zum Arbeitsplatz: Britische Satelliten sollen künftig von einer eigenen Militäreinheit geschützt werden
       
       dpa | Die Royal Air Force (RAF) will britische Satelliten im Weltraum
       künftig mit einer speziellen Militäreinheit besser vor feindlichen
       Bedrohungen schützen. Die Einheit mit dem Namen „No. III Space Effects
       Squadron“ ist nach Angaben des Verteidigungsministeriums die erste
       britische Einheit, die speziell zur aktiven Abwehr feindlicher Aktivitäten
       im Weltraum eingerichtet wurde.
       
       Sie soll demnach unter anderem [1][Satelliten] schützen, die der Navigation
       von Schiffen dienen, Kommunikationsverbindungen bereitstellen und vor
       Raketenangriffen warnen. Auch Rettungsdienste, Feuerwehr und Polizei sind
       dem Ministerium zufolge bei Einsätzen auf satellitengestützte Navigation
       angewiesen. Die Einheit soll mit spezialisiertem Personal besetzt werden
       und sowohl defensive als auch offensive Weltraumoperationen unterstützen.
       
       ## RAF-Chef: Weltraum ist Kriegsschauplatz
       
       Satellitendienste sind „beispiellosen Bedrohungen ausgesetzt“, wie RAF-Chef
       Harv Smyth der Nachrichtenagentur PA zufolge in London sagte. Der Weltraum
       sei „zu einem Bereich der Kriegsführung geworden, ob es uns gefällt oder
       nicht“. Großbritanniens Gegner im Weltraum handelten immer
       unverantwortlicher und provokativer, warnte er, und verwies etwa auf
       russische Aktivitäten im Weltraum.
       
       Das Vereinigte Königreich werde seine militärischen Aktivitäten im All
       „niemals eskalieren“ lassen, niemand wolle einen Krieg im Weltraum,
       versicherte Smyth den Angaben zufolge. „Wir stellen uns so auf, dass wir
       dies abschrecken.“ Eine erhebliche Störung etwa der
       [2][GPS-Satellitensysteme] könnte dem Vereinigten Königreich nach Smyths
       Angaben mit täglich 1,4 Milliarden Pfund (umgerechnet mehr als 1,6 Mrd.
       Euro) teuer zu stehen kommen.
       
       Die Ankündigung erfolgte im Rahmen einer bereits zuvor veröffentlichten
       britischen Weltraumstrategie, mit der unter anderem die Verteidigungs- und
       Sicherheitsfähigkeiten des Landes im Weltraum ausgebaut werden sollen.
       Vorgesehen für den [3][Weltraumsektor] sind bis 2030 Finanzmittel in Höhe
       von umgerechnet mehr als 9 Milliarden Euro.
       
       23 Sep 2026
       
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