# taz.de -- +++ Nachrichten im Ukrainekrieg +++: Lagerhalle bei St. Petersburg von Drohnen getroffen
> Nach einem ukrainischen Drohnenangriff brennt ein Lagerhaus in St.
> Petersburg. Ex-Militärchef Saluschnyj schließt einen Nato-Beitritt der
> Ukraine aus.
(IMG) Bild: Nach ukrainischem Drohnenangriff brennt ein Lagerhaus in der Region St. Petersburg
## Lagerhalle bei St. Petersburg von Drohnen getroffen
Bei einem Drohnenangriff in der Nähe der russischen Metropole St.
Petersburg ist ein Lagerhaus getroffen worden. Das teilt der Gouverneur der
Region, Alexander Drosdenko, auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Um
was für ein Lagerhaus und um welche Firma es sich handelt, lässt er offen.
Die Ukraine hat wiederholt L[1][agerhäuser von Online-Händlern wie dem
russischen Marktführer Wildberries] angegriffen und begründet dies damit,
dass sie auch vom russischen Militär genutzt werden.
Das Nachbarland Finnland hat als Reaktion auf den jüngsten Angriff bei St.
Petersburg im östlichen Finnischen Meerbusen eine vorübergehende
Flugverbotszone eingerichtet, wie die finnischen Streitkräfte auf der
Online-Plattform X mitteilen. Finnland ist Mitglied der EU und der Nato
und teilt eine gut 1.300 Kilometer lange Grenze mit Russland. rtr
## Russland fängt 320 ukrainische Drohnen ab
Die russischen Streitkräfte haben nach Angaben des
Verteidigungsministeriums in Moskau in der Nacht 320 ukrainische Drohnen
abgefangen und zerstört. Betroffen gewesen seien 19 Regionen. Wie viele
gegnerische Drohnen entdeckt wurden oder ihr Ziel erreicht haben, teilt
Russland nicht mit.
In der Nähe des russischen Schwarzmeerhafens Noworossijsk sind nach Angaben
der türkischen Schifffahrtsbehörde bei einem Drohnenangriff auf ein
Frachtschiff drei Besatzungsmitglieder schwer verletzt worden. Die
„Nadezhda“ sei am Montag auf dem Weg von Noworossijsk in den nordtürkischen
Hafen Samsun angegriffen worden. Der Angriff habe sich etwa 20 Seemeilen
vor der Küste ereignet. Alle 22 Besatzungsmitglieder seien nach Russland
gebracht worden, darunter die drei Schwerverletzten. Im Bug des Frachters
brenne weiterhin ein Feuer, teilt die Schifffahrtsbehörde weiter mit. Wer
für den Angriff verantwortlich ist, war zunächst unklar. rtr
## Ex-Militärchef Saluschnyj schließt Nato-Beitritt aus
Der ehemalige Oberbefehlshaber der ukrainischen Armee, Walerij
Saluschnyj, sieht keine Aussicht auf einen Nato-Beitritt seines Landes.
„Leider werden wir niemals wirklich beitreten“, wurde der jetzige
Botschafter in Großbritannien am Montag vom Medium „Evropeiska Pravda“
zitiert. Er habe dies bei einem Treffen ukrainischer Botschafter gesagt.
„Ich kenne die Nato sehr gut. Etwa zwölf Jahre lang habe ich persönlich
daran gearbeitet, sicherzustellen, dass wir die Nato-Standards erfüllen,
und jedes Jahr habe ich Märchen darüber gehört, wie wir jeden Tag der Nato
beitreten würden.“
Saluschnyj begründete seine Einschätzung damit, dass die Ukraine die
militärischen Standards für einen Beitritt in keiner Weise erfülle. Es sei
„unmöglich, mit dem Entwicklungsstand der ukrainischen Streitkräfte …
einer Organisation beizutreten, die sich von Doktrinen des Zweiten
Weltkriegs leiten lässt“. Dem Land fehle die Technologie, die in den
Nato-Mitgliedstaaten bereits im Einsatz sei, darunter Raketenabwehr und
Weltraumfähigkeiten.
Das strategische Ziel der Mitgliedschaft in der Nato und der Europäischen
Union ist in der ukrainischen Verfassung verankert. Saluschnyj war 2024
wegen Meinungsverschiedenheiten mit Präsident Wolodymyr Selenskyj über die
Kriegsführung gegen Russland als Oberbefehlshaber entlassen worden.
Meinungsumfragen zum Vertrauen der Wähler sehen ihn etwa auf Augenhöhe
mit Selenskyj. Russland lehnt eine ukrainische Nato-Mitgliedschaft
kategorisch ab. rtr
## Selenskyj entlässt ukrainische Botschafterin in den USA
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Montag die ukrainische
Botschafterin in den USA, Olha Stefanischyna, entlassen. Stefanischyna
erklärte, sie habe um ihre Entlassung gebeten. Stefanischyna war früher
Justizministerin der Ukraine und im Juli vergangenen Jahres zur
Botschafterin ernannt worden. Zunächst war unklar, wer nun auf
Stefanischyna folgt.
Die Botschaft in den USA ist für die Ukraine von besonderer Bedeutung. Das
von Russland angegriffene Land ist auf US-Waffenlieferungen und
Geheimdienstinformationen angewiesen.
[2][Die Beziehungen zwischen Selenskyj und US-Präsident Donald Trump] waren
angespannt, zuletzt zeigte sich Trump eher wohlwollend gegenüber Selenskyj.
Trump kündigte zuletzt an, die USA würden der Ukraine „das Recht geben,
Patriots herzustellen“. Kurze Zeit später äußerte sich Trump hingegen
zurückhaltender. Das Patriot-System spielt eine zentrale Rolle beim Schutz
ukrainischer Städte und Infrastruktur insbesondere vor ballistischen
Raketen. afp
4 Aug 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Russischer-Angriffskrieg/!6199438
(DIR) [2] /Selenskyj-und-Netanjahu-in-Washington/!6199964
## TAGS
(DIR) Schwerpunkt Krieg in der Ukraine
(DIR) Russland
(DIR) Wladimir Putin
(DIR) Wolodymyr Selenskyj
(DIR) Ukraine
(DIR) Moskau
(DIR) Proteste in der Ukraine
(DIR) Donald Trump
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Anschlag in Moskau: Tödliches Geburtstagspräsent
Bei einer Bombenexplosion in einem Moskauer Edelrestaurant sterben fünf
Menschen, 21 werden verletzt. Der Anschlag könnte einem General gegolten
haben.
(DIR) Proteste in der Ukraine: „Jetzt sind unkonventionelle Lösungen gefragt“
In Kyjiw und Charkiw protestieren Tausende gegen Entscheidungen von
Präsident Selenskyj. Sie hoffen, dass er auf den wachsenden Unmut reagiert.
(DIR) Selenskyj und Netanjahu in Washington: Gemischte Gefühle
Nacheinander empfängt Trump den israelischen und den ukrainischen
Staatschef im Weißen Haus. Die Treffen stehen unter sehr unterschiedlichen
Vorzeichen.