# taz.de -- Wegen Fifa-Investorendeal: Kulturstaatsminister Weimer fordert Rücktritt von Infantino
       
       > Mit Wolfram Weimer fordert erstmals ein Mitglied der Bundesregierung den
       > Rücktritt des Fifa-Chefs. Vom DFB erwartet er „aktiven Widerstand“.
       
 (IMG) Bild: Kulturstaatsminister Wolfram Weimer: parteilos, aber mit einer Meinung zu Fußball
       
       dpa | Kultur- und Medienstaatsminister Wolfram Weimer fordert als erstes
       Mitglied der Bundesregierung den Rücktritt des
       Fußball-Weltverbandspräsidenten Gianni Infantino. „Infantino hat dem
       Weltfußball mit einem geplanten Ausverkauf der WM schwer geschadet“, sagte
       der parteilose 61-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. „Er hat das
       Vertrauen der europäischen Fußballcommunity verloren und sollte sich im
       kommenden Jahr nicht mehr zur Wiederwahl stellen.“
       
       Infantino hatte versucht, [1][Anteile an Turnieren des Weltverbandes an
       private Investoren] zu verkaufen. Nach wenigen Tagen [2][stoppte er diese
       Pläne unter großem Druck], vor allem von der Europäischen Fußball-Union
       Uefa.
       
       ## „Stimme des DFB hat Gewicht“
       
       „Fußball ist ein Kulturgut für alle und keine Spekulationsware für wenige“,
       sagte Weimer. „Die Uefa hat sich mit einer WM-Boykottdrohung eindeutig
       positioniert – das verdient Respekt und unsere Unterstützung.“
       
       Vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) fordert Weimer „aktiven Widerstand“ gegen
       Infantino: „Der DFB ist mit seinen 24.000 Vereinen und acht Millionen
       Mitgliedern der größte Sportverband der Welt. Seine Stimme hat Gewicht.“
       Ohne DFB, Uefa und den europäischen Fußball werde es keine Fußball-WM
       geben. Die Uefa hat [3][ihre Boykottdrohung auch nach dem Aus des
       Investorendeals aufrechterhalten].
       
       ## „Hinterzimmer-Methoden“
       
       Weimer kritisiert auch „die Hinterzimmer-Methoden“, mit denen Infantino den
       Weltverband führe. So müsse aufgeklärt werden, wie es bei der Fußball-WM
       zur Aussetzung der Rotsperre für den US-Fußballer Folarin Balogun gekommen
       sei und ob ein Anruf des US-Präsidenten Donald Trump bei Infantino dabei
       eine Rolle gespielt habe.
       
       ## „Clever-gierige Dealmaker“
       
       „Der Fußball gehört allen, nicht einer Clique von clever-gierigen
       Dealmakern“, sagt Weimer. „Er ist keine niedrige Ware, sondern ein hoher
       Wert, ein demokratisches Gemein- und Kulturgut, das auf Offenheit,
       Mitmachen, Respekt und Fairness basiert. Teilhabe von allen gehört zur
       Integrität des Fußballs, nicht die Gewinne von Wenigen. Die Preise für
       Tickets und Fan-Trikots sind bereits jetzt zu hoch.“
       
       8 Aug 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Verkauf-von-WM-Anteilen-Die-Empoerung-der-Uefa-ist-sympathisch-aber-scheinheilig/!6200026
 (DIR) [2] /Nach-dem-Aus-fuer-die-Investorenplaene-Fifa-Praesident-Infantino-kaempft-um-seine-Wiederwahl/!6201061
 (DIR) [3] /Die-Fifa-und-der-reine-Fussball/!6201069
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Gianni Infantino
 (DIR) Wolfram Weimer
 (DIR) Fifa
 (DIR) Uefa
 (DIR) Fußball
 (DIR) GNS
 (DIR) Reden wir darüber
 (DIR) Gianni Infantino
 (DIR) Fußball
 (DIR) Fußball
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Infantino räumt Fehler ein: Uefa bleibt beim Boykott
       
       Für Gianni Infantino ist ein Rücktritt nach seinen krachend gescheiterten
       WM-Umbau-Plänen keine Option. Die Antwort aus Europa kommt prompt – und ist
       deutlich.
       
 (DIR) Fifa-Präsident bleibt im Amt: Eine Entschuldigung ohne Substanz
       
       Nach einer Krisensitzung stellt sich das Fifa-Management hinter Präsident
       Gianni Infantino. Derweil wird bekannt, wie der den Fußball schon mal
       verkaufen wollte.
       
 (DIR) Kandidaten für Infantinos Nachfolger: Fünf Gauner für Zürich
       
       Gianni Infantinos Zeit als Fifa-Präsident geht zu Ende. Die taz stellt
       Kandidaten vor, die die Korruptionstradition des Verbands weiterführen
       könnten.