# taz.de -- +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Sorgen um die Ölversorgung
       
       > Nach der Schließung einer saudischen Ölpipeline wachsen die Sorgen um die
       > Energieversorgung. Die Huthis haben ihre Angriffe auf Saudi-Arabien
       > verstärkt.
       
 (IMG) Bild: Rauch nahe einer Ölpipeline auf einer Satellitenaufnahme vom 10. September 2026
       
       ## Iran: Handelsschiff vor Südküste des Landes getroffen
       
       Ein iranisches Handelsschiff ‌ist vor der Südküste des Iran getroffen
       worden. Dabei ist eine Person ums Leben gekommen, wie staatliche Medien
       unter Berufung auf den Gouverneur des Bezirks Qeschm berichten. Drei
       weitere Menschen seien ‌verletzt worden. (rtr)
       
       ## Huthis verstärken nach Vormarsch im Jemen Angriffe gegen Saudi-Arabien
       
       Nach ihrem Vormarsch im Bürgerkriegsland Jemen haben die pro-iranischen
       Huthis auch ihre Angriffe auf Saudi-Arabien verstärkt. Die mit dem Iran
       verbündete Miliz habe einen Armeestützpunkt im Süden Saudi-Arabiens mit
       Drohnen und Raketen angegriffen, erklärte der Huthi-Militärsprecher Jahja
       Saree am Sonntag im Onlinedienst X. Die jemenitischen Regierungstruppen
       meldeten derweil Angriffe auf Huthi-Stellungen im Südwesten des Jemen. Rund
       1.400 Menschen flohen vor den Kämpfen ins benachbarte Dschibuti.
       
       [1][Die Huthi-Miliz] hatte in den vergangenen Tagen einen groß angelegten
       Vorstoß unternommen und bei Kämpfen gegen Jemens Regierungstruppen die
       gesamte jemenitische Küste am Roten Meer erobert. Nach Angaben der
       jemenitischen Regierung kontrolliert die Miliz nun die für den Welthandel
       wichtige Meerenge Bab al-Mandab, die den Golf von Aden mit dem Roten Meer
       verbindet.
       
       Der Angriff auf den saudi-arabischen Stützpunkt Scharurah habe
       „Waffendepots sowie Kommando- und Kontrollzentren“ gegolten, erklärte
       Huthi-Sprecher Saree. Wann der Angriff genau erfolgte, teilte er zunächst
       nicht mit.
       
       Die Huthis kontrollieren bereits weite Teile des Jemen, darunter die
       Hauptstadt Sanaa. Die Miliz hatte Ende Juli eine Seeblockade gegen
       Saudi-Arabien angekündigt und seither saudi-arabische Öltanker im Roten
       Meer sowie Ölanlagen in dem Königreich angegriffen. Saudi-Arabien
       unterstützt Jemens Regierung in ihrem Kampf gegen die Huthis.
       
       Der Golfstaat reagierte seinerseits mit zahlreichen Luftangriffen, wobei
       nach Huthi-Angaben der Flughafen der Hafenstadt Mokka getroffen wurde. Die
       Huthis hatten zuvor auch Mokka unter ihre Kontrolle gebracht. (afp)
       
       ## Angriff in Straße von Hormus schürt Sorgen um Ölversorgung
       
       Nach einem Angriff ‌auf ein Schiff in ‌der Straße von Hormus und der
       Schließung einer wichtigen saudischen Ölpipeline wachsen die [2][Sorgen um
       die Energieversorgung.] Die britische Seehandelsorganisation (UKMTO) teilte
       mit, ihr sei gemeldet worden, dass ein Projektil ein Schiff in der Meerenge
       getroffen habe. Das Ausmaß des Schadens und der Zustand der Besatzung waren
       demnach zunächst unbekannt. Die anhaltenden Angriffe im sich ausweitenden
       Nahostkonflikt könnten die Energiepreise weiter in die Höhe treiben. In der
       vergangenen Woche war der Preis für die ‌Rohölsorte Brent wieder über 100
       US-Dollar pro Barrel gestiegen.
       
       Der Vorfall ereignete sich, einen Tag nachdem Saudi-Arabien mitgeteilt
       hatte, seine Ost-West-Pipeline vorsorglich vorübergehend geschlossen zu
       haben. Grund war ein Drohnenangriff, der nach Angaben von Bagdad und Riad
       vom Irak ausging, wo von Iran unterstützte Milizen operieren. Die 1.200
       Kilometer lange Pipeline war in den vergangenen sechs Monaten die
       Hauptroute für die weltweite Ölversorgung aus dem Nahen Osten, da die
       Straße von Hormus kriegsbedingt weitgehend geschlossen war. Sie
       transportierte vier bis fünf Millionen Barrel pro Tag, was vier bis fünf
       Prozent des weltweiten Angebots entspricht.
       
       US-Präsident Donald Trump sagte, wahrscheinlich sei der Iran für den
       Angriff auf die Pipeline ‌verantwortlich. Der De-facto-Machthaber
       Saudi-Arabiens, Kronprinz Mohammed bin Salman, hatte Trump am Donnerstag
       angerufen und um militärische Hilfe im Kampf gegen die Huthi-Rebellen
       gebeten, wie drei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur
       Reuters sagten. Washington habe eine direkte ⁠Einmischung jedoch vorerst
       abgelehnt, aber Unterstützung durch Geheimdienstinformationen zugesagt. Die
       vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen hatten zuletzt ihre Angriffe
       ausgeweitet und am Freitag die strategisch wichtige Insel Perim in der
       Meerenge von Bab al-Mandab erobert. (rtr)
       
       ## Insider: Straße von Hormus wird vorerst nicht wieder eröffnet
       
       Die iranische Agentur Tasnim zitiert einen iranischen Insider mit den
       Worten, eine Vereinbarung zwischen dem Iran und Oman sehe zwar keine
       sofortige Wiederöffnung der Straße von Hormus vor. Sie schaffe aber die
       Grundlage dafür, dass diese wieder geöffnet werden könnte. Die Vereinbarung
       sei ein Schritt in Richtung der Ausübung der Souveränität des Iran über die
       Meerenge. Deren Wiederöffnung hänge vollständig davon ab, dass die USA die
       Bedingungen Teherans erfüllten. (rtr)
       
       ## US-Armee: In vergangenen zwei Monaten 100 Schiffe bei Seeblockade
       iranischer Häfen gestoppt
       
       Die US-Armee hat nach eigenen Angaben im Zuge ihrer Seeblockade iranischer
       Häfen in den vergangenen zwei Monaten rund 100 Handelsschiffe gestoppt.
       „Kein einziges Schiff hat die Blockade ohne die Genehmigung der
       US-Streitkräfte passiert“, erklärte das zuständige Regionalkommando Centcom
       am Samstag im Onlinedienst X. Die US-Kräfte konzentrierten sich „weiter
       voll und ganz auf diese Mission“.
       
       Die USA hatten den Iran vor gut sechs Monaten gemeinsam mit Israel
       angegriffen. Teheran blockiert seitdem faktisch die für den Öl- und
       Gastransport wichtige Straße von Hormus, im Gegenzug verhängten die USA
       eine Seeblockade iranischer Häfen. Teheran greift zudem regelmäßig
       US-Stützpunkte und Energieinfrastruktur in den mit den USA verbündeten
       Golfstaaten an. Die Ölpreise stiegen in der Folge weltweit massiv an.
       
       In dieser Woche hatten beide Seiten ihre Angriffe erneut verstärkt. Die USA
       beschossen mehrere iranische Öltanker. Der Iran verstärkte daraufhin seine
       Angriffe auf US-Ziele in der Golfregion und beschoss am Mittwoch nach
       eigenen Angaben 20 Schiffe bei deren Versuch, die Straße von Hormus zu
       durchqueren. Die Märkte gehen nun davon aus, dass die Meerenge für längere
       Zeit de facto unpassierbar bleiben wird. (afp)
       
       13 Sep 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Krieg-in-Jemen/!6211552
 (DIR) [2] /Oelpreis-ueber-100-Dollar/!6211698
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
 (DIR) Schwerpunkt Iran
 (DIR) Schwerpunkt Nahost-Konflikt
 (DIR) Jemen
 (DIR) Huthi-Rebellen
 (DIR) Ölpreis
 (DIR) GNS
 (DIR) Schwerpunkt Nahost-Konflikt
 (DIR) Jemen
 (DIR) Fossile Rohstoffe
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Krieg in Jemen: Die Huthi-Rebellen übernehmen den Jemen
       
       Im Jemen hat die Huthi-Miliz die Hafenstadt Mokka eingenommen – und
       blockiert zudem die für den internationalen Schiffsverkehr wichtige
       Meerenge Bab al-Mandab.
       
 (DIR) Chaos im Jemen: Die blutige Rückkehr der Huthis
       
       Seit Jahren schwelt ein gewaltsamer Konflikt im Jemen. Regierungstruppen
       und Huthi-Miliz liefern sich erbitterte Kämpfe. Eine Lösung ist nicht in
       Sicht.
       
 (DIR) Ölpreis über 100 Dollar: Alternative Routen, weniger Nachfrage
       
       Der Ölpreis steigt weniger explosiv als befürchtet, auch weil verschiedene
       Länder Lieferengpässe ausgleichen. Doch die Spritpreise ziehen weltweit an.