# taz.de -- Nach Uni-Skandal im britischen Cambridge: Ex-Professor Jason Arday tot aufgefunden
> Erst gefeiert, dann gestürzt: Der über eine Plagiatsaffäre gestolperte
> Akademiker Jason Arday ist tot. Seine Familie erhebt schwere Vorwürfe.
(IMG) Bild: Jason Arday (1985-2026)
afp/taz | Der vor einer Woche wegen einer Plagiatsaffäre zurückgetretene
britische Star-Professor Jason Arday ist tot. Der Wissenschaftler der
Elite-Universität Cambridge sei an einer Adresse im Süden Londons ohne
Lebenszeichen entdeckt und von Rettungskräften für tot erklärt worden,
berichteten am Freitagabend mehrere Medien. Später bestätigte die
Universität den Tod des 41-Jährigen. Die Familie des schwarzen Akademikers
erhob schwere Vorwürfe.
Die Polizei wurde nach eigenen Angaben vom Rettungsdienst alarmiert,
nachdem ein Mann in einem Gebäude im Stadtteil Battersea nicht ansprechbar
aufgefunden worden sei. „Leider wurde der 41-jährige Mann vor Ort für tot
erklärt.“ Der Tod sei als unerwartet eingestuft worden. Es werde nicht von
einem verdächtigen Hintergrund ausgegangen. Obwohl die Londoner Polizei wie
üblich keine Namen nannte, war laut Medienberichten klar, dass es sich bei
dem Toten um Arday handelte.
Dies bestätigte in der Nacht Ardays Familie, die mit Blick auf die Vorwürfe
gegen den Akademiker von Mobbing und Schikane sprach. „Die
Desinformationskampagne war einfach zu viel für Jason“, hieß es in einer
Erklärung, die über seinen Verlag Simon & Schuster veröffentlicht wurde.
„Er war ein sanftmütiger Mensch, der in jedem stets das Gute sehen wollte.“
Die Familie zeigte sich „zutiefst erschüttert über den Verlust dieses
wunderbaren Vaters, Partners, Bruders, Onkels und Sohnes.“
Auch die Vizekanzlerin [1][der elitären Universität], Deborah Prentice,
zeigte sich „zutiefst betrübt über diese tragische Nachricht“. In einer
kurzen Erklärung hieß es weiter: „Unser tiefstes Mitgefühl gilt der Familie
und den Freunden von Jason Arday in dieser unglaublich schweren Zeit.“
## Akademiker beklagte „rassistisch motivierte Kampagne“
Arday war [2][2023 als jüngster schwarzer Professor in Cambridge gefeiert]
worden, damals war er 37 Jahre alt. In der vergangenen Woche trat er mit
sofortiger Wirkung sowohl von seiner Stelle als Professor für
Bildungssoziologie an der Universität als auch als Fellow des Jesus College
zurück, nachdem die Universität eine Untersuchung [3][zu sich mehrenden
Plagiatsvorwürfen] hinsichtlich seiner Dissertation angekündigt hatte.
In einem online veröffentlichten Brief betonte Arday, dass seine
Entscheidung nicht „als Zustimmung zu den Darstellungen, die mich umgeben,
missverstanden werden“ dürfe.
Die Times hatte zuvor mehrere investigative Artikel über die Arbeit und das
Privatleben des Soziologie-Professors veröffentlicht. In einem Interview
mit der Zeitung räumte der Akademiker „Fehler“ in seiner wissenschaftlichen
Arbeit ein, erklärte jedoch, er werde zu Unrecht „als Lügner, Fantast und
wissenschaftlicher Betrüger dargestellt“. Zudem sprach er von einer
„rassistisch motivierten Kampagne“, um ihn aus seinem Amt „zu entfernen“.
Die Universität Cambridge hat Untersuchungen über mögliche
Unregelmäßigkeiten bei Ardays Berufung sowie über das Einstellungsverfahren
von Professoren insgesamt angekündigt.
Haben Sie suizidale Gedanken? Dann sollten Sie sich unverzüglich ärztliche
und psychotherapeutische Hilfe holen. Bitte wenden Sie sich an die nächste
psychiatrische Klinik oder rufen Sie in akuten Fällen den Notruf an unter
112. Eine Liste mit weiteren Angeboten finden Sie unter
taz.de/suizidgedanken.
15 Aug 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Ueber-die-Abgruende-einer-Elite-Uni/!5623388
(DIR) [2] https://www.bbc.com/news/uk-england-cambridgeshire-64717079
(DIR) [3] /Skandal-um-Professor-in-Grossbritannien/!6203006
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