# taz.de -- Friedensbemühungen in Moskau: Mit Gottes Segen für ein Kriegsende
       
       > Der Vatikan wirbt um Frieden, der CIA-Chef hofft offenbar auch auf Deals.
       > Ist ein Ende der russischen Vollinvasion in der Ukraine in Sicht?
       
 (IMG) Bild: Erzbischof Gallagher setzt sich für den Frieden ein, koste es was wolle
       
       Kommt nach über 1.600 Tagen russischer Vollinvasion in der Ukraine etwa
       Bewegung in mögliche Friedensbemühungen? Während alle Welt über [1][die
       Folgen des Besuchs von CIA-Chef John Ratcliffe] in Moskau bei den
       russischen Diensten spekuliert, geht ein anderer Besuch fast unter. Der
       britische Erzbischof Paul Gallagher ist auch gerade in Russland und
       appelliert im Auftrag des Vatikans für einen wie auch immer gearteten
       Frieden.
       
       Die Bemühungen sind mehr als verdienstvoll. Bombardieren die russischen
       Streitkräfte doch weiterhin täglich die ukrainische Zivilbevölkerung. Und
       auch die Ukraine zielt regelmäßig mit Drohnen auf russische militärische
       und wirtschaftliche Ziele. Der Krieg ist an einer strategisch
       entscheidenden Stelle, denn die Attacken der ukrainischen Streitkräfte
       treffen Russland schwer. Hinzu kommt, dass selten zuvor die Gefahr einer
       [2][Ausweitung auf Nato-Territorium] so groß war. Die Drohnenvorfälle in
       den baltischen Staaten oder Rumänien sind immer wieder eine Erinnerung
       daran, wozu Wladimir Putin fähig ist.
       
       Die Gelegenheit, Verhandlungen erneut zu versuchen, scheint aktuell ganz
       günstig zu sein. Auch der US-Präsident würde die Causa Krieg in der Ukraine
       wohl gerne vom Tisch haben. Trump steckt mit Blick auf den Irankrieg fest.
       Sogar der russische Außenminister Sergej Lawrow sprach von „nützlichen
       Gesprächen“ mit seinem vatikanischen Amtskollegen Gallagher, der jetzt
       „Räume des Dialogs“ schaffen, also die Rolle des Vermittlers für einen
       Frieden übernehmen will.
       
       Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj signalisiert ohnehin
       Bereitschaft zu Verhandlungen. Allerdings unter Einbeziehung seiner
       Verbündeten, insbesondere europäischer Vertreter, [3][was wiederum der
       Kreml ablehnt.] Insgesamt sind die Friedensbemühungen trotz des aktuellen
       Zeitfensters ein schwieriges Unterfangen – auch für den Vatikan –, bei dem
       der Ukraine droht, sich beugen zu müssen. Für einen echten Frieden braucht
       Erzbischof Gallagher mehr als Gottes Segen.
       
       26 Aug 2026
       
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