# taz.de -- Gewalt unter Eritreern in Deutschland: Regierungsgegner unter Terrorverdacht festgenommen
       
       > Bei regierungsnahen Eritrea-Veranstaltungen kam es in Deutschland
       > mehrfach zu Gewalt. Die Bundesanwaltschaft sieht eine Terrorgruppe
       > dahinter.
       
 (IMG) Bild: Protest gegen das regierungsnahe Eritrea-Festival in Gießen 2023 – das Regime in Eritrea unterdrückt seine Bevölkerung brutal
       
       dpa | Die Bundesanwaltschaft hat zwei mutmaßliche Mitglieder einer in
       Deutschland aktiven [1][eritreischen Terrorgruppe] in der Nähe von
       Saarbrücken und in Stuttgart festnehmen lassen. Die Karlsruher Behörde
       wirft den Männern die Mitgliedschaft in einer inländischen terroristischen
       Vereinigung vor. Sie werden nun dem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof
       in Karlsruhe vorgeführt, der über die Untersuchungshaft entscheidet.
       
       Das erklärte Ziel der international vernetzten Vereinigung „Brigade
       N'Hamedu Deutschland“ ist es laut Bundesanwaltschaft, die Regierung in
       Eritrea zu stürzen. Dieses Ziel habe sie in Deutschland durch [2][Gewalt
       bei Veranstaltungen] von Anhängern der eritreischen Regierung verfolgt.
       „Dabei erachteten die Mitglieder der Vereinigung Gewalt gegen deutsche
       staatliche Institutionen und Repräsentanten der Staatsgewalt –
       beispielsweise Polizeikräfte, die zum Schutz der Veranstaltungen eingesetzt
       wurden – als legitimes Mittel“, so die Behörde.
       
       ## Bundesweite Razzia im März 2025
       
       Im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen die Gruppe hatte die
       Bundesanwaltschaft im März 2025 19 Objekte in Hessen, Nordrhein-Westfalen,
       Bayern, Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz
       durchsuchen lassen. Auch in Dänemark fand eine Durchsuchung statt. Nach
       damaligen Angaben waren 200 Beamte des Bundeskriminalamts und Polizeikräfte
       der Länder im Einsatz. Festgenommen wurde damals keiner.
       
       Hintergrund sind die Ausschreitungen am Rande von Eritrea-Festivals in
       Gießen im Sommer 2022 und 2023 sowie eines Seminars eines eritreischen
       Vereins im September [3][2023 in Stuttgart]. Die Eritrea-Festivals in
       Gießen wurden vom Zentralrat der Eritreer in Deutschland organisiert, der
       als regierungsnah gilt. Kritiker werfen den Festivalorganisatoren vor,
       [4][Propaganda für die eritreische Regierung] zu betreiben, was die
       Veranstalter bestreiten.
       
       Die beiden festgenommenen Männer – ein eritreischer und ein deutscher
       Staatsangehöriger – sollen maßgeblich an dem Aufbau der Strukturen der
       „Brigade N'Hamedu Deutschland“ sowie an der Organisation der gewaltsamen
       Aktionen beteiligt gewesen sein. Der Eritreer war demnach zeitweise
       Generalsekretär, der Deutsche erster Vorsitzender der Gruppe.
       
       ## Kritik an autoritärer Regierung in Eritrea
       
       Das Land am Horn Afrikas mit rund vier Millionen Einwohnern ist durch
       systematische Repressionen, Gewalt und die Verweigerung grundlegender
       Menschenrechte geprägt. Die autoritäre Regierung von Präsident Isaias
       Afwerki unterdrückt nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen wie Human
       Rights Watch und Amnesty International die Bevölkerung durch Zwangsarbeit,
       erzwungene Wehrpflicht sowie eingeschränkte Meinungs-, Glaubens- und
       Pressefreiheit.
       
       Zudem gibt es Berichte über großflächige Massaker, außergerichtliche
       Hinrichtungen und sexuelle Gewalt durch Sicherheitskräfte. Die Regierung
       des Ein-Parteien-Staats, in dem keine Wahlen abgehalten werden, weist die
       Vorwürfe als politisch motiviert zurück.
       
       15 Sep 2026
       
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