# taz.de -- EU-Verpackungsrichtlinie: Ewigkeitschemikalien und Fast Food gehören nicht zusammen
> Ob Coffee to go, Mitnehm-Pizza oder Onlineversand-Karton – in der EU
> fällt viel Verpackungsmüll an. Neue Regeln sollen den Abfall reduzieren.
(IMG) Bild: Soll künftig zumindest frei von PFAS sein: Fast-Food-Verpackungsmüll in der Innenstadt von Frankfurt am Main
dpa | Ab heute dürfen in der EU keine fettabweisenden Burger-Boxen oder
Gebäckpapiere mit bestimmten Schadstoffen mehr auf den Markt gebracht
werden. Die von nun an geltende EU-Verpackungsverordnung schreibt neue
Grenzwerte für sogenannte [1][PFAS (per- und polyfluorierte
Alkylsubstanzen)] in Lebensmittelverpackungen vor. Mit den auch
Ewigkeitschemikalien genannten Stoffen soll etwa das Durchweichen des
Pommes-Kartons oder der Döner-Tüte verhindert werden.
Der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg zufolge sind die Grenzwerte ab
jetzt so niedrig, dass eine absichtliche Verwendung quasi ausgeschlossen
ist. Was in Lagern liegt, darf noch verwendet werden. Die Stoffe [2][stehen
im Verdacht, gesundheitsschädlich] zu sein.
Neben den strengen Grenzwerten für PFAS bringt die neue Verordnung auch
andere weitreichende Veränderungen mit sich. Für Verbraucher dürften die
meisten davon allerdings erst ab 2030 sicht- und spürbar werden.
Künftig müssen Verpackungen recyclingfähig und so klein wie möglich sein.
Der erlaubte Leerraum etwa in Kartons bei Online-Bestellungen wird auf 50
Prozent begrenzt. Dabei gilt auch der Platz, der etwa mit Papier,
Luftpolsterfolie oder Styropor-Chips gefüllt ist, als Leerraum.
## Verpackung braucht gute Gründe
Darüber hinaus sind dann bestimmte Einwegplastikverpackungen für
unverarbeitetes frisches Obst und Gemüse untersagt. Auch sind etwa sehr
leichte Plastiktüten verboten – außer sie werden aus Hygienegründen oder
für lose Lebensmittel benötigt und wirken so der Lebensmittelverschwendung
entgegen.
[3][Verpackungsmüll] ist ein großes Problem. Im Jahr 2023 fielen dem
EU-Statistikamt Eurostat zufolge 177,8 Kilogramm Verpackungsabfälle pro
Einwohner an. Die neuen Regeln sollen dafür sorgen, dass der
Verpackungsmüll in der EU bis 2040 schrittweise um mindestens 15 Prozent im
Vergleich zu 2018 reduziert wird. Bis 2030 sollen es 5 Prozent weniger
sein, 10 Prozent bis 2035.
12 Aug 2026
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