# taz.de -- Umfrage von Aktion Mensch: Menschen mit Behinderung fühlen sich oft diskriminiert
> Sehr viele behinderte Menschen erleben Diskriminierung im Alltag, trauen
> sich aber nicht, sich zu beschweren. Viele glauben auch, dass es nichts
> bringt.
(IMG) Bild: Die Konsequenzen von Diskriminierung beeinflussen die gesellschaftliche Teilhabe der Betroffenen
kna | Sechs von zehn [1][Menschen mit Behinderung] in Deutschland haben in
den vergangenen fünf Jahren im Alltag Diskriminierung erlebt. Damit liegt
der Anteil etwa doppelt so hoch wie in der Gesamtbevölkerung, wie der
Verein Aktion Mensch am Dienstag aus einer Online-Umfrage unter fast 600
behinderten Menschen zitierte.
„So verwundert nicht, dass 76 Prozent der Meinung sind: In Deutschland wird
nicht genug gegen Diskriminierung getan“, folgerte die Sozialorganisation
in ihrer Mitteilung. Für mehr als ein Viertel der befragten Menschen mit
Behinderung ist Diskriminierung ein ständiges Problem. Der Umfrage zufolge
begegnen Barrieren ihnen am häufigsten im öffentlichen Raum (68 Prozent),
bei der Arbeit (59 Prozent) oder im Kontakt mit Behörden und Ämtern (57
Prozent).
„In durchweg allen Lebensbereichen machen Menschen mit Behinderung deutlich
[2][mehr diskriminierende Erfahrungen als die Allgemeinbevölkerung]“,
berichtete die Sprecherin der Aktion Mensch, Christina Marx. Diese reichten
von abwertenden Gesten über herabwürdigende Kommentare bis hin zu
[3][fehlender Barrierefreiheit].
## Ein Drittel der Betroffenen zweifelt an seinem Wert
Die Konsequenzen von Diskriminierung beeinflussen die gesellschaftliche
Teilhabe der Betroffenen: So vermeiden 44 Prozent nach einer erlebten
Diskriminierung ähnliche Situationen. Weitere 23 Prozent besuchen
ausschließlich Orte, an denen sie keine Ungleichbehandlung erwarten. Und
ein Drittel hat die Erfahrungen sogar internalisiert – sie zweifeln nach
entsprechenden Vorfällen an ihrem eigenen Wert und kämpfen mit dem Gefühl,
nicht zu genügen.
Oft sei auch das Vertrauen in Schutzmechanismen erschüttert, so Marx.
„Viele Menschen mit Behinderung fühlen sich nicht sicher genug in der
Gesellschaft verankert, um offiziell Beschwerde einzureichen – sie
befürchten, dadurch noch mehr Probleme zu bekommen. Oder sie glauben
schlicht nicht daran, dass es etwas nützt.“ Bestehende Melde- und
Beratungsstellen müssten mehr für ihre Bekanntheit tun. Denn 37 Prozent der
Betroffenen wüssten nicht, an wen sie sich wenden können.
25 Aug 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Wohnen-fuer-Menschen-mit-Behinderung/!6203545
(DIR) [2] /Reform-der-Kinder--und-Jugendhilfe/!6203749
(DIR) [3] /Barrierefreiheit-im-Nahverkehr/!6199925
## TAGS
(DIR) Leben mit Behinderung
(DIR) Diskriminierung
(DIR) Leben mit Behinderung
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Wohnen für Menschen mit Behinderung: Alles muss man selber machen
Julian Schmidgall benötigt einen Wohnplatz mit durchgehender Betreuung.
Trotz Rechtsanspruch ist die Suche nach einer passenden Einrichtung
vergeblich.
(DIR) Barrierefreiheit im Nahverkehr: Nicht alle dürfen mitfahren
Gleich zweimal hintereinander verweigern BVG-Fahrer einem Paar mit
Rollstuhl die Mitfahrt – nun klagen die Betroffenen. Der Fall steht für ein
größeres Problem.