# taz.de -- Sprengungen an Nord-Stream-Pipelines: Zweiter Verdächtiger gefasst
> In Kroatien wurde ein Ukrainer wegen der Sprengungen an
> Nord-Stream-Pipelines festgenommen. Er geht den Ermittlern nicht das
> erste Mal ins Netz.
(IMG) Bild: Anschlag in der Ostsee 2022
dpa | Vier Jahre nach den [1][Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipelines] ist
ein zweiter Verdächtiger gefasst worden. Die Bundesanwaltschaft ließ den
Ukrainer Wolodymyr Z. in Kroatien von dortigen Beamten festnehmen, wie die
Karlsruher Behörde mitteilte. Sie wirft ihm unter anderem das
gemeinschaftliche Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion vor.
Bei dem Festgenommenen handelt es sich um den Mann, der im Herbst 2025
bereits in Polen festgenommen worden war. Die polnische Justiz [2][lehnte
den deutschen Auslieferungsantrag damals ab], der Ukrainer kam frei.
Der Mann soll laut Bundesanwaltschaft als ausgebildeter Taucher an den
Tauchgängen in der Ostsee beteiligt gewesen sein, bei denen die Sprengsätze
an den Gasleitungen platziert wurden. Für den Transport nutzten er und
seine Mittäter demzufolge eine Segeljacht, die aus Rostock startete.
Mithilfe gefälschter Ausweispapiere soll diese über Mittelsmänner bei einem
deutschen Unternehmen angemietet worden sein.
## Anklage gegen mutmaßlichen Komplizen in Hamburg
Mehrere Sprengungen in der Nähe der dänischen Ostseeinsel Bornholm hatten
die beiden Nord-Stream-Pipelines im September 2022 so sehr beschädigt, dass
kein Gas mehr durchgeleitet werden konnte. Durch Nord Stream 1 floss vorher
russisches Erdgas nach Deutschland, Nord Stream 2 war noch nicht in
Betrieb.
Bislang wurde [3][für die Anschläge] niemand zur Rechenschaft gezogen. Ende
August 2025 konnte der mutmaßliche Drahtzieher der Operation, Serhij K.,
auf Grundlage eines Europäischen Haftbefehls an der Adriaküste gefasst
werden. Er war dort im Urlaub mit seiner Familie. Die Bundesanwaltschaft
hat vor einigen Wochen Anklage gegen ihn am Hanseatischen Oberlandesgericht
Hamburg erhoben.
19 Aug 2026
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