# taz.de -- Verkauf der Los Angeles Lakers: Basketball-Deal unter massivem Druck
       
       > Beim Verkauf der Los Angeles Lakers wird über die Einflussnahme des
       > US-Präsidenten spekuliert. Käufer ist der Bruder von Donald Trumps
       > Schwiegersohn.
       
 (IMG) Bild: Die Los Angeles Lakers sind die teuerste Marke im US-Basketball
       
       Als LeBron James Ende Juni seinen Wechsel von den Los Angeles Lakers nach
       Philadelphia bekannt gab, glaubten die meisten Kommentatoren noch an
       sportliche Gründe. James spielte in seiner 23. Profi-Saison noch immer auf
       allerhöchstem Niveau. Die Lakers kamen trotzdem nicht über die zweite Runde
       der Playoffs hinaus.
       
       Im Nachhinein ist es jedoch durchaus wahrscheinlich, dass James andere
       Gründe hatte, aus L. A. zu verschwinden, wo er eigentlich seine Karriere
       ausklingen lassen wollte. In der vergangenen Woche wurde überraschend der
       Verkauf der Lakers für 12,5 Milliarden Dollar bekannt gegeben. Die Umstände
       des Deals waren jedoch überaus dubios.
       
       Käufer der Mannschaft waren der Bruder von Donald Trumps Schwiegersohn
       Jared Kushner, [1][Josh Kushner,] sowie der ehemalige Disney Chef Bob Iger.
       Dies befeuerte Spekulationen, dass Donald Trump selbst die Finger dabei im
       Spiel gehabt haben könnte. Die Vermutung wird dadurch untermauert, dass der
       bisherige Besitzer der Lakers, Mark Walter, die legendäre Mannschaft nach
       nur einem Jahr unter massivem Druck wieder abstieß. Die Verhandlungen um
       den Milliarden-Deal dauerten keine drei Tage.
       
       Walter hatte es lange Zeit geschafft, relativ anonym zu bleiben, obwohl er
       einer der größten Investoren im Sportbusiness ist. Ihm gehörten neben den
       Lakers die L. A. Dodgers, die in den vergangenen sechs Jahren dreimal die
       World Series gewannen – nicht zuletzt, weil Walter dazu bereit war,
       ungeheure Summen in das Team zu stecken. Zusätzlich zu den Dodgers gehört
       Walter der FC Chelsea, das WNBA-Team L. A. Sparks, [2][die Frauen-Eishockey
       Liga PWHL] sowie der Formel-1-Rennstall Cadillac.
       
       ## Im Visier des FBI
       
       Das Vermögen, mit dem Walter seine sportlichen Aktivitäten finanziert,
       stammt aus seinem Lebensversicherungsgeschäft, zuvorderst der Delaware Life
       Versicherung und ihrer Schwester Clear Spring. Die Gesellschaften gerieten
       im vergangenen Jahr ins Visier des FBI. Unmittelbar nach einer Landung
       seines Privatjets kamen Beamte an Bord und beschlagnahmten den Laptop und
       das Telefon von Walter.
       
       Investitionen von Lebensversicherungen sind selbst in den USA stark
       reguliert, um die Stabilität der Anlagen zu garantieren. Anscheinend haben
       die Firmen von Walter jedoch die gesetzlichen Einschränkungen kreativ
       umgangen. So gab es offenbar großzügige Kredite an Walters eigene Firmen
       aus dem Versicherungsgeschäft – zum Beispiel eine
       4-Milliarden-Dollar-Anleihe an Dodgers Tickets, eine Unterfirma seines
       Baseballteams. Keine dieser Anleihen war akkurat gekennzeichnet.
       
       Nachdem der Bund Untersuchungen gegen Walter eingeleitet hatte, musste
       Delaware Life 17 Milliarden an betrügerisch gekennzeichneten oder nicht
       verbuchten Investitionen in mit Walter verbundenen Unternehmen zugeben. Nun
       ist Walter unter Druck, diese Investitionen rückgängig zu machen und seine
       Unternehmen neu zu finanzieren.
       
       Dabei dürften die 12,5 Milliarden aus dem Lakers Verkauf überaus hilfreich
       sein. Zusätzlich wird berichtet, dass Walter seine Anteile an Chelsea
       verkaufen möchte. Dass der Zuschlag für die Lakers an Josh Kushner und
       seinen Mitinvestor, den ehemaligen Disney Chef Bob Iger, ging, dürfte kaum
       zufällig sein. Als Chef von Disney hat Iger sich besonders dabei
       hervorgetan, vor Trump auf die Knie zu fallen – nicht zuletzt durch die
       Streichung von DEI-Programmen und die Absetzung des kritischen
       Talkshow-Gastgebers Jimmy Kimmel.
       
       Walter kann sich nun eine Minderung des Drucks auf seine verschiedenen
       Unternehmungen erhoffen. Auch seine Investmentfirma Guggenheim hat
       Schwierigkeiten: Sie wird derzeit von der Finanzaufsicht SEC unter die Lupe
       genommen. Der neue SEC-Chef Paul Atkins ist jedoch auch ein Trump Mann und
       ein Befürworter des Schutzes von Unternehmen vor allzu strenger
       Regulierung.
       
       Als [3][lautstarker Trump-Kritiker] dürfte LeBron James jetzt froh sein,
       dass er mit all dem nichts mehr zu tun hat. Allerdings hat sich der 76ers
       Besitzer Josh Harris in der Vergangenheit auch nicht gescheut, Trump zu
       schmeicheln, wenn dies seinen Interessen diente. Ganz, so scheint es, kann
       man im US-Sport Trump nicht mehr ausweichen.
       
       18 Aug 2026
       
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