# taz.de -- COP gegen Wüstenbildung: Die kleine Schwester der Klimakonferenz
> Die UN-Konferenz gegen Wüstenbildung beginnt in der Mongolei. Themen sind
> neue Strategien zur Rettung von Weideland und die Bekämpfung der Dürre.
(IMG) Bild: Nomade in der mongolischen Steppe: Das Gastgeberland der 17. UN-Konferenz ist besonders von Wüstenbildung betroffen
Deutschland hat bereits abgewunken: Die bestehenden Abkommen reichten. Ein
weltweit verbindliches Dürreprotokoll wird es wohl auch bei der
diesjährigen Wüsten-COP nicht geben. Schon bei den UN-Verhandlungen in
Saudi-Arabien vor zwei Jahren waren Europa, die USA und Argentinien
dagegen, während Afrika als besonders von Wüstenbildung betroffener
Kontinent ein „Protokoll“ forderte – also eine Art verbindlichen
Teilvertrag, auf dessen Grundlage betroffene Staaten Unterstützung erhalten
können.
Das ist nur eines der Themen der an diesem Montag startenden 17.
UN-Konferenz gegen Wüstenbildung in der Mongolei. In den kommenden fast
zwei Wochen verhandeln in der Hauptstadt Ulaanbaatar rund 10.000 Vertreter
aus 197 Ländern über Lösungen gegen Wüstenbildung, Bodendegradation und
Dürre. Die Konferenz ist Teil der Konvention der Vereinten Nationen zur
Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD).
Alles steht unter dem Motto „[1][Restoring Land. Restoring Hope]“, Land und
damit auch Hoffnung wiederherstellen. Das ist dringend nötig. Denn die Welt
leidet: Laut UNCCD sind bereits bis zu 40 Prozent der globalen Landfläche
von der Verschlechterung der Bodenqualität betroffen.
Natürlich geht es bei der Konferenz ums Geld: Laut UN verursachen
Desertifikation, Bodendegradierung und Dürren weltweit jährlich 900
Milliarden US-Dollar Kosten. Ziel der Konferenz ist es, mehr Investitionen
in Widerstandsfähigkeit gegen Dürre und für eine nachhaltigere
Landwirtschaft zu mobilisieren.
## Drei COPs unter dem Dach der Vereinten Nationen
Unter Wüstenbildung versteht man den Prozess, bei dem Wüsten oder
wüstenähnliche Landschaften entstehen. Meist wird er durch Bodendegradation
ausgelöst – der Verschlechterung des Bodens vor allem in trockenen
Regionen. Der Klimawandel und starke Landnutzung verstärken diese Prozesse.
Das bedroht die Lebensgrundlage vieler Menschen: Wüstenbildung kann zu
Armut, Hunger und Artensterben führen.
Erstmals im Fokus der internationalen Politik stand das Problem nach einer
Dürrekatastrophe in der Sahelzone Anfang der Siebzigerjahre. Sie führte zu
Hungersnot und schätzungsweise einer Million Toten. Als Reaktion
entwickelten 94 Staaten einen Aktionsplan, der Wüstenbildung vorbeugen und
diese rückgängig machen sollte. Bis zur Jahrtausendwende sollte er
umgesetzt werden, doch heute gilt das Projekt als gescheitert – unter
anderem wegen fehlender Finanzierung.
Im Jahr 1996 trat die UN-Konvention gegen Wüstenbildung in Kraft. Die erste
Konferenz fand im Jahr danach in Rom statt. Die Wüstenkonferenz ist heute
eine von drei COPs unter dem Dach der Vereinten Nationen – kurz für
„Conference of the Parties“. Während die deutlich größere und bekanntere
[2][UN-Klimakonferenz] jährlich veranstaltet wird, finden die Konferenzen
zu Biodiversität und Wüstenbildung alle zwei Jahre statt.
Es lohnt sich, einen Blick auf die eher unbekannte Wüstenkonferenz zu
werfen. Der Austragungsort ist nicht zufällig gewählt. Die Mongolei ist
viermal so groß wie Deutschland und eines der am stärksten von
Wüstenbildung betroffenen Länder weltweit. Mehr als drei Viertel der
Landfläche sind laut UNCCD bereits geschädigt. Damit das nicht so bleibt,
will die Mongolei unter anderem bis 2030 eine Milliarde Bäume pflanzen.
Auch weltweit ist Land von Wüstenbildung bedroht, besonders in Asien und
Afrika, aber zum Beispiel auch in Sizilien, am Toten Meer oder in kleinerem
Maßstab in Brandenburg.
Damit Wüsten besser vermieden werden können, soll auf der COP auch eine
KI-gestützte globale Plattform zur Dürreüberwachung vorgestellt werden. Die
Delegierten wollen zudem eine neue Strategie zum Schutz von Weideland und
Viehzüchtern aushandeln – passend zum [3][Internationalen Jahr der
Weidelandschaften und des Hirtentums], das die UN 2026 ausgerufen hat.
16 Aug 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.unccd.int/cop17
(DIR) [2] /Weltklimakonferenz/!t5018328
(DIR) [3] https://weidelandschaft-hirtentum.de/aktionen-internationales-jahr-2026/
## AUTOREN
(DIR) Pauline Ruprecht
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