# taz.de -- „Eingelocht“ ist wieder da: Wie der Golfer Donald Trump im Soccermilieu versackte
       
       > Nach dem Fußballsommer ohne Golf-Kolumne müssen wir auf den Finalabend
       > der WM zurückblicken. Und dabei muss es um den golfenden Wüterich gehen.
       
 (IMG) Bild: Der rechts hat ein Turnier in New Jersey gewonnen (Joaquin Niemann), die links hat ihn vorher schon geheiratet (Christina Puga)
       
       Alles war über Monate Fußball, dabei kamen auch aus der Golfwelt
       überraschende Meldungen: Harry Kane, der englische Kicker vom FC Bayern,
       wurde von Donald Trump als Golfpartner benannt. Vor anderthalb Jahren habe
       eine gemeinsame Runde stattgefunden. Kane, spektakulär gutes Handicap 3,
       bestätigte auf Nachfrage und brandmarkte das Erlebnis als „surreal“.
       [1][Für Kane hatte das Zwangsouting Folgen]: Er traf bei der WM kein
       einziges reales Mal mehr (und wurde im letzten Spiel von seinem Trainer
       Thomas Tuchel erst gar nicht mehr eingesetzt).
       
       Mittlerweile liest sich das Glossar der Erdenbewohner, die mit dem greisen
       Präsidentendarsteller mal auf die Runde gegangen sind, wie ein Who is Who
       weltweiter Prominenz. Klar, da sind diverse Profigolfer, wie die noch
       greiseren Jack Nicklaus und Gary Player, mehrfach Tiger Woods, Annika
       Sörenstam, Ernie Els, der angebliche Gutmensch Bernhard Langer oder auch
       der Nordire Rory McIlroy. Der später sagte, diesen Sündenfall tue er sich
       nicht nochmal an. Immerhin.
       
       Auch jenseits der Golfszene hat Trump vielerlei Menschen an seine Seite
       gelockt, Japans Exministerpräsidenten Shinzo Abe etwa oder
       Schreckensgestalten wie seinen kürzlich verstorbenen Politkumpel Senator
       Lindsey Graham, die Witzfigur Rudi Giuliani oder Basketballlegende Michael
       Jordan. Hollywood-Mime Samuel L. Jackson, der für seine Rolle in Tarantinos
       „Pulp Fiction“ eine Oscar-Nominierung bekam, berichtete nach der Runde
       belustigt, Mr. Präsident lege seinen Ball einfach an anderer,
       vorteilhafterer Stelle hin oder werfe den eines Mitspielers vom Grün in den
       Sandbunker.
       
       Die norwegische Profigolferin Suzann Pettersen erlebte Ähnliches: „Er
       betrügt höllisch. Ich muss darüber immer sehr lachen.“ Der gottbegnadete
       Schlägerschwinger wird neben „Commander in Chief“ (Oberbefehlshaber) längst
       als „Commander in Cheat“ gefeiert, was sich mit Oberschummler übersetzen
       lässt.
       
       ## Ärgerlich
       
       Für den Golfer Trump war das Finale der Fußball-WM, das er als ahnungsloser
       Gastgeber zu besuchen hatte, ein multiples Ärgernis. Nicht nur, weil der
       fürchterliche Kommunist Pedro Sánchez aus dem Zwergstaat Spanien in seiner
       Nähe saß. Auch, dass zehntausende bezahlte Antifa-Claquere ihn, the
       Greatest One, beim Betreten des Rasens auszubuhen wagten. Dass er sich nur
       für ein paar Momente am Rande ins Siegerfoto drängeln konnte. Oder später
       der gescheiterte Verkaufsdeal dieses seltsamen Sports an seinen
       Familienclan durch Fifa-Kumpel Johnny.
       
       Geradezu ungehörig frech war, dass es die beiden Argentinier Óscar Romero
       und Lautaro Martínez schafften, ihm bei der Siegerehrung den Handschlag
       durch ein elegantes Ausweichmanöver zu verweigern. Wobei: Passender zur
       giftigen WM-Performance der Argentinier wäre gewesen, das kleine
       Patschehändchen des Golfpräsidenten so stählern zu greifen, dass er nie
       wieder einen Schläger hätte halten können. Und kein Dekret mehr
       unterschreiben.
       
       Golferisch kam noch eine besondere Schmach hinzu: Wegen dieses komischen
       Soccer-Termins verpasste es Trump, die dramatischen letzten Bahnen der
       British Open zu gucken, das älteste Golfturnier der Welt. Eigentlich ein
       Muss. Zumal dort gerade sein mehrfacher Spielpartner und Speichellecker
       Bryson DeChambeau um den Sieg kämpfte.
       
       Am Ende brach sein Buddy jämmerlich ein. Und dann wurden noch zwei andere
       US-Amerikaner, Sam Burns und Cameron Young, am letzten Loch vom weitgehend
       unbekannten Neuseeländer Ryan Fox überholt. Sensationssieg. Toller Mann.
       Der größte.
       
       10 Aug 2026
       
       ## LINKS
       
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