# taz.de -- +++ Nachrichten im Ukrainekrieg +++: „Putin eskaliert“
       
       > Eine russische Drohne trifft einen Passagierzug in der Ukraine nahe der
       > polnischen Grenze. Verletzt wird niemand – doch Polen ist besorgt.
       
 (IMG) Bild: Ein Hund schaut während einer Evakuierung im Jahr 2025 aus dem Fenster eines Zuges am Bahnhof
       
       ## Russischer Angriff auf Zug nahe polnischer Grenze
       
       Nach russischen Angriffen auf einen Zug von Kyjiw nach Warschau sowie auf
       [1][die Grenzregion der Ukraine zu Polen] hat die polnische Regierung
       Moskau eine Verschärfung des Konflikts vorgeworfen. „Putin eskaliert“,
       schrieb Außenminister Radoslaw Sikorski auf X. Regierungschef Donald Tusk
       rief für den Nachmittag einen Krisenstab zusammen. Auch westliche Politiker
       sind bei ihren Reisen nach Kyjiw auf die Bahnverbindung von Polen in die
       Ukraine angewiesen – der Luftraum über dem Land ist gesperrt.
       
       Am Sonntag war nach Angaben der ukrainischen Eisenbahn die Lokomotive des
       Passagierzugs von Kyjiw nach Warschau beim Grenzbahnhof Jahodyn angegriffen
       worden. Die Passagiere wurden rechtzeitig evakuiert, niemand sei zu Schaden
       gekommen, hieß es. Die polnische Eisenbahn PKP teilte mit, sie habe den Zug
       von der ukrainischen Seite mit mehr als sechs Stunden Verspätung
       übernommen. Er setze seinen Weg nach Warschau fort.
       
       Nach Angaben von Polens Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz
       schlug im Westen der Ukraine außerdem eine Drohne einen Kilometer von
       Polens Grenze entfernt ein, eine weitere mit einem Abstand von fünf
       Kilometern. Polnische Kampfjets vom Typ F-16 sowie ein Aufklärungsflugzeug
       hätten die Situation kontrolliert. Der Luftraum über Polen wurde demnach
       nicht verletzt.
       
       Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb, Moskaus Angriffe
       hätten nahe der polnisch-ukrainischen Grenze in der Region Wolyn eine
       Lokomotive in Brand gesetzt und eine Tankstelle beschädigt. Der ukrainische
       Außenminister Andrij Sybiha forderte härtere Konsequenzen für Moskau.
       Russische Angriffe an der polnisch-ukrainischen Grenze seien nicht einfach
       eine Fortführung der Attacken auf die ukrainischen Staatsgrenzen, schrieb
       er auf der Plattform X. „Das ist Putins Terror, der direkt an [2][die Türen
       der EU und der Nato] klopft.“
       
       Polens Regierungschef Tusk berief für den Spätnachmittag eine Krisensitzung
       der Ressortchefs und der uniformierten Dienste ein. „Wir nehmen diese
       Ereignisse äußerst ernst“, schrieb Innenminister Marcin Kierwinski auf X.
       (dpa)
       
       ## Moskau bestätigt Angriffe
       
       Das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte am Morgen unter anderem
       Angriffe auf Objekte der Eisenbahninfrastruktur in der Westukraine. Sie
       würden den Transport von Militärgütern aus europäischen Ländern
       gewährleisten, hieß es.
       
       Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe seit mehr als viereinhalb
       Jahren gegen eine russische Invasion. Bei russischen Angriffen gibt es
       immer wieder auch Tote und Schäden im Zugverkehr und an Bahnhöfen. (dpa)
       
       ## Politiker wegen des Angriffs auf Zug evakuiert
       
       Nach Informationen des Nachrichtenmagazins Spiegel musste wegen des
       Angriffs in der Nähe des Grenzübergangs ein privat gecharterter Sonderzug
       teilweise evakuiert werden. An Bord dieses Zuges waren demnach einer der
       engsten Berater von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), der außen- und
       sicherheitspolitische Berater im Kanzleramt Günter Sautter, und der
       ehemalige britische Premier Boris Johnson, die zu Beratungen in Kyjiw
       gewesen waren.
       
       Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Robin Wagener, der laut Spiegel ebenfalls
       mit dem gecharterten Zug reiste, schrieb im Onlinedienst X, Russland
       eskaliere immer weiter und zündele. Er teilte ein Video von dem
       Drohnenangriff auf den Zug Kyjiw–Warschau und erklärte: „Heute Morgen bin
       ich mit dem Zug auf der gleichen Strecke gefahren, auf der dieser Angriff
       war.“ Manchmal entscheide der Zufall, „ob man sicher durchkommt“. Russland
       sei „eine immense Gefahr für die Sicherheit Europas. Das haben zu viele bei
       uns noch nicht realisiert“, schrieb Wagener weiter. (afp)
       
       ## Zwei Tote in Russland nach ukrainischen Angriffen
       
       Infolge eines ukrainischen Drohnenangriffs sind zwei Menschen in der
       russischen Teilrepublik Tatarstan getötet worden. Eine Drohne sei in einen
       Baum gestürzt, wodurch ein nahe stehendes Auto mit vier Insassen beschädigt
       worden sei, teilte der Bürgermeister der Stadt Nischnekamsk, Radmir
       Beljajew, bei Telegram mit. Zwei der Insassen seien ums Leben gekommen, die
       anderen beiden seien schwer verletzt worden.
       
       Vier weitere Menschen wurden Beljajew zufolge verletzt, als eine Drohne in
       ein Wohnhaus stürzte. Industrieobjekte und zivile Objekte seien beschädigt
       worden. In einem nicht näher genannten Unternehmen sei ein Feuer
       ausgebrochen, das schnell gelöscht worden sei.
       
       Der Generalstab in Kyjiw bestätigte unter anderem einen Angriff auf
       Nischnekamsk. Die Raffinerie Taneko sei getroffen und die Entzündung eines
       der Tanks festgestellt worden. Schon in der Vergangenheit hatte Kyjiw bei
       Gegenangriffen die Ölraffinerie in Nischnekamsk getroffen.
       
       Die Ukraine attackierte nach eigenen Angaben außerdem die Raffinerie
       Slawjansk Eko in der russischen Region Krasnodar. Eine
       Ölverarbeitungsanlage und ein Tankpark seien getroffen worden, teilte der
       ukrainische Militärgeheimdienst HUR mit. Ein großflächiges Feuer sei
       ausgebrochen. Zur Begründung hieß es, die Anlage in Slawjansk-na-Kubani
       diene dem russischen Angriffskrieg.
       
       Der Zivilschutzstab der Region Krasnodar teilte bei Telegram lediglich mit,
       dass auf dem Gelände eines nicht näher beschriebenen Unternehmens ein Feuer
       ausgebrochen sei. Herabstürzende Drohnentrümmer hätten außerdem eine
       Gasleitung in einem Wohngebiet der Stadt Slawjansk-na-Kubani beschädigt.
       Schon in der Vergangenheit war die Raffinerie dort getroffen worden. Im
       Sommer brannte sie infolge einer Attacke mehrere Tage lang. (dpa)
       
       ## Ukraine hat Tanklaster nahe AKW Saporischschja angegriffen
       
       Der Chef des staatlichen russischen Atomenergiekonzerns, Alexei
       Lichatschow, wirft der Ukraine einen Angriff auf Diesel-Lastwagen nahe dem
       ‌Kernkraftwerk Saporischschja vor. Dabei seien zwei russische Soldaten
       getötet und mehrere weitere verletzt worden, erklärt Lichatschow. Die
       Ukraine gefährde damit gezielt die Sicherheit der von Russland besetzten
       Anlage. Treibstoff ist für Generatoren wichtig, die die Kühlung der
       Reaktoren bei einem Ausfall der externen Stromversorgung sichern. Der
       Angriff hat ‌Lichatschow zufolge am Freitag stattgefunden, die Vorwürfe
       äußert der Rosatom-Chef am Sonntag. Beide Seiten werfen sich regelmäßig
       ⁠gegenseitig vor, die Sicherheit des größten europäischen Atomkraftwerks zu
       gefährden. (rtr)
       
       ## China und Indien bieten Vermittlung im Ukrainekrieg an
       
       Chinas Staatschef Xi Jinping und der indische Ministerpräsident Narendra
       ‌Modi bieten ‌russischen Angaben zufolge ihre Vermittlung ⁠für
       Friedensgespräche zur Ukraine an. Der russische Präsident Wladimir Putin
       begrüße diese Bereitschaft, ‌zitiert die staatliche ‌Nachrichtenagentur
       Tass den Kremlsprecher Dmitri Peskow. Die drei Politiker nehmen am
       Wochenende am Brics-Gipfel ‌in Delhi teil. (rtr)
       
       ## Selenskyj-Vertrauter: Dreiergespräche noch im Oktober
       
       Die Ukraine erwartet eine Fortsetzung der Verhandlungen über eine
       Friedenslösung mit Russland und unter Vermittlung der USA im kommenden
       Monat. „Wir bereiten uns vor, auf Oktober“, sagte der Stabschef von
       Präsident Wolodymyr Selenskyj, Kyrylo Budanow, im Gespräch mit
       Journalisten. Er bestätigte, dass damit Unterredungen im Dreierformat
       gemeint seien. Ein genaues Datum oder den Ort der Treffen nannte er jedoch
       nicht.
       
       Auch Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte zuletzt in einem Interview der
       Iswestija erklärt, der Kreml gehe davon aus, dass die USA, Russland und die
       Ukraine den Dialog „in absehbarer Zeit“ fortsetzen könnten. „Eine andere
       Frage ist jedoch, wie erfolgreich dieser Dialog sein wird – das lässt sich
       derzeit nur schwer vorhersagen, da sich die Lage vor Ort für die Ukrainer
       von Mal zu Mal verschlechtert“, behauptete er.
       
       US-Unterhändler hatten am vergangenen Wochenende Moskau und Kyjiw besucht
       und die Möglichkeiten einer friedlichen Lösung für den Krieg in der Ukraine
       sondiert. Dabei war eine Fortsetzung des seit Monaten unterbrochenen
       Dialogs im Dreierformat ins Auge gefasst worden. Diese Gespräche werden von
       Unterhändlern geführt, die stets mit ihren jeweiligen Staatschefs
       Rücksprache halten müssen. Erst am Ende ist ein direktes Treffen der
       Präsidenten der USA, Russlands und der Ukraine zu erwarten. (dpa)
       
       13 Sep 2026
       
       ## LINKS
       
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