# taz.de -- +++Nachrichten im Irankrieg+++: Iran meldet nahe Einigung mit Oman zur Straße von Hormus
> Iran und Oman verhandeln über die strategisch wichtige Meerenge zwischen
> beiden Ländern. Laut Teheran steht eine Einigung kurz bevor. Wie
> reagieren die USA?
(IMG) Bild: Tanker vor Oman, 3. August 2026
## Iranische Fußballerinnen in Australien eingebürgert
Ihre Heimat haben sie hinter sich lassen müssen, nun haben sie eine neue
gefunden: Die iranischen Fußballerinnen Fatemeh Pasandideh (22) und Atefeh
Ramezanisadeh (34), die während des Asien Cups Asyl in Australien beantragt
hatten, sind australischen Medienberichten zufolge eingebürgert worden. Bei
einer feierlichen Zeremonie in Brisbane bekamen sie bereits am Mittwoch in
einer Zeremonie mit Innenminister Tony Burke ihre neuen Dokumente
überreicht.
Die beiden gehörten zu einer Gruppe von insgesamt sieben Teammitgliedern,
die während des Turniers Asyl in Down Under bekommen hatten. Hintergrund
war, dass die Mannschaft vor dem Auftaktspiel die Nationalhymne nicht
mitgesungen hatte. In Iran wurde das [1][als Zeichen gegen die Führung in
Teheran] gewertet. Staatsmedien bezeichneten sie später als
„Verräterinnen“, auch wenn sie bei den folgenden Partien wieder mitsangen
und salutierten. (dpa)
## Zwei israelische Soldaten bei Kämpfen im Südlibanon getötet
Bei Kämpfen im Südlibanon sind nach Angaben der israelischen Armee zwei
ihrer Soldaten getötet worden. Bei ihnen handele es sich um zwei 33 und 34
Jahre alte Reservisten, teilte die Armee am Donnerstag mit. Es seien die
ersten Todesopfer in den Reihen der Armee seit mehr als einem Monat. Die
israelische Armee kämpft im Libanon [2][gegen die proiranische
Hisbollah-Miliz]. Bei einem israelischen Angriff in der Stadt Tibnin waren
am Mittwoch nach Angaben der libanesischen Nachrichtenagentur NNA ein
Mensch getötet und elf weitere verletzt worden. Vor den Angriffen hatten
die israelischen Streitkräfte erstmals seit mehreren Wochen wieder Menschen
im Süden des Libanon zur sofortigen Evakuierung aufgerufen.
Derzeit läuft eine neue Gesprächsrunde zwischen Israel und dem Libanon in
Rom. Die Gespräche in der italienischen Hauptstadt hatten am Dienstag
begonnen und sollen nach US-Angaben bis Donnerstag fortgesetzt werden. Es
ist die siebte Runde der von Washington vermittelten Gespräche, seit die
proiranische Hisbollah den Libanon im März mit Raketenangriffen auf Israel
in den Irankrieg hineinzog. Ein im Juni unter Vermittlung der USA
vereinbartes Rahmenabkommen zwischen Israel und dem Libanon sieht vor, dass
sich die israelische Armee schrittweise aus dem Süden des Libanon
zurückzieht. Die libanesischen Streitkräfte sollen die Kontrolle über
geräumte Gebiete übernehmen und dort die von Iran unterstützte Hisbollah
entwaffnen. Die Hisbollah, deren erklärtes Ziel die Vernichtung Israels
ist, lehnt eine Entwaffnung und die Gespräche mit dem Nachbarstaat ab.
(afp)
## Iran: Vereinbarung mit Oman zu Straße von Hormus fast fertig
Die an die Straße von Hormus grenzenden Golfstaaten Iran und Oman stehen
nach Angaben aus Teheran kurz vor einer Einigung auf eine neue
Schifffahrtsroute durch die blockierte Meerenge. Die beiden Länder hätten
sich auf geografische Koordinaten für die Passage geeinigt, zitierte die
staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna Außenamtssprecher Ismail
Baghai. Eine gemeinsame Erklärung sei so gut wie fertig, allerdings dürfe
niemand mehr dazwischenfunken. Seitens des Omans gab es zunächst keine
öffentliche Stellungnahme zu der angeblich bevorstehenden Einigung. Die USA
sollen nicht daran beteiligt gewesen sein. Der iranische Machtapparat
betont immer wieder, nicht mit den USA verhandeln zu wollen. Er will eine
Gebühr von Schiffen kassieren, die die Meerenge passieren – was die USA
vehement ablehnen. Noch vor Kurzem hatte US-Präsident Donald Trump Iran
gewarnt, das Land werde sehr hart getroffen, sollte die für den globalen
Handel mit Öl, Flüssiggas und Dünger wichtige Meerenge nicht bald geöffnet
werden.
Vor Ausbruch des von den USA und Israel mit koordinierten Angriffen
begonnenen Krieges Ende Februar konnten Schiffe ungehindert durch das
Nadelöhr zwischen Iran und Oman fahren. Jegliche Zugeständnisse, die Iran
nun eine weitreichende Kontrolle über die dortige Schifffahrt gewähren
würden, wären ein strategischer Gewinn für Teheran. Gleichzeitig steht
Trump innenpolitisch unter Druck, den bei seinen Wählern ziemlich
unpopulären Krieg und den damit verbundenen Anstieg der Verbraucherpreise
vor den wichtigen Zwischenwahlen im November zu beenden. Seit Kriegsbeginn
blockiert Teheran die Meerenge weitgehend. Durch die Straße von Hormus wird
rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls und Flüssigerdgases
transportiert.
Irans Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi bestätigte laut Irna, eine
Vereinbarung zwischen Iran und Oman über neue Regelungen für den
Schiffsverkehr in der Straße von Hormus stehe kurz vor dem Abschluss. Er
betonte, die Abmachung bedeute keine vollständige Wiederöffnung der
Meerenge, sondern stelle vielmehr ein neues Modell dar. Laut dem US-Sender
CNN schätzte ein ranghoher Vertreter der Golfstaaten, der mit den
Verhandlungen vertraut sei, die Chancen auf eine Einigung bis Freitag auf
50: 50. Ein Problem sei, dass in der iranischen Delegation Vertreter der
mächtigen Revolutionsgarden fehlten, die die Details aber genehmigen
müssten. (dpa)
## Temporäre Lösung: Rundkurs
US-Präsident Trump hatte am Dienstagabend (Ortszeit) von einer möglichen
Öffnung der Meerenge am Mittwoch oder Donnerstag im Zuge eines Deals mit
Iran gesprochen. Zuletzt war in Teheran eine Art Rundkurs als Lösung
genannt worden: Schiffe könnten dabei auf einer nördlichen Route durch die
Meerenge hindurch in den Persischen Golf einfahren und ihn auf einer
südlichen Route entlang der Küste des Omans wieder verlassen, hieß es in
übereinstimmenden Medienberichten. Es soll sich um eine Übergangslösung
handeln, während der vnm Iran verlegte Seeminen beseitigt werden könnten.
Der Streit um die Meerenge und die Frage, wie die Durchfahrt geregelt wird,
sind wesentliche Gründe, warum der Krieg zwischen den USA und Iran zuletzt
wieder eskalierte.
Trump sprach sich erneut für ein Abkommen mit Iran aus. „Ich würde lieber
einen Deal schließen, weil ich keine Menschen töten will“, sagte der
Republikaner in einer Rede vor Anhängern in Las Vegas. [3][Zum aktuellen
Stand möglicher Gespräche] machte er keine Angaben. Trump sagte lediglich,
dass es Unterredungen gebe und man sehen werde, was passiert. Sein Vize
Vance sagte in einem Fox-News-Interview, die Entwicklung werde in eine
Richtung gehen, die gut für die USA sei. Allerdings prognostizierte er
schwierige Gespräche. „Die Realität ist erstens, dass die Iraner
außerordentlich schwierige Menschen sind“, sagte er. „Zweitens haben sie
ein zersplittertes System, sodass es in diesem System Menschen gibt, die
wollen, dass der Krieg endet. Es gibt aber auch Menschen in ihrem System,
die verrückte Radikale sind, die den Krieg fortsetzen wollen.“
Aufgabe der US-Regierung sei es, sich in dieser Gemengelage zurechtzufinden
und das beste Ergebnis für das amerikanische Volk und für den Präsidenten
der Vereinigten Staaten zu erzielen. „Es wird chaotisch werden und es wird
einige Zeit dauern, bis wir dort ankommen“, sagte Vance. Man befinde sich
gewissermaßen „mitten im Spiel“ und werde alle militärischen,
wirtschaftlichen und diplomatischen Werkzeuge nutzen, die zur Verfügung
stünden. (dpa)
## Tanker-Besatzung meldet zwei Explosionen in Straße von Hormus
In der Straße von Hormus hat es nach Angaben der Besatzung eines Öltankers
in der Nacht zum Donnerstag Explosionen gegeben. „Der Kapitän eines Tankers
hat gemeldet, während der Fahrt in der Straße von Hormus zwei Explosionen
gehört zu haben“, teilte die britische Seefahrtbehörde UKMTO im
Onlinedienst X mit. Der Vorfall habe sich gut 15 Kilometer vor der Küste
Omans ereignet. Der Tanker und seine Besatzung seien nicht betroffen. (afp)
## Irans Präsident: Kommunikation mit Modschtaba Chamenei „momentan sehr
schwierig“
Der iranische Präsident Massud Peseschkian hat die Kommunikation mit dem
neuen obersten Führer des Iran, Modschtaba Chamenei, als „momentan sehr
schwierig“ bezeichnet. „Es ist momentan sehr schwierig, mit ihm zu
kommunizieren, aber auf jeden Fall ist seine Anwesenheit eine sehr große
Quelle der Kraft für uns, um weiterzumachen“, sagte Peseschkian am
Mittwoch.
Ajatollah Ali Chamenei, der seit 1989 an der Spitze der Islamischen
Republik gestanden hatte, war am ersten Tag des US-israelischen Krieges
gegen Iran am 28. Februar getötet worden. Sein Sohn Modschtaba Chamenei
wurde iranischen Angaben zufolge bei dem Angriff verletzt. Er wurde zum
Nachfolger seines Vaters ausgerufen, trat bislang aber nicht öffentlich
auf. Auch an den sechstägigen Trauerfeiern für seinen getöteten Vater nahm
er offenbar nicht teil. (afp)
## Huthi-Miliz meldet zwei weitere Angriffe auf saudiarabische Öltanker
Die proiranische Huthi-Miliz im Jemen hat nach eigenen Angaben zwei
saudi-arabische Öltanker angegriffen. Das Schiff „Wafa“ sei mit mehreren
Raketen „erfolgreich“ attackiert worden, sagte der Huthi-Sprecher Jahja
Saree in einem am Mittwoch verbreiteten Video. Der Angriff sei vor der
Küste der saudiarabischen Stadt Janbu am Roten Meer erfolgt. Später meldete
Saree einen Angriff der Huthis mit ballistischen Raketen auf den Öltanker
„Daisy“ im Golf von Aden, der ins Rote Meer führt.
Mit dem jüngsten Angriff auf die „Daisy“ steigt die Zahl der seit dem
Beginn der von den Huthis angekündigten Seeblockade am 22. Juli
angegriffenen Handelsschiffe seinen Angaben zufolge auf neun. Die
Huthi-Miliz hatte seither nach eigenen Angaben auch saudiarabische
Ölanlagen angegriffen. Saudi-Arabien seinerseits griff Ziele in von den
Huthis kontrolliertem Gebiet im Jemen an. In Janbu endet die wichtige
Ost-West-Ölpipeline, über die Rohöl von den Förderstätten am Persischen
Golf fließt. Mit ihrer Hilfe kann die von Teheran seit Beginn des
Irankrieges de facto gesperrte Straße von Hormus umgangen werden. (afp)
## USA streichen Iran nahestehende Airline von Sanktionsliste
Kurz vor einer von US-Präsident Donald Trump in Aussicht gestellten Öffnung
der Straße von Hormus hat das US-Finanzministerium Sanktionen gegen eine
den iranischen Revolutionsgarden nahestehende irakische Airline aufgehoben.
Die Fluggesellschaft Fly Baghdad, die auch als Iraq Express bekannt sei,
sowie zwei Maschinen vom Typ Boeing 737 mit den Kennzeichen YI-BAF und
YI-BAN seien von einer entsprechenden Terrorsanktionsliste gestrichen
worden, teilte das Ressort mit.
Eine Sprecherin des Finanzministeriums erklärte, dass die Fluggesellschaft
„wesentliche Änderungen in ihrem Betrieb nachgewiesen“ habe. Es sei daher
nicht weiter gerechtfertigt, dass Fly Baghdad weiter auf der Liste stehe.
Zugleich stellte sie klar, dass dies „kein Hinweis auf eine Änderung der
US-Politik gegenüber der iranischen Regierung, den Kuds-Einheiten der
Islamischen Revolutionsgarden, anderen als terroristisch eingestuften
Organisationen oder Personen, die diese unterstützen oder in deren Auftrag
handelten“, sei. (dpa)
6 Aug 2026
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