# taz.de -- Neue Sanktionen gegen den Karibikstaat: US-Regierung geht gegen Kubas Waffenimporte vor
> Die USA verhängen neue Sanktionen gegen Militärunternehmen und
> hochrangige Beamte. Kuba verbreitet laut US-Außenminister Rubio „giftige
> marxistische Ideologie“.
(IMG) Bild: Kuba im Visier: US-Außenminister Marco Rubio
dpa/afp | Die USA gehen gegen die militärische Zusammenarbeit Kubas mit dem
Ausland und Waffenimporte in das sozialistische Land vor. Wie das
US-Außenministerium mitteilte, werden Sanktionen gegen fünf Unternehmen und
acht Einzelpersonen verhängt, die die militärischen Beziehungen Havannas
sowie Waffenlieferungen an die kubanische Regierung ermöglichen. Zu den
gelisteten hochrangigen Beamten zählen Kubas Minister der Revolutionären
Streitkräfte, Álvaro López Miera, sowie die kubanischen Militärattachés an
den Botschaften in Moskau und Peking.
„Das kommunistische Regime in Kuba ist ein staatlicher Förderer des
Terrorismus, der die USA ausspioniert, gewalttätige linke Radikale
bewaffnet, giftige marxistische Ideologie verbreitet und nur 90 Meilen
(rund 145 Kilometer) vor unserer Küste als Operationsbasis für Russland,
China und Iran dient“, schrieb US-Außenminister Marco Rubio auf der
Plattform X.
Washington: Das Militär wird auch gegen die Bevölkerung eingesetzt
Mit der [1][Aufnahme in die Sanktionsliste] dürfen US-Bürger und
-Unternehmen grundsätzlich keine Geschäfte mehr mit den Betroffenen
tätigen. Mögliche Vermögenswerte in den USA werden eingefroren.
Kubas Militär und Geheimdienste arbeiten laut Washington [2][nicht nur mit
Gegnern der Vereinigten Staaten zusammen]. Sie sollen zudem die wichtigsten
Akteure bei der Unterdrückung der kubanischen Bevölkerung sowie
Knotenpunkte der Korruption in dem wirtschaftlich schwer angeschlagenen
Karibikstaat sein.
Unter den von den neuen Sanktionen betroffenen Unternehmen sind mehrere auf
die Beschaffung und Wartung von Rüstungsgütern spezialisierte Firmen.
Washington wirft ihnen vor, Kuba beim Kauf von Waffen aus Russland und
China zu unterstützen.
Die Maßnahmen folgen auf einen im Juli veröffentlichten Bericht des
US-Außenministeriums zu Kubas militärischen und diplomatischen Aktivitäten.
Darin warf Washington der Regierung in Havanna eine enge Zusammenarbeit mit
Russland und China vor. Unter anderem heißt es, beide Staaten hätten Kuba
mit Rüstungsgütern und Überwachungstechnik versorgt.
Seit dem Sieg der kubanischen Revolution 1959 unter Fidel Castro sind die
Beziehungen zwischen Washington und Havanna angespannt. Unter Präsident
Donald Trump nahmen die Spannungen zuletzt nochmals zu. Mit zahlreichen
Sanktionen und einer Blockade von Öllieferungen will er [3][einen
wirtschaftlichen und politischen Wandel auf der Insel erzwingen]. Trump hat
wiederholt eine mögliche „Übernahme“ Kubas ins Spiel gebracht.
## UN-Experten warnen vor Krise in Kuba wegen US-Sanktionen
Eine Gruppe von Menschenrechtsexperten im Auftrag der Vereinten Nationen
hat vor den Konsequenzen der US-Sanktionen für die Menschen in Kuba
gewarnt. „Die humanitären Konsequenzen entwickeln sich schon jetzt zu einer
ausgewachsenen Krise“, warnten die Experten in einem am Donnerstag
veröffentlichten Bericht. Auf der Karibikinsel steige das Risiko einer
Lebensmittel- und Medikamentenknappheit.
Durch die Sanktionen der USA haben zahlreiche Menschen nicht durchgehend
Zugang zu Strom und fließendem Wasser. Nahrungsmittel dürften nie als
politisches Druckmittel genutzt werden, so die Experten. Sie sprachen von
„Maßnahmen, die eine Bevölkerung wissentlich der Mittel zum Überleben
berauben“ und „den Kern der Menschenwürde untergraben“. Sie forderten die
US-Regierung auf, ihre Drohungen einzustellen und alle Sanktionen
aufzuheben, „die im Gegensatz zum Völkerrecht stehen“.
Die Menschenrechtsexperten wurden vom Menschenrechtsrat berufen und
sprechen nicht für die Organisation der Vereinten Nationen selbst.
7 Aug 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Karibikinsel-in-der-Krise/!6195962
(DIR) [2] /Oelkrise-auf-Kuba/!6190380
(DIR) [3] /Blackout-in-Kuba/!6194138
## TAGS
(DIR) Kuba
(DIR) Marco Rubio
(DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
(DIR) Rüstung
(DIR) Kuba
(DIR) Nicaragua
(DIR) Kuba
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Inselstaat in demografischer Krise: Immer mehr Menschen verlassen Kuba
In den letzten fünf Jahren ist die kubanische Bevölkerung je nach Quelle um
bis zu 3 Millionen Menschen geschrumpft. Die Auswanderungswelle hat Folgen.
(DIR) Demokratie in Lateinamerika: Nicaraguas Präsident will nie wieder wählen lassen
Als Guerillakämpfer gegen die Diktatur war Daniel Ortega einst
Hoffnungsträger linker Solidarität. Inzwischen ist er selbst zum Diktator
verkommen.
(DIR) Nach fünfjähriger Haft in Kuba: Dissident Luis Manuel Otero Alcántara in die USA ausgereist
Der kritische Künstler war einer von Hunderten politischen Gefangenen im
kommunistischen Kuba. Von Miami aus will er weiter Kunst machen.