# taz.de -- Eberhofer im TV: Der ewige Stenz
       
       > Ein neuer „Eberhofer“ läuft im Kino. Zeit, sich die Reihe noch mal
       > anzusehen. Und siehe: Man hat das alles schon mal gesehen – nicht in der
       > Realität.
       
 (IMG) Bild: Dampfnudeln forever
       
       Manchmal ist man spät dran. So war es bei mir mit den Eberhoferkrimis,
       deren zehnte Verfilmung gerade in den Kinos läuft. [1][Laut Kinocharts
       derzeit auf Platz 3,] hinter Spiderman und [2][Odyssee]. Darüber kann man
       nachdenken. Die Filme basieren auf den Bestsellern von Rita Falk, es gibt
       vierzehn, also genug Vorlagen für weitere Kinohits.
       
       Wie kam ich zum Eberhofer? Übers analoge Fernsehen! Im Juli saß ich auf
       einer Nordseeinsel, Frau und Kinder waren schon auf dem Weg ins Bett, ich
       fläzte übererholt auf dem Sofa, und vor mir hing dieser riesige
       Ferienwohnungsbildschirm. Und dann lief da ein Eberhofer. Und ich blieb
       nach einigen zappenden Ausbruchsversuchen dabei hängen, wurde angefixt.
       
       Warum? War es Nostalgie? Nach einem Bayern, das es so nie gegeben hat – und
       das eben deswegen nie vergeht? Mag sein. Aber tatsächlich habe ich als
       Schwabinger keine Erfahrung mit dem bayerischen oder sonstigem Dorfleben.
       Ich bin ein Städter wie der Eberhofer-Verkörperer Sebastian Bezzel, der
       nicht direkt unglücklich zu sein scheint, dass er, obwohl im Oberland
       gebürtig, in Hamburg lebt.
       
       Bezzel ist für mich auch der Schlüssel zu dieser Filmreihe. Denn er ist,
       ungewöhnlich für eine deutsche Produktion, eine gebrochene und schillernde
       Figur, ein Strizzi.
       
       ## Ein moderner Monaco Franze
       
       Man muss ihn einfach mögen, den Herrn Wachtmeister mit der Selbstgedrehten
       und dem schnellen Zug zur Knarre, der es so lang geschafft hat, nicht aus
       dem Schweinestall seiner ewigen Jugend vertrieben zu werden.
       
       Und mögen muss man ihn natürlich nicht. Denn er ist einer, der lieben
       lässt, statt selbst zu lieben, [3][ein moderner Monaco Franze], der dann
       mit Simon Schwarz auch seinen zeitgemäßen [4][Manni Kopfeck] an der Seite
       hat. Und zur großartigen Susi (Lisa Maria Potthoff) im Amt von
       Niederkaltenkirchen fällt einem halt auch sofort das klassische „Immer das
       Gschiss mit der Elli“ ein.
       
       Das sind also Genrefiguren in den Hauptrollen, die ich aus meiner Kindheit
       kenne. Und die Darsteller schaffen es, diese Figuren mit Leben zu füllen.
       Dazu gibt es Entdeckungen – ich habe gesagt, dass ich spät dran bin; aber
       Daniel Christensen als Ignaz Flözinger ist schon eine Nummer, insbesondere
       in den Wirtshausszenen! Und der pfundige alte Eisi Gulp als verkiffter
       Eberhofer-Vater ist halt nicht zuletzt deswegen interessant, weil er mit
       der Einzige ist, der ein wirklich sauberes Bairisch spricht – ein
       Schwabinger halt!
       
       6 Sep 2026
       
       ## LINKS
       
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 (DIR) [2] /Die-Odyssee-von-Christopher-Nolan-Ueberzeugende-Frauenfiguren-kommen-nicht-vor/!6197516
 (DIR) [3] http://az.de/40-Jahre-Fernsehserie-Monaco-Franze/!5946672&s/
 (DIR) [4] /Neue-Biografie-von-Karl-Obermayr/!5758756
       
       ## AUTOREN
       
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